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Inszenierung von Familie im Medium privater Fotografie. Deutsche Auswanderer in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts


Projektstart: 01.01.2011
Projektende: 01.02.2014
Laufzeit: 36 Monate
Projektträger: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Petra Götte

Zusammenfassung

Im Folgenden eine kurze Beschreibung des Projekts. Darunter finden Sie ein Verzeichnis der projektspezifischen Publikationen und Vorträge.

Beschreibung

Das Projekt befasst sich mit Familien deutscher USA-Auswanderer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Untersuchung ist als Fallstudie im Format einer ‚bildungshistorischen Familienbiographie’ angelegt, in deren Mittelpunkt die 1851 von Pommern nach Wisconsin ausgewanderte Familie Krueger steht. Damit ist das Projekt im Schnittfeld von Historischer Migrationsforschung und Historischer Bildungsforschung verortet.

Den Hauptquellenbestand bilden ca. 800 Familienfotos aus den Jahren 1899 bis 1950, auf denen das Leben und Arbeiten auf der Krueger-Farm in Wisconsin dokumentiert ist. Sie werden mit der Methode der ‚seriell-ikonografischen Fotoanalyse’ analysiert. Unter Rekurs auf den ästhetischen Inszenierungsbegriff von Martin Seel, das Habituskonzept von Pierre Bourdieu und den Stilbegriff von Hans-Georg Soeffner untersucht das Projekt Prozesse familialer Inszenierung im Medium privater Fotografie. Gefragt wird nach der Inszenierung von Generationen- und Geschlechterverhältnissen, von Lebensphasen, des Verhältnisses von Arbeit und Freizeit und der auf all diesen Feldern stattfindenden sozialen und kulturellen Verortung. Die Ergebnisse der Einzelfallstudie werden rückbezogen auf die einschlägigen Forschungsstände der pädagogischen, soziologischen, historischen Migrations- und Familienforschung, zu deren Erweiterung, Bestätigung und Infragestellung sie beitragen sollen. Erkenntnisgewinn verspricht das Projekt auch in methodischer und quellenkritischer Hinsicht: Indem Fotografien als substanzielle Quellen im Projekt eingesetzt werden und ihre Verwendung kritisch reflektiert wird, kann diese Quellengattung für die Historische Familien- und Migrationsforschung erschlossen werden. Insbesondere auf diesem Feld betritt das Projekt Neuland, denn sowohl die Historische Familienforschung als auch die Historische Migrationsforschung haben Fotografien als eigenständige Quellengattung bisher weitgehend gemieden.

 

 

 

The project deals with German-American families in the USA during the first half of the 20th century. The study is a casestudy focussing on the Krueger Family – a family that immigrated to Wisconsin from Pommeria in 1851. With this topic the project is located in the history of education and the history of migration. There are roughly 800 family photographs that were taken in the years of 1899 until 1950 documenting life and work on the Krueger Farm in Wisconsin. These photographs are the project’s main source. To interpretate them we use the method of the ,Seriell-ikonografische Fotoanalyse’. Referring to Martin Seel’s term of ,Ästhetische Inszenierung’, Pierre Bourdieu’s ,Concept of Habitus’ and Hans-Georg Soeffner’s ,Concept of Style’ we analyse the way how families present themselves in their photographs. The photographs are analysed under the aspect of how the Krueger family presents the relations between the sexes, between generations and between work and leisure. In parallel we analyse where the Kruegers see themselves culturally and socially. The results of the casestudy will be confronted with the current state of research in the fields of history of education and of history of migration. Aim is to find out whether the results widen, confirm or put the current state of research into question. As a matter of fact in family history photographs as a source of its own kind have been rarely used until today. So the project intends to widen the knowledge about photographs in general.

 

 

Projektspezifische Vorträge und Publikationen