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Drittmittel bewilligt für Beratungsprojekt in Uganda und Kambodscha


Ab April 2009 ist am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung (Prof. Dr. Christoph Weller) ein Beratungsprojekt zum Thema Transitional Justice angesiedelt. Mit diesem Projekt werden Advocacy-NGOs in ihrer Arbeit zur Förderung von Opferbeteiligung an internationalen Strafrechtsprozessen unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen gesellschaftlichen und strafrechtlichen Entwicklungen in den Partnerländern Kambodscha und Uganda. Sowohl an den Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC), wo derzeit die Verbrechen der Roten Khmer verhandelt werden, als auch am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) wurden formale Mechanismen der Opferbeteiligung eingerichtet. So sieht das Römische Statut explizit vor, dass Opfer gehört werden und ggf. sogar unabhängig von strafrechtlichen Verfahren Reparationszahlungen empfangen können. Dies betrifft auch die bevorstehenden ICC-Prozesse in Uganda. Es gibt demnach zwei Regionen und zwei internationale Tribunale mit einem vergleichbaren Beteiligungspotential.

Gefördert von Auswärtigem Amt und unterstützt vom Programm „zivik“ bringt das Beratungsprojekt zivilgesellschaftliche Akteure aus beiden Ländern, Vertreter internationaler Gerichte, Mitarbeiter von  Entwicklungsorganisationen und Wissenschaftler zusammen. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen von Opferbeteiligung in Transitional-Justice-Prozessen zu diskutieren und ihren Beitrag zur Stärkung ziviler Konfliktbearbeitung und nachhaltigen Friedens mit Bezug zu den jeweiligen lokalen Gegebenheiten zu reflektieren.

 

Das Programm „zivik“ fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen und berät Nichtregierungsorganisationen sowie das Auswärtige Amt auf diesem Gebiet. Mit dem Programm wird nicht nur zivile Konfliktbearbeitung gefördert, sondern auch ein Beitrag zur Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure initiiert. Inhaltliche Schwerpunkte reichen von der Ausbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen zwischen Konfliktparteien bis zur Traumabearbeitung und Reintegration von Ex-Kombattanten.

 

Meldung vom 24.04.2009