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Entscheidungsfindung für Ressourcenfragen


Projektstart: 01.11.2013
Projektende: 31.08.2014
Projektträger: Kompetenzzentrum Kultur- und Bildungswissenschaft (KKB)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Eva Matthes
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Dr. Claudia Schmidt

Zusammenfassung

Entscheiden ist für jeden Einzelnen im Alltag per se ein komplexer Prozess, will man die (auch langfristig) ‚beste‘ Entscheidung individuell bestimmen. Um diesen zu unterstützen, beschäftigt sich auch die Wissenschaft seit langem mit dem Entscheiden, und es sind in vielen Fachdisziplinen z.T. umfassende Entscheidungstheorien und -methoden (insbesondere in der Psychologie und den Wirtschaftswissenschaften) entstanden, welche den Entscheidungsprozess erklären wollen, um Hinweise geben zu können, wie die Wahl für ‚gute‘ Entscheidungen getroffen werden kann oder sollte. Das Leitbild „Nachhaltigkeit“ erweitert auf dieser Basis im Entscheidungsprozess die zu berücksichtigenden Faktoren, will der Entscheider für sich eine gute Wahl treffen, sich aber auch zukunftsfähig und nachhaltig verhalten. Alltäglich situative, persönliche und nachhaltige Faktoren gilt es demnach zu vereinen, um didaktische und methodische Konzepte entwickeln zu können, welche entsprechendes Wissen und Handeln vermittelbar machen und nachhaltiges Entscheiden unterstützen. Das KKB-Projekt „Entscheidungsfindung für Ressourcenfragen“ hatte zum Ziel, wesentliche theoretische Grundlagen der Entscheidungsforschung zu sammeln und zu analysieren, um eine Übersicht über den Stand der Forschung zu generieren und dadurch die zentralen Fragestellungen des Habilitationsprojekts „Ressource Bildung“ (Claudia Schmidt) unterstützen zu können. In dieser Arbeit wurden die theoretischen Grundlagen erweitert, um ein didaktisches Konzept für Entscheidungen unter Nachhaltigkeit zu entwickeln und exemplarisch durchzuführen. Mit Hilfe des KKB-Projektes konnten die Vorbereitungen, Recherchetätigkeiten und ersten Analysen erarbeitet werden, um dieses Ziel des didaktischen Konzeptes erreichen zu können und im Rahmen eines Fallbeispiels erstmals anzuwenden. Insgesamt wurde so eine Grundlage geschaffen, um die entwickelten Ergebnisse im Weiteren breiter in der Praxis anwenden, detaillierter erforschen und umfassend evaluieren zu können. Dies soll Aufgabe der nächsten Monate sein. Publikationen: Schmidt, Claudia (2014): Ressource Bildung – ein didaktisches Konzept für Entscheidungen unter Nachhaltigkeit. Unveröffentlichte Habilitationsschrift. Universität Augsburg. Schmidt, Claudia (2014): Entscheidungen im Alltag. Stoffgeschichten und Kritikalitätsbewertungen. In: Müller, Markus M.; Hemmer, Ingrid & Trappe, Martin (Hrsg.): Nachhaltigkeit neu denken. Rio+X: Impulse für Bildung und Wissenschaft. München: oekom. S. 167-172. Schmidt, Claudia; Marschall, Luitgard & Reller, Armin (2014): Mit Stoffgeschichten Kreisläufen und Zusammenhängen auf der Spur. In: Praxis Geographie (4). Braunschweig: Westermann, S. 24-28.

Beschreibung

Entscheidungen spielen im Kontext von Nachhaltigkeit und Ressourcenfragen eine bedeutende Rolle, denn um zukunftsfähig handeln zu können, müssen Entscheidungssituationen zunächst erkannt, dann reflektiert und beurteilt werden, um anschließend unter den möglichen Optionen und deren Konsequenzen entscheiden zu können – und das unter allen Bedingungen der komplexen Situationen, in denen dies notwendig ist. Für „nachhaltige Entscheidungen“ müssen deshalb neue Kommunikations- und Vermittlungskonzepte entwickelt werden, um transparente und handlungsanleitende Prozesse zu ermöglichen.

Das hier geförderte Projekt gliedert sich eng an das Habilitationsprojekt „Ressource Bildung“ (Dr. Claudia Schmidt) an, dessen Ziel es ist, ein didaktisches Konzept zur Entscheidungsfindung zu entwickeln, das in der pädagogischen Praxis (Aus- und Weiterbildung) Umsetzung finden und bei Entscheidungssituationen unterstützen kann.
Entscheidungsforschung per se hat sich mittlerweile in vielen Disziplinen etabliert und wird fachspezifisch intensiv erforscht, doch gerade im Hinblick auf nachhaltige Entscheidungen, welche für vielfältige Kontexte (Ressourcenfragen, Klimawandel, u.v.m.) immer drängender werden, besteht Forschungsbedarf. Im Habilitationsprojekt werden bisherige Entscheidungstheorien analysiert, bewertet und um die Aspekte von Nachhaltigkeit und den Umgang mit essenziellen Ressourcen erweitert, um auf dieser Basis eine didaktische Vorgehensweise zu entwickeln, welche die notwendigen Perspektiven berücksichtigt.
Diese wird mit Hilfe der beantragten Fördermittel praxistauglich umgesetzt, um ein Erhebungsinstrument zu entwickeln und im Sinne einer Vorstudie zu evaluieren. Die Daten und Informationen sollen anschließend als Grundlage für einen größeren Drittmittelantrag (z.B. DFG) dienen, bei welchem das Konzept für unterschiedliche Zielgruppen (Aus- und Weiterbildung in Schule, Universität, Betrieb, etc.) eingesetzt und evaluiert werden wird.

Publikationen:

  • Schmidt, Claudia: Entscheidungen im Alltag – Stoffgeschichten und Kritikalitätsbewertungen. Tagungsbeitrag „Rio + 20: Nachhaltigkeit neu denken“. Universität Ingolstadt-Eichstätt (im Druck).
  • Schmidt, Claudia; Marschall, Luitgard & Reller, Armin: Mit Stoffgeschichten Kreisläufen und Zusammenhängen auf der Spur. In: Praxis Geographie (im Druck).
  • Marschall, Luitgard; Schmidt, Claudia & Soentgen, Jens (2013): Stoffgeschichten: Ein Instrument zur Analyse und Kommunikation stoffbezogener Themen. In: Reller, A.; Marschall, L.; Meissner, S. & Schmidt, C. (Hrsg.): Ressourcenstrategien: Eine Einführung in den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. S. 195-210.
  • Schmidt, Claudia & Reller, Armin (2012): Bewerten lernen durch Stoffgeschichten und Kritikalitätsanalysen. In: Naturwissenschaften im Unterricht - Chemie. Jg. 23, H. 127, S. 44 - 47. Seelze.