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Gewalterfahrungen sichtbar machen


Die Infrastruktur der Beratungs- und Hilfeangebote in Bayern für Männer und Frauen mit Gewalterfahrung

Abstract.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Natalie Gehringer arbeiten wir zu der Frage nach der Infrastruktur und Ausgestaltung des Beratungs- und Hilfeangebots in Bayern für Frauen und Männer mit Gewalterfahrung. In Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, Fachbereich Erziehungsberatung/Projekte sowie der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen des Bistums Augsburgs interessieren uns die individuellen Erfahrungsberichte von Männern und Frauen mit Gewalterfahrung, seien diese über aktiv ausgeübte Gewalt und/oder passive Erfahrungen, als Betroffene von Gewalt. Ziel ist es, neben der Systematisierung bereits vorhandener Unterstützungsangebote, Einsichten zu gewinnen, um so Maßnahmen des institutionellen Angebots in Bayern für Gewaltbetroffene (aktiv/passiv) bedürfnisorientiert weiterentwickeln zu können. Neben den Erfahrungsberichten und Institutionen beobachten wir daher auch politische und juristische Diskurse und Reformen (z.B. Ratifizierung/in Kraft treten der „Istanbuler Konvention“) ebenso, wie gesellschaftliche Diskursverschiebungen.

Mit in Kraft treten der "Istanbuler Kovention" am 01.02.2018 lässt sich eine gravierende Veränderung der politischen Wahrnehmung von Gewalt bezogen auf die Dimension von Geschlecht erkennen, die von uns weiter beforscht wird. Dort heißt es "Die    Vertragsparteien    treffen    die    erforderlichen gesetzgeberischen    oder    sonstigen Maßnahmen, um Programme einzurichten oder zu unterstützen, die darauf abzielen, Täter und  Täterinnen  häuslicher  Gewalt  zu  lehren,  in  zwischenmenschlichen  Beziehungen  ein gewaltfreies  Verhalten  anzunehmen,  um  weitere  Gewalt  zu  verhüten und  von  Gewalt geprägte Verhaltensmuster zu verändern."

Daraus lässt sich das erste Mal auf Bundesebene eine konkrete Verwendung des "Täterinnen"-Begriffs auf Poilicy-Ebene lesen, in dessen politischer Umsetzung gezielte Maßnahmen zur Gewältprävention auch bei Täterinnen installiert werden müssen.

Gerne stehen wir, für Rückfragen oder bei Interesse sich mit eigenen Erfahrungsberichten an dem Projekt zu beteiligen, zur Verfügung.

Kontakt: rebecca.gulowski@phil.uni-augsburg.de