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Bitte beachten Sie, dass unser Sekretariat vom 23.7. bis voraussichtlich Ende Oktober nicht besetzt ist. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an die (stellvertretende) Studiengangsleitung.

17.7.2018: Sie finden aktuelle Ankündigungen unter dem link Veranstaltungen  als auch Informationen für Studienbewerberinnen unter dem link „Termine für StudentInnen“.

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INTERDISZIPLINÄRES SYMPOSIUM KLANG | SPRACHE
Samstag, 20.Oktober 2018 | 13 - 19 Uhr | Konzertsaal des LMZ
Leitung: Prof. Dr. Susanne Metzner, unter Mitwirkung von Prof. Dr. Fred Lönker,
Prof. Dr. Susanne Metzner, Prof. Dr. Hartmut Möller, Dr. Marc Neufeld,
Dr. Kilian Sprau und Ljiljana Winkler | Werke von Marc Neufeld  
Raphael Kestler und Ljiljana Winkler, Gesang | Dr. Kilian Sprau, Klavier
WWW.LEOPOLD-MOZART-ZENTRUM.DE/MUSIKTHERAPIE

Dass das Verhältnis von Musik und Sprache ein schier unerschöpfliches Thema ist, belegen die zahlreichen Schriften von Philsoph*innen, Sprach- und Musikwissenschaftler*innen ebenso wie die Anmerkungen von Künstler*innen, den Musiker*innen und Schriftsteller*innen. So schreibt schon Friedrich Nietzsche 1882 in seinen Fragmenten: „Das Verständlichste an der Sprache ist nicht das Wort selber, sondern Ton, Stärke, Modulation, Tempo, mit denen eine Reihe von Worten gesprochen wird, kurz die Musik hinter den Worten“. Eine andere Spur führt noch weiter zurück, nämlich zu Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), der den Begriff der ‚Wortbewegung’ prägte und damit eine temporale bzw. rhythmische Struktur meinte, die sich aus einer konkreten sprachlichen Umgebung ableitet und mit Bedeutung versehen ist.  Befragt  man  die  moderne  Hirnforschung,  wie  die  Musik  und  die  Prosodie  der  Sprache  auf  neuronaler  Ebene prozessiert werden, so legen die Befunde nahe, dass von parallelen und aus einer gemeinsamen Quelle hervorgehenden Phänomenen auszugehen ist. Somit können wir sowohl in der Dichtung als auch der Musik von einem physiosemantischen  Prozess  ausgehen,  einem  Begriff  des  französischen  Soziologen  Le  Breton,  der  die  Basis  von  sprachlichen  
und musikalischen Expressions-, Rezeptions- und Kommunikationsformen bildet. Gleichwohl dürften sich bei näherer Betrachtung die wechselseitigen Bezüge wesentlich komplexer darstellen. Das diesjährige Symposium der interdisziplinären Arbeitsgruppe widmet sich daher den Fragen, wie sich poetisch-literarische Formen in Musik niederschlagen, welche Transformationsprozesse  Komponisten  vollziehen  und  wie  wiederum  die  Musik  den  Dichter  bei  seinem  Schaffensprozess beeinflusst. Das Vorgehen kann nur exemplarisch sein, aber in den verschiedenen Vorträgen und musikalischen Darbietungen spannt sich ein Bogen zwischen dem Kunstlied, den Vorformen des Singens, dem Rap und dem Kinderlied, das in bestimmten Lebenssituationen plötzlich eine existentielle Bedeutung erhält.

Anmeldung unter:susanne.metzner@phil.uni-augsburg.de


PROGRAMM
13.00
Robert Schumann: Zwei Lieder zu Texten von Joseph von Eichendorff
Frühlingsfahrt op.45 Nr.2 und Zwielicht op.39 Nr.10
Raphael Kestler, Bariton; Kilian Sprau, Klavier
13.10
Begrüßung (Susanne Metzner)
13.20
Lyrische Orientierungen. Zu Eichendorffs Zwielicht und Die zwei Gesellen
Vortrag Fred Lönker, Göttingen
14.05
Zum Klang der Sprache in Eichendorff-Vertonungen Robert Schumanns
Vortrag Kilian Sprau, Augsburg
14.50
Eine Auswahl von Liedern Robert Schumanns zu Texten von Eichendorff
Raphael Kestler, Bariton; Kilian Sprau, Klavier
16.00
Marc Neufeld: Drei Lieder zu Texten von Hilde Domin:
Diese Vögel ohne Schmerzen | Indischer Falter | Nur eine Rose als Stütze
Ljiljana Winkler, Sopran; Kilian Sprau, Klavier
16.15
Überströmende Menschlichkeit oder: Zum Lied in Grenzsituationen
Vortrag Susanne Metzner, Augsburg
16.45
Marc Neufeld: hum
Ljiljana Winkler, Sopran
Klangsprache - Sprachklang: Summen als Übergangsphänomen
Vortrag Mark Neufeld, Schaffhausen
17.45
lyrics | performances: Patty Smith, Schwesta Ewa
Vortrag Hartmut Möller, Rostock
18.15
open discussion
18.45
EINLied: Leitung Brigitte Meier-Sprinz