Suche

Seminar "Armamentarium comicum amoris et honoris"


Entdeckung und Wiederaufführung einer der ältesten Opern auf deutschem Boden – das musikalische Hochzeitsspiel „Armamentarium comicum amoris et honoris“ in Schloß Wolfegg aus dem Jahre 1648 Vor wenigen Jahren katalogisierte Dr. Gertraut Haberkamp von RISM die Musikalienbestände der Fürstlichen Sammlungen von Waldburg-Wolfegg. Diese Bestände rückten ins Interesse der landeskundlichen Forschungen am Lehrstuhl für Musikwissenschaft (Prof. Dr. Marianne Danckwardt), Universität Augsburg. Dr. Johannes Hoyer wurde auf die „musikalische Komödie“, wie es in einem Geschichtswerk zum fürstlichen Hause Waldburg heißt, aufmerksam, vor allem da mit der Aufführung des Jahres 1648 anläßlich der Hochzeit von Maximilian Willibald von Waldburg-Wolfegg mit Clara Isabella von Arenberg, Arschot etc. eine der ältesten opernhaften Werke deutscher Provenienz vorlag. Von dem Komponisten Bartholomäus Aich sind zur Zeit jedoch nur äußerst sparsame Informationen bekannt. Er war Organist am Damenstift in Lindau und stammte aus Uttenweiler bei Biberach a.d. Riß. Daß er mit dem frühbarocken italienischen Opern- und Oratorienstil vertraut war, zeigt sein bisher einzig überliefertes Werk, die Hochzeitsoper, deren Text vermutlich aus der Feder der Lindauer bzw. Konstanzer Jesuiten stammt, die auch die damalige Aufführung in Lindau leiteten. In Zusammenarbeit mit dem Literaturwissenschaftler PD Dr. Florian Mehltretter, Köln bzw. München, und dem Leiter des international renommierten Alte-Musik-Ensembles „Hassler-Consort“, Franz Raml, wurde die Wiederaufführung der Aichschen Komposition vorbereitet, die schließlich im Rahmen der Ludwigsburger Schloßfestspiele mit sehr großem Erfolg stattfand und möglicherweise weitere Resonanz in der Opern- und Alten-Musik-Szene finden wird. Für die Augsburger Musikwissenschaft ist diese Wiederaufführung jedenfalls ein gelungenes Beispiel, wie Theorie und Praxis eng und erfolgreich zusammenarbeiten können, und natürlich ein weiteres Aushängeschild für das Fach und seine bisherigen Aktivitäten in der musikwissenschaftlichen Landesforschung (u.a. Füssener Passion, Aufbau und Konzeption des Sängermuseums Feuchtwangen, Laienchorwesen und Blasinstrumentenbau in Schwaben, Musik bei den Fuggern, Musikgeschichte Augsburgs, DFG-Projekt zu Leopold Mozart, Ausstellung zur Memminger Musikgeschichte, Buxheimer Orgelbuch-Symposium, diverse Magister-Arbeiten zur Musikgeschichte Schwabens, insbesondere zu Beständen der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek).
Dozent(in): Dr. habil. Johannes Hoyer Musikwissenschaft Augsburg; PD Dr. Florian Mehltretter Literaturwissenschaft, Köln bzw. München; Franz Raml Leiter des international renommierten Alte-Musik-Ensembles „Hassler-Consort“
Termin: Sommersemester 05
Gebäude/Raum: