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Kontroversen um Hydraulic Fracturing in Frankreich, Deutschland und Polen. Eine vergleichende Analyse zur Rolle von ökologischen Rechtfertigungsordnungen und Civic Epistemologies in aktuellen Risikokonflikten


Projektstart: 01.06.2017
Projektende: 31.10.2020
Projektträger: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Reiner Keller (Ordinarius)
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Claudia Foltyn
Matthias Sebastian Klaes
Simone Lackerbauer
Alina Franziska Becker
Cathrin Tettenborn

Zusammenfassung

Ein Link zu weiteren Informationen folgt in Kürze.

Aktuelles

Beschreibung

Das Vorhaben untersucht in vergleichender Perspektive aktuelle Konflikte um den Einsatz von Hydraulic Fracturing (Fracking) in Frankreich, Deutschland und Polen. Fracking ist in allen drei Untersuchungsländern Gegenstand öffentlicher Kontroversen, die durch ähnliche Konstellationen von Argumenten, Deutungsmustern und Narrativen sowie Expertisen und Gegenexpertisen gekennzeichnet sind. Dennoch lassen sich länderspezifische Unterschiede im Umgang mit Hydraulic Fracturing beobachten: Während in Frankreich ein Moratorium bezüglich des Einsatzes von Fracking besteht, erscheint die Bedeutung des Verfahrens für Deutschland nach wie vor unklar. Polen setzt dagegen seit längerem auf die weitere Erprobung der Fracking-Methode, um potentielle Schiefergasvorkommen kommerziell nutzen zu können. Vor diesem Hintergrund befasst sich das Projekt im Kern mit der Frage, wie sich die genannten nationalen Unterschiede im Umgang mit Hydraulic Fracturing trotz ähnlicher Konfliktkonstellationen verstehen und erklären lassen. Aus der Perspektive der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) (Keller 2011) fokussiert die Untersuchung auf die jeweiligen Verfahren der gesellschaftlichen Bewertung und Prüfung von Risikoszenarien innerhalb der drei anvisierten Länder. In theoretisch-begrifflicher Weiterführung und Präzisierung der soziologischen Risikodiskursforschung richtet sich der Blick auf die Rolle ökologischer Rechtfertigungs- und Bewertungsordnungen (Lafaye/Thévenot 1993), auf die Verlaufskurven der beobachteten Konflikte (Chateauraynaud 2009) sowie auf deren Einbettung in allgemeinere gesellschaftliche Bewertungszusammenhänge (Civic Epistemologies) (Jasanoff 2005), welche in den Auseinandersetzungen die darin statthabenden Formen und Prozesse der Risikobewertung orientieren. Ausgehend hiervon werden die Akteure, Arenen und Verlaufsformen der Auseinandersetzung um Fracking auf der nationalstaatlichen Ebene untersucht und in ihren Dimensionen und Konfliktverläufen vergleichend analysiert. Zudem werden pro Untersuchungsland jeweils zwei Fallstudien durchgeführt, in denen die Konflikte um Hydraulic Fracturing an konkreten Standorten beobachtbar sind. Empirische Grundlage ist die Analyse zentraler Dokumente (Medienberichte, Expertengutachten, Stellungnahmen etc.), die durch Leitfadeninterviews mit Schlüsselakteuren der jeweils länderspezifischen Fracking-Debatten ergänzt. Das Ziel der Untersuchung besteht letztlich darin, einen Beitrag zu einem differenzierten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verständnis aktueller Konfliktdynamiken unter den Bedingungen einer transformativen Energiepolitik zu leisten.