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Promotionsprojekt Steffen Mark Schwarz


Das Desiderat eines wirkungsvollen Education-Modells: Dargestellt am Beispiel eines Orgelführungsprojektes als Angebot einer Kirchengemeinde in Kooperation mit allgemein bildenden Schulen.


Die Projektidee entstammt dem eigenen kirchenmusikalischen Praxisfeld als Kantor, Organist und Musikpädagoge.

Es sollen Erkenntnisse darüber erhalten werden:

a) welches Musikvermittlungsangebot (Orgelführung/Workshop), in derÜbertragung bzw. Modifizierung von der Orchesterarbeit ausgehend, Kindern und Jugendlichen konkret zur Verfügung gestellt wird,

b) nach welchen Kriterien das Angebot entwickelt, didaktisch strukturiert und altersgemäß präsentiert wird und

c) welchen Einfluss die Rezeption im Blick auf Nachhaltigkeit und persönliche Urteils- und Meinungsbildung der Kinder und Jugendlichen nimmt. Das meint auch, welche allgemeinen Rückschlüsse können für Evaluationen im künstlerischen Bereich (Musik/Bildende Kunst) grundsätzlich gezogen werden.

Zuletzt soll untersucht werden, welche Folgerungen aus den durch die Evaluierung erzielten Ergebnissen für die vermittelnde Praxis gezogen werden können.

Die Durchführung von Orgelführungen zur Datenerhebung, im Blick darauf, was sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelt, ist die Grundlage meiner Arbeit. Musikvermittlungsangebote umfassen ein großes Spektrum und die konkreten nachhaltigen Auswirkungen sind zunächst kaum messbar. Um bei möglichst vielen Gruppen in großem Umfang ein „Meinungsbild“ über eine Qualität der Vermittlungsangebote zu sichten, ist das Mittel der Wahl in der Regel ein Evaluationsbogen. Häufig gestalten sich Datenerhebung und Auswertung schwierig, weil die Ergebnisse der Rezipienten auf Grund ihrer persönlichen Unterschiedlichkeit nur eine relative Gemeinsamkeit aufweisen. Bereits die Konzeption eines entsprechenden Datenerhebungsbogens erfordert einen möglichst weit gespannten Frageradius mit dem Ziel, dennoch detaillierte Antworten zu erhalten. Diese sollen aussagekräftig sein und einen weiteren Ausblick ermöglichen. Meine These lautet: Musikalische Inhalte sind grundsätzlich vermittelbar! Es gilt nachzuweisen in welchem Maße und ob eine Aussage getroffen werden kann über den Verlauf der individuellen Wahrnehmungsprozesse. Vorausgesetzt wird dabei, dass der Prozess des Erkennens das Erkannte maßgeblich bestimmt.

 

Fragen an die Didaktik einer Orgelführung im Allgemeinen:

  • Erkenntnis: Objektiv, als Voraussetzung (geschlossener Prozess/extrinsisch)
  • Erkenntnis: Subjektiv, als Ziel (offener Prozess/intrinsisch)

Der Versuch den Erkenntnisbegriff zu klären provoziert in einem weiteren Schritt die Frage nach der Fähigkeit zur Erkenntnis.

 

„Alles, was erkannt wird, wird erfasst nicht nach seiner eigenen Kraft, sondern vielmehr nach der Fähigkeit der Erkennenden.“ (Boëthius, Consolatio Philosophiae) Dabei spielen sowohl Individualität der Probanden als auch ihre Disposition eine wichtige Rolle. Daraus sind Folgerungen zu ziehen, wie sinnliche Wahrnehmung ausgebildet und gefördert werden kann. Eine den Rezipienten noch unbekannte und nicht erkennbare Realität trifft auf das innere, emotional-kognitive System des Beobachters. Im ursprünglichen Zusammenhang geht es also um die zentrale Schnittstelle der sinnlichen Erkenntnis der Welt und sich selbst.

Im Rahmen der Vermittlungstätigkeit bei Orgelführungen wird mit geeigneten wissenschaftlichen Methoden der Frage nachgegangen, aus welchen somatischen, affektiven, emotionalen und kognitiven Wurzeln sich Vorstellungsvermögen und Kreativität der Teilnehmer speisen und mit welchen wissenschaftlichen Methoden diese evaluiert werden können.

 

Ansprechpartner

Steffen Mark Schwarz, Marktstraße 52, 72458 Albstadt