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Neuerscheinung: "Außenpolitikberatung als post-positivistischer Forschungsgegenstand“ von Charlotte Rungius und Christoph Weller


Rungius, Charlotte / Weller, Christoph 2019: Außenpolitikberatung als post-positivistischer Forschungsgegenstand: Zur Konstitution wissenschaftlicher Politikberatung in der Politikwissenschaft, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft  29:2, 307-324  (https://doi.org/10.1007/s41358-019-00187-2)

 

Wird Politikberatung zum Gegenstand politikwissenschaftlicher Forschung, leistet die Wissenschaft einen dreifachen Beitrag zu dessen Konstitution: sie deutet bestimmte Formen von wissenschaftlicher Kommunikation als Beratung, unterscheidet hierfür die Sphäre der Politik vom Bereich der Wissenschaft, in dem die Forschenden zugleich selbst tätig sind, und bringt darüber auch weitere Grenzziehungen wie etwa diejenige zwischen Forschung und wissenschaftlicher Politikberatung hervor. Diese Konstitutionsleistungen werden sichtbar, wo der Politikberatung als post-positivistischem Forschungsgegenstand begegnet wird. Der Beitrag argumentiert, dass eine solche Perspektive methodologische Konsequenzen hat. Sie geht mit einer rekonstruktionslogischen Forschungsperspektive einher, bei der interpretative Verfahren eine wesentliche Rolle spielen. Im Zentrum der Untersuchung wissenschaftlicher Politikberatung steht dann die Frage, wie die beteiligten Akteure diese Denkfigur selbst hervorbringen. Dies wird am Beispiel der Außenpolitikberatung in diesem Beitrag dargestellt. Zu den von uns rekonstruierten Ergebnissen gehört beispielsweise, dass Beratende wissenschaftliche Politikberatung als exklusiven Bereich einer forschenden Tätigkeit abgrenzen von dem, was etwa Journalist*innen oder administratives Personal in der Kommunikation mit Politiker*innen tun. Das Interpretieren von Transkripten der Interviews mit Politikberatenden reflektiert zugleich den eigenen Beitrag zu dieser Abgrenzungsarbeit und disziplinären Selbstverständigung, sowohl in der Interview-Situation als auch hinsichtlich der fragestellungsabhängigen Perspektivität bei der Interpretationsarbeit.

 

Meldung vom 24.06.2019