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Promotionsprojekt Barbara Müller


"A cappella war schon immer cool!" - Die aktuelle A-cappella-Ensemble-Szene in Deutschland dargestellt in einer Untersuchung von bayerischen Gruppen


Gegenstand dieses Forschungsprojekts sind A-cappella-Gruppen in Bayern, kleine Ensembles, die in einer Besetzung von vier bis 12 Sängern auftreten. Das gesamte Spektrum von E- bis U-Musik abdeckend, entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten eine bisher noch kaum wissenschaftlich dokumentierte sehr lebendige musikalische Praxis, die sich z. B. in neu gegründeten Festivals, Online-Communities und sogar in den Popmusik-Charts niederschlägt.

„A cappella war schon immer cool!“ – So lautet der Kommentar eines Workshopteilnehmersbeim Vocal Jazz Summit in Mainz 2009, ein Festival der Vocal Jazz Szene.Dabei klingen gleichzeitig zwei wichtige Aspekte des Forschungsprojekts an. Einerseits deraktuelle Bezug: die A cappella Szene boomt, nicht nur im Jazz, genreübergreifend und in allen denkbaren Besetzungskonstellationen menschlicher Stimmen. Andererseits hat dieser Boom historische Wurzeln, die u. a. im amerikanischen Gospel/Spiritual, Barbershop und Jazz liegen. Das Forschungsprojekt, eine Dissertation im Fach Musikpädagogik mit dem Arbeitstitel " 'A cappella war schon immer cool!' - Die aktuelle A-cappella-Ensemble-Szene in Deutschland dargestellt in einer Untersuchung von bayerischen Gruppen", möchte dieser Entwicklung der letzten Jahrzehnte wissenschaftlich Rechnung tragen. Beleuchtet werden dabei die für die Gattung einflussreichen Musikstile und wichtige Gruppen wie z.B. die Revelers, nach deren Vorbild sich die Comedian Harmonists in Deutschland gründeten. Die Renaissance dieses berühmten Vokalensembles, das übrigens nie im klassischen Sinn „A cappella“ aufgetreten ist, die zahlreichen Nachahmer-Gruppen sowie weitere Pioniere in Deutschland wie z.B. Sechszylinder oder die auch in den Popcharts erfolgreichen Wise Guys führte zu der Bildung einer neuen Musikszene, die im Gegensatz zum Chorbereich bisher kaum wissenschaftlich beachtet noch statistisch erfasst ist. Erst in jüngster Zeit wenden Organisationen wie z.B. der Deutsche Musikrat durch die Zulassung kleiner Ensembles von vier bis 12 Mitgliedern beim Deutschen Chorwettbewerb diesem Trend verstärkt ihre Aufmerksamkeit zu. Als weiteren Bestandteil der Charakterisierung dieses äußerst lebendigen Teils der deutschen Kulturlandschaft werden die wichtigsten Ensembles in Deutschland sowie zentrale Persönlichkeiten, bestehende Festivals, Wettbewerbe und Organisationen zusammengetragen. Ausgehend von den Teilnehmern des Bayerischen Chorwettbewerbs sollen mittels eines Fragebogens derzeit aktive A-cappella-Gruppen aller Stile in Bayern erfasst bzw. im Schneeballsystem aufgefunden werden. In dieser explorativ-quantitativen Untersuchung werden zu verschiedenen Themenkomplexen, wie z.B. zu Repertoirebildung (Arrangements, Eigenkompositionen etc.) und Besetzung (Männer-Frauen-Verhältnis, Stimmgattungen), anschließend Hypothesen gebildet als Basis für weitere wissenschaftliche Beschäftigung.

Ansprechpartner

Barbara Müller, Schweidnitzer Str. 13, 80997 München