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Teilstudie: Spielzeug und Diversity

Gegenwärtig wird Spielzeug sehr häufig speziell für Mädchen oder Jungen produziert. Darüber hinaus sind die meisten der gegenwärtig erhältlichen Spielzeuge und Spielfiguren entsprechend vorherrschender Normalitätsvorstellungen westlicher Gesellschaften gestaltet. Das heißt, dass sie meist weiß, ohne (körperliche) Beeinträchtigung, schlank und jung sind. Sie tragen zudem teure Kleidung und gehen gut bezahlten Berufen nach. Kinder, die selbst oder deren familiäre Lebenswelten diesen Vorstellungen nicht entsprechen, finden wenig oder keine Identifikationsmöglichkeiten im aktuellen Spielzeugangebot. Es gerät aus dem Blick, dass diversity-sensibles Spielzeug Kinder im Rahmen einer Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung© (bspw. Wagner, 2013) für den Umgang mit Vielfalt und bezüglich Benachteiligungen, Gerechtigkeit und Fairness in der Gesellschaft sensibilisieren kann.

Im Teilprojekt wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie Kinder auf Spielzeuge, die neben Geschlecht andere Diversity-Dimensionen – wie Hautfarbe, Behinderung, Krankheit, Körperform, Alter, Berufe – berücksichtigen, reagieren und wie sie mit ihnen spielen. Das Projekt wird momentan in einer frühpädagogischen Einrichtung mit inklusivem Profil durchgeführt.

Das Projekt beinhaltet (I) die Analyse des aktuellen Spielwarenangebots unter der Berücksichtigung der Diversity-Perspektive, (II) einen pädagogisch-praktischen Teil und (III) die empirische Untersuchung des Umgangs mit diversity-sensiblem Spielzeug.

(I) Der Frage, ob und welche Diversity-Dimensionen im aktuellen Spielwarenangebot Berücksichtigung finden, wird durch die quantitative Analyse von Spielzeugkatalogen nachgegangen.

(II) Da der Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung darauf verweist, dass es gezielter und aktiver Interventionen der pädagogischen Fachkräfte bedarf, damit Kinder positive Haltungen gegenüber Unterschieden entwickeln können (Wagner, 2001), wurde ein pädagogisches Konzept zur Einführung von diversity-sensiblen Spielzeugen entwickelt und in der teilnehmenden Einrichtung angewendet. Die gesammelten Erfahrungen fließen in die Entwicklung eines Leitfadens für pädagogische Fachkräfte ein.

(III) Ob und wie Kinder mit diversity-sensiblem Spielzeug spielen, wird mittels teilnehmender Beobachtung der Freispielzeit und der Befragung der pädagogischen Fachkräfte im Rahmen von Gruppendiskussionen untersucht.