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Innsbruck und der deutsche Wald – Konzepte von Region und Nation im Lied des 15. und 16. Jahrhunderts.

Es ist unter anderem das Lied Innsbruck ich muss Dich lassen, dem Heinrich Isaac heute seine Berühmtheit verdankt. Schon im 19. Jahrhundert erlebte dieser und andere Sätze aus der Zeit des Komponisten eine regelrechte Renaissance. Um in ein vom aufkeimenden Nationalismus geprägtes Geschichtsinteresse zu passen, wurde Isaac ganz selbst-verständlich eingebürgert und zum wichtigsten »Deutschen Kontrapunktist[en]« des 15. Jahrhunderts ernannt.
Dieser Vortrag sucht nach den Anknüpfungspunkten, die nationalistisch geprägte Gruppierungen wie beispielsweise die Wandervogelbewegung in den Liedern der Musiker der Hofkapelle Kaiser Maximilians I. finden konnten. Die humanistischen Konzepte rund um den »deutschen Erzhumanisten« Conrad Celtis, die sich im deutschen Lied der Zeit widerspiegeln, weisen dabei eine bemerkenswerte Nähe zu einer verklärenden spätromantischen Naturverbundenheit auf. Das Referat beleuchtet die verschiedenen Ideen von Region und Nation und zeigt Motivationen sowie mögliche Missverständnisse in der modernen Rezeption der Lieder Heinrich Isaacs und seiner Zeitgenossen auf.