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Godly Play


Godly Play - Ein Konzept zum spielerischen Entdecken von Bibel und Glauben

 

Am Lehrstuhl für evangelische Religionspädagogik Augsburg wird das Konzept von Godly Play in die Seminare und Vorlesungen eingebunden. Den Studierenden soll die Möglichkeit eröffnet werden, die theologische Fundierung und methodische Grundsätze des Konzeptes für ihre religionsdidaktische Arbeit nutzbar zu machen. Grundsätzlich ist für das praktische Arbeiten ein Zertifizierungskurs bei Godlyplay deutsch e.V. notwendig. Frau Prof. Elisabeth Naurath, Frau Dr. Kathrin S. Kürzinger und Herr Andreas Thom M.A. sind hierfür die regionalen Ansprechpartner als zertifizierte Godly Play ErzählerInnen.

 

Was ist Godly Play?

Godly Play verbindet die theologische Überzeugung, dass sich Gott im Leben eines jeden Menschen erfahrbar machen will, mit dem pädagogischen Konzept von Maria Montessori. Godly Play ermutigt Jugendliche und Erwachsene zum Theologisieren und traut ihnen zu, Gott spielend und hörend, feiernd und gestaltend, staunend und redend zu begegnen. Godly Play will zu konstruktiver Selbststeuerung helfen, und beachtet dabei besonders das Spiel als Hauptform kindlicher Welterschließung und Weltdeutung.

Geschichten:

Glaubensgeschichten wollen ein Gefühl von Identität und Zugehörigkeit im Glauben vermitteln. Manche dieser Geschichten werden in einer „Wüstenkiste“ gespielt. Gleichnisse nutzen alltägliche Lebensbilder, um unsere kreativen Interpretationen des Reiches Gottes herauszufordern. Die Materialien dazu werden in goldenen Schachteln aufbewahrt, um ihren Charakter als kostbares Geschenk zu symbolisieren, das dennoch dem Verstehen manchmal verschlossen bleibt. Geschichten zum liturgischen Handeln verbinden Lebenszeit und –raum mit den Zeichen der Kirche, wie dies etwa die Sakramente tun. Alle drei Genres wurzeln in der Stille, dem vierten Genre, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefen in eine Idee, eine Beschäftigung, eine Begegnung mit Gott.

 

Beziehungen:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen einen geschützten Raum, wenn sie Erfahrungen existentieller Begegnungen von Selbst, Welt und Gott machen wollen. Besonders wichtig sind hierfür die Beziehungen, die die Teilnehmer untereinander und zu den anwesenden Godly Play-Erzählerinnen bzw. -Erzählern erleben können. Im Konzept von Godly Play prägen die Beziehungen, zusammen mit Raum, Zeit und Materialien, das non-verbale Lernen durch ein Gefühl von Präsenz und Verlässlichkeit.

In Entsprechung zur Montessori-Pädagogik besteht die Hauptarbeit der Godly Play-Erzählerinnen bzw. –Erzählern bzw. der Türperson im intensiven Wahrnehmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um sie in ihren subjektiven Lerninteressen, -wegen und –rhythmen unterstützen zu können. Die theologische Produktivität der Mitwirkenden wird zutiefst respektiert – die partizipierenden Kinder, Jugendlichen bzw. Erwachsenen stehen in der Mitte! Das Verhältnis zwischen den Beteiligten lässt sich als „gegenseitiges Segnen“ bezeichnen.

 

Raum und Zeit:

Godly Play betrachtet die Grundstruktur des christlichen Gottesdienstes als eine bewährte Form, mit Gott zu kommunizieren. Deshalb umfasst eine Einheit vier Phasen: Im Ankommen und Kreis-Bilden wachsen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinein in die Ruhe des Raumes. Im gemeinsamen Hören, Sehen und Sprechen finden die Beteiligten ihren Weg in eine Geschichte. Danach kann jede/r  Partizipierende eine eigene Reaktion in einer ausgiebigen Kreativphase gestalten. Einem kleinen, gemeinsamen Fest mit der Möglichkeit zur Reflexion bzw. zum Gebet folgt die persönlich-zusprechende Verabschiedung.

In Raum und Zeit, mit Sprache und Beziehungen wird die Vorstellungskraft herausgefordert; demnach man kann Godly Play als ein „imaginatives Konzept religiöser Bildung“ bezeichnen. 

 

 

Weitere Informationen, Quelle und Rechte:

Godly Play deutsch e.V.

http://www.godlyplay.de





Kontakt zu regionalen Godly Play ErzählerInnen:

Prof. Dr. Elisabeth Naurath

Foto_Naurath

elisabeth.naurath@phil.uni-augsburg.de

Dr. Kathrin S. Kürzinger

kathrin.kuerzinger@phil.uni-augsburg.de

Andreas Thom, M.A.

andreas.thom@phil.uni-augsburg.de