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Tagung: Emotionen und Moral in Problematisierungsdiskursen


Programm

Emotionen und Moral in Problematisierungsdiskursen

Gemeinsame Tagung der Sektionen Soziale Probleme und Soziale Kontrolle und
Wissenssoziologie (Arbeitskreise Diskursanalyse, Wissenskultur, Globalisierung) der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie
27. & 28. Juni 2019 an der Universität Kassel

Lässt sich mit der Thematisierung von Emotionen und Moral in Problematisierungsdiskursen ein gesellschaftstheoretisches oder zeitdiagnostisches Analysepotential erschließen? Wie funktionieren Diskurse der Emotionalisierung und Moralisierung? Haben Moralisierungen und Emotionalisierungen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen? Verschieben sich unter Bedingungen einer veränderten Aufmerksamkeitsökonomie gesellschaftliche Diskursgefüge und Problematisierungsprozesse oder handelt es sich nur um “alten Wein in neuen Schläuchen"? Wie hängen Moralisierung, Emotionalisierung und Politik zusammen? Vom Konzept der „moral panic“ bis zur jüngeren Diskursforschung werden Formen der Emotionalisierung und Moralisierung in der Regel kritisch gesehen und einer „Wahrheit der Sachlage“ gegenübergestellt. Eine solche Strategie der Analyse läuft jedoch Gefahr, zwischen guten und schlechten Formen der Dramatisierung, Emotionalisierung und Moralisierung unterscheiden zu müssen und ihrerseits diskursive Normierungen lediglich zu verdoppeln. Ziel der Tagung ist es, die Analyse der diskursiven Emotionalisierung und Moralisierung allgemeiner zu fassen, um sie auch für Entwicklungen und Prozesse zu öffnen, die ohne Vorentscheidungen über die Angemessenheit von Problematisierungen und darauf bezogene Reaktionen und Politiken auskommen können.

Meldung vom 02.05.2019