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Abgeschlossene und laufende Forschungsprojekte


A) Sozialisation während der NS-Zeit. Eine systematisierende Analyse gesellschaftlicher und politischer Bedingungen sowie deren biographischer Bedeutung.

Gefördert durch die Friedrich-Ebert Stiftung

Abgeschlossen (siehe Publikationen)

Vorrangiges Anliegen dieses Forschungsprojektes war es, die wesentlichen Strukturen einer Sozialisation während der NS-Zeit zu erfassen und in einer dichten und systematisierenden Beschreibung darzustellen.
Im Ergebnis ergänzen sich die Ausführungen schließlich zur Gesamtpräsentation eines spezifischen NS-Sozialisationskontextes. Dieses – sowohl die berücksichtigten Forschungsergebnisse, als auch die zur Analyse gewählten Methoden betreffend – interdisziplinär ausgerichtete Vorgehen zog seine Motivation aus dem bestehenden Desiderat systematisierender Analysen zum sozialen Alltag während der NS-Zeit, gerade auch die damaligen Erziehungsverhältnisse betreffend. Zur Untergliederung des NS-Sozialisationskontextes wurde die Erstellung von insgesamt sieben Strukturthesen gewählt, welche diesen zugleich in seinen unterschiedlichen Bezügen differenzierend erschließen und die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen letzteren erfassen. Die ausgiebigen Erläuterungen zu den Thesen beschreiben schließlich die besonderen Bedingungen, ggf. deren theoretische und insbesondere propagandistischen Begründungen, die dahinter liegenden politischen Intentionen des Regimes sowie vielfach auch die biographische, häufig über 1945 hinausweisende, Bedeutung der einzelnen Elemente einer Sozialisation unter der NS-Herrschaft. Das Projekt fußt auf den inhaltlichen Analysen von insgesamt mehreren hundert Primärwerken aus der NS-Zeit, wissenschaftlichen Sekundäranalysen zu selbiger, biographischen und autobiographischen Quellen von und über Zeitzeugen sowie theoretischen Konzepten, welche von mir auf die Belange einer Sozialisation während der NS-Zeit übertragen wurden.


B) Soziale Ungleichheit und Hitler-Jugend. Zur Systematisierung sozialer Differenz in der nationalsozialistischen Jugendorganisation.

Abgeschlossen (siehe Publikationen)

Das NS-Regime hatte kein Interesse an einer vollständigen Einebnung sozialer Differenzen in der deutschen Gesellschaft. Vielmehr sollten alte Hierarchien bekämpft und neue errichtet werden – beides nach Maßgabe der NS-Ideologie und des eigenen Machtanspruches. Das Buch beschreibt die aus dieser Herrschaftspraxis hervorgehenden Ausprägungen sozialer Differenz für die Hitler-Jugend und somit für die Erfahrungswelt tausender, damals heranwachsender Jugendlicher. Aufgegriffen werden NS-spezifische Herrschafts- und Ideologieeinflüsse sowie deren Zusammenspiel mit Faktoren, wie Geschlecht, Raum, Generation oder Milieu. Somit entsteht  ein differenziertes Gesamtbild sozialer Ungleichheit in der HJ.


C) Zur Pädagogik der "Unpädagogik".

Der übergreifende Forschungshorizont des Habilitationsvorhabens ist die erziehungswissenschaftliche Analyse nationalsozialistischer Erziehung. Zwei Konkretisierungen wären allerdings diesbezüglich vorzunehmen. Zum einen geht es ausdrücklich um eine Analyse der NS-Erziehung, also solcher Programmatiken und Praxen, mit denen das Regime eine gezielte erzieherische Erwartungshaltung verband sowie deren Umsetzungsrealität und subjektive Wahrnehmung durch die betroffenen Subjekte. Es geht demnach nicht um eine Erfassungsebene, die sich auf eine Erziehung während der NS-Zeit bezöge und damit andere Bereiche von Erziehung und Bildung in dieser Epoche analytisch miteinbeziehen müsste (überdauernde reformpädagogische Projekte, Momente konfessioneller Bildung, Bemühungen jüdischer Selbsthilfe mittels Bildung). Zum anderen geht es in diesem Vorhaben nur indirekt und nicht primär um die faktische Ebene der NS-Erziehung. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses steht vielmehr eine metatheoretische Analyse der erziehungswissenschaftlichen Debatte, insbesondere der, auf ihrem Höhepunkt als „Historikerstreit“ (Heinz-Elmar Tenorth 1989) der Pädagogen deklarierten, fachinternen Kontroverse während der 1980er und 90er Jahre über eine vermeintlich adäquate Beurteilung der NS-Erziehung.


D) Sonstiges

Beratung des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin im Rahmen des 2016 abgeschlossenen Projekts: Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition. (vgl. ebd., S. 1746).