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2.23 Prüfungsordnung von 2008: LPO I (2008)


BESt
Bayerisches Ethikstudium
Internet Forum

Projekt des Lehrstuhls für Philosophie/SP Ethik
Prof. Dr. Christian Schröer - 86135 Augsburg

bayerisches-ethikstudium@phil.uni-augsburg.de

 

2 Grundlagen
2.2 Studium des Erweiterungsfachs Philosophie/Ethik für das Lehramt an Gymnasien

2.25 Lehramtsprüfungsordnung I von 2008 (Auszug) und Kernkurrikula

Ordnung der Ersten Prüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen
(Lehramtsprüfungsordnung I - LPO I)
vom 13. März 2008

§76
Philosophie/Ethik

(1) Fachliche Zulassungsvoraussetzungen

Universitärer Leistungsnachweis über

  1. Kenntnisse in der Geschichte der Philosophie,

  2. Kenntnisse im Überblick aus drei der folgenden philosophischen Disziplinengruppen:

    • a) Sprachphilosophie,
    • b) Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie/Logik,
    • c) Philosophie der Technik- und Naturwissenschaften,
    • d) Philosophische Anthropologie/Philosophie des Geistes,
    • e) Sozialphilosophie/politische Philosophie/Rechtsphilosophie,
    • f) Metaphysik/Ontologie/Naturphilosophie,
    • g) Ästhetik/Philosophie der Kunst.
  3. Grundbegriffe und Aufbau philosophischer Ethik auf der Grundlage klassischer Werke, unter anderen

    • a) Antike
      Platon (Gorgias, Politeia), Aristoteles (Nikomachische Ethik), Cicero (De officiis),
    • b) Mittelalter
      Thomas von Aquin (Summa theologiae: Prima Secundae, q. 1-21),
    • c) Neuzeit
      Kant (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kritik der praktischen Vernunft), Mill (Utilitarismus).

 

(2) Inhaltliche Prüfungsanforderungen

  1. Angewandte Ethik
    Bedingungen menschlichen Handelns im Licht von Natur-, Human-, Sozial- und Technikwissenschaften, darauf aufbauend zentrale Probleme angewandter Ethik in zwei der folgenden Bereiche:

    • a) Bioethik und Medizinethik,
    • b) Wirtschaftsethik,
    • c) Umweltethik/Technikethik,
    • d) Medien- und Informationsethik.
  2. Religion

    • a) Religionsphilosophie,
    • b) Religionswissenschaft.
  3. Fachdidaktische Kenntnisse gemäß §33.

 

(3) Prüfungsteile

Schriftliche Prüfung

  1. Eine Aufgabe aus zwei der in Abs. 2 Nr. 1 genannten Bereiche der angewandten Ethik (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); die gewählten Bereiche sind bei der Meldung zur Prüfung anzugeben; je Bereich werden drei Themen zur Wahl gestellt;
  2. eine Aufgabe aus der Religionsphilosophie und Religionswissenschaft gemäß Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a und b (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); drei Themen werden zur Wahl gestellt;
  3. eine Aufgabe aus der Fachdidaktik (Bearbeitungszeit: 4 Stunden); drei Themen werden zur Wahl gestellt.

 


§ 33
Fachdidaktik

(1) Grundsätze

  1. Aus der Kenntnis fachdidaktischer Forschungsfragen, -methoden und -ergebnisse sowie unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Fachwissenschaften und der Erziehungswissenschaften sollen die Studierenden befähigt werden, fachliche Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern gemäß den Erfordernissen der jeweiligen Schulart anzuregen und den fachlichen Lernfortschritt zu diagnostizieren, zu beurteilen und zu fördern.

    Die Studierenden sollen lernen, bildungsrelevante Inhalte und Methoden eines Fachs zu erkennen und zu analysieren. Die Lehrpläne des betreffenden Fachs in den einzelnen Schularten sind dabei zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage sollen sie sich mit der Auswahl und Begründung der Fachinhalte und Lernziele auseinandersetzen und in die Lage versetzt werden, allgemeine und fachspezifische Unterrichtsmethoden ziel- und inhaltsgerichtet anzuwenden. Darüber hinaus sollen die Studierenden am Ende ihres Studiums grundsätzliche Fragen der Unterrichtsdurchführung klären und erste eigene Unterrichtserfahrungen überdenken und beurteilen können.

    Ferner sollen die Studierenden die Kompetenz entwickeln, eigene Überlegungen zur Auseinandersetzung mit fachlichen Fragen zu präsentieren und mit Experten und Laien über fachliche und fachübergreifende Fragen zu kommunizieren. Insbesondere sollen sie befähigt werden, unter fachdidaktischen Aspekten den Prozess der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Fachunterrichts mitzugestalten sowie den Beitrag ihres Fachs zur Profilbildung von Schulen herauszustellen.

    In den für ein Lehramt geeigneten Studiengängen sollte die Erschließung fachwissenschaftlicher Inhalte für den Unterricht auch in den fachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen mit berücksichtigt werden. Für das Ziel einer Verzahnung der Fachwissenschaft mit der Fachdidaktik kann die gemeinsame Durchführung von Lehrveranstaltungen durch Vertreter der beiden Bereiche zweckmäßig sein; je nach Schwerpunktsetzung können in einem solchen Fall von Studierenden erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen für die Fachwissenschaft oder für die Fachdidaktik zählen.

  2. Der Umfang der fachdidaktischen Studien für die einzelnen Lehrämter richtet sich nach § 22 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. e, Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 Buchst. c und Nr. 4 Buchst. d und f.

(2) Inhaltliche Prüfungsanforderungen

1. Theoriegeleitete fachdidaktische Reflexion

  • a) Fähigkeit, fachdidaktische Theorien, Konzeptionen und Forschungsfragen des betreffenden Fachs zu rezipieren, zu reflektieren und auf die fachspezifischen Lehr- und Lernbedingungen anzuwenden,
  • b) Kenntnis der Bildungsaufgaben, Lernziele und Lernbedingungen des betreffenden Fachs in den einzelnen Schularten,
  • c) Kenntnis der Beiträge des betreffenden Fachs für die Erfüllung der fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben der jeweiligen Schulart.

2. Fachbezogenes Unterrichten

  • a) Kenntnis der Verfahren, Fachunterricht in unterschiedlicher Breite und Tiefe theoriegeleitet und wissenschaftlich begründet zu planen, durchzuführen und auszuwerten,
  • b) Kenntnis von Möglichkeiten, fachliche Prinzipien und fachspezifische Arbeitsweisen gemäß den Erfordernissen und Bildungszielen der jeweiligen Schulart sach- und schülergerecht einzuführen, weiterzuentwickeln und den erreichten Stand zu beurteilen,
  • c) Kenntnis von Modellen, fachliche Lernprozesse im Sinn selbst regulierten Lernens zu konzipieren und unter dem Einsatz unterschiedlicher Medien zu arrangieren,
  • d) Kenntnis der Möglichkeiten zur Vermittlung von Medienkompetenz im betreffenden Fach.

3. Fachbezogenes Diagnostizieren und Beurteilen

  • a) Kenntnis von Methoden, Lernprozesse in den einzelnen Unterrichtsfächern und deren Ergebnisse auf der Basis von Fremd- und Selbstevaluation zu diagnostizieren und zu beurteilen,
  • b) Kenntnis von Möglichkeiten, Fördermöglichkeiten für unterschiedliche Begabungen, Leistungsstände und Interessenlagen von Lernenden zu reflektieren und ihren Einsatz zu diskutieren.

4. Fachbezogene Kommunikation

  • a) Fähigkeit, fachliche Fragestellungen zu analysieren und innerhalb und außerhalb der Schule zu kommunizieren,
  • b) Fähigkeit, insbesondere fachspezifische, aber auch überfachliche Bildungs- und Erziehungsaufgaben des betreffenden Fachs in den einzelnen Schularten zu diskutieren,
  • c) Überblick über Geschichte und Stellung des betreffenden Fachs im Fächerkanon der einzelnen Schularten.

(3) Fachliche Zulassungsvoraussetzungen und Prüfungsteile

Die fachlichen Zulassungsvoraussetzungen und die Prüfungsteile in Fachdidaktik richten sich nach den Bestimmungen über die einzelnen Fächer.

 


LPO I 2008
Zweiter Teil
Übergangs- und Schlussbestimmungen [...]

 

§ 123
Inkrafttreten, Außerkrafttreten, Übergangsbestimmungen

(1) 1Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 2007 in Kraft. 2Sie gilt erstmals für Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen, die ihr Lehramtsstudium ab dem Wintersemester 2007/08 nach den Bestimmungen dieser Prüfungsordnung aufgenommen haben sowie unbeschadet des Abs. 2 Satz 4 für alle Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen ab dem Prüfungstermin Frühjahr 2017. 3Sie gilt außerdem für Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen, die ihr Lehramtsstudium bis einschließlich Sommersemester 2007 im Rahmen von Modellversuchen, die sich auf diese Prüfungsordnung beziehen, aufgenommen haben und unbeschadet des Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 für Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen, die eine die Erweiterung der Lehramtsbefähigung begründende Erste Staatsprüfung ab dem Prüfungstermin Herbst 2009 ablegen.

(2) 1Mit Ablauf des 30. September 2007 tritt die Ordnung der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen (Lehramtsprüfungsordnung I - LPO I) in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. November 2002 (GVBl S. 657, BayRS 2038-3-4-1-1-UK) außer Kraft. 2Sie gilt noch für Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen, die ihr Studium nach den bisherigen Bestimmungen aufgenommen haben oder bis einschließlich Wintersemester 2008/09 noch aufnehmen werden und die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen spätestens zum Prüfungstermin Herbst 2016 ablegen. 3Sie gilt außerdem für Prüfungsteilnehmer und Prüfungsteilnehmerinnen, die eine die Erweiterung der Lehramtsbefähigung begründende Erste Staatsprüfung bis zum Prüfungstermin Frühjahr 2009 ablegen; auf Antrag kann diese Prüfung noch bis zum Prüfungstermin Herbst 2016 nach der in Satz 1 genannten Prüfungsordnung abgelegt werden. 4Die Wiederholung von Prüfungen richtet sich nach dem Recht, das für die Erstablegung gegolten hat.


Kernkurricula*

Zu § 76 LPO I: Philosophie/Ethik (vertieft studiert)

1. Angewandte Ethik

Zentrale Probleme der angewandten Ethik aus zwei der folgenden Bereiche:
Bioethik und Medizinethik, Wirtschaftsethik, Umweltethik/ Technikethik, Medien- und Informationsethik.

2. Religion

a) Religionsphilosophie
Glauben und Wissen, Gottesbegriff, Gottesbeweise, Religionskritik, Theodizee.

b) Religionswissenschaft
Vertiefte Kenntnisse über biblische, historische und systematische Grundlagen des Christentums;
Kenntnisse über Judentum, Islam und eine asiatische religiöse Tradition (z. B. Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus) hinsichtlich Quellen, Lehre, Kult und Ethik;
vertiefte Kenntnisse über Formen der Begegnung und der Konflikte zwischen Religionen (Identität und Wandel der Religionen, religiöse Toleranz und Religionsfreiheit, interreligiöse Kommunikation);
Kenntnisse über neureligiöse Bewegungen und Esoterik.

3. Fachdidaktik

Verständnis und Begründung des Ethik-Unterrichts;
Beitrag des Ethik-Unterrichts zur Bildung;
Themen des Ethik-Unterrichts entsprechend den obersten Bildungszielen der Bayerischen Verfassung;
Grundlagen der Moralpsychologie und der Moralpädagogik;
Methoden des Philosophie- und Ethik-Unterrichts: rationalitätsbetonende Methoden, handlungsorientierte Methoden.


*Quelle: Amtsblatt der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und Wissenschaft, Forschung und Kunst Nummer 2 München, den 16. Februar 2009 Jahrgang 2009

 

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