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Einwandererfamilien in Deutschland - Migration und Gender

"Wenn das, was man bisher als Hauptwerke abendländischer Tradition ansah, fast durchweg die Produkte einer speziellen Gruppe von Individuen waren, nämlich besitzhabenden, weißen, europäischen und nordamerikanischen Männern, wie repräsentativ sind dann ihre Ansprüche, wie umfassend ihre Botschaft, wie unvoreingenommen ihre Sicht?" Sheila Benhabi

FAFRA

Das Forschungsprojekt FAFRA »Familienorientierung, Frauenbild, Bildungs- und Berufsmotivation von eingewanderten und westdeutschen Frauen und Familien in interkulturell-vergleichender Perspektive« fand von Anfang der 1990iger Jahre ab an der Universität Osnabrück statt (DFG-gefördert 1990-1997). FAFRA war im DFG-Forschungsschwerpunktprogramm FABER ‚Folgen der Arbeitsmigration für Bildung und Erziehung‘ angesiedelt. Ausgehend vom Fachgebiet Erziehungswissenschaft/Frauenforschung an der Universität Osnabrück und in Kooperation mit dem IMIS (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien) wurde mit den Fragestellungen von FAFRA erstmals für den deutschsprachigen Kontext die Kategorie der Ethnizität mit der Kategorie Geschlecht systematisch theoretisch verbunden und empirisch breit untersucht. Wichtiger Ausgangspunkt waren Carol Hagemann-Whites theoretische Arbeiten, die sich in der Begrifflichkeit und ihren Darlegungen zur ‚Kultur der Zweigeschlechtlichkeit’ verdichten (bspw. Carol Hagemann-White, 1988) sowie die Arbeiten von Klaus J. Bade, insbesondere seine migrationstheoretischen Konzepte.  Das interdisziplinäre und multikulturelle Forschungsteam FAFRA kam zu Ergebnissen, die zu diesem Zeitpunkt bahnbrechend und innovativ waren, vielfach rezipiert wurden und von heute aus betrachtet immer noch wegweisend sind, da es bis dato nicht viele empirische Arbeiten gibt, die mit vergleichbarer theoretischer und empirischer Präzision die Lage, die Einstellungen und die Sozialisationsleistungen von Migrantenfamilien, Männern, Frauen und Jugendlichen, untersucht haben bzw. untersuchen. Die Studie FAFRA gilt heute, 2011, als Referenzstudie in diesem Themenbereich, und ist auch insofern von hoher Relevanz für die aktuelle Forschung über Migranten und ihre Familien, als die Konzepte von Mutterschaft und Vaterschaft, sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erstmals systematisch kulturvergleichend betrachtet wurden. Weitere Themen waren: Mutterschaft und weibliches Selbstkonzept, Vaterschaft und Migration, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Geschlechtsrollentypisierungen, Stereotype und sozialer Vergleich, Jugend, Adoleszenz und Migration. Wir untersuchten Migrantinnen im Vergleich zu damals ‚westdeutschen’ Frauen, Migranten als Väter im Vergleich zu ‚westdeutschen Männern‘. Untersuchungsgruppen waren Familien aus der Türkei, Familien aus der ehem. Sowjetunion und nicht gewanderte Familien; im weiteren Verlauf Jugendliche mit Migrationshintergrund.

 

Im Folgenden finden sich zusammenfassend einige Forschungsergebnisse aus den ersten Phasen der FAFRA-Forschung:

Für die gesamten Einstellungsbereiche lässt sich in den Gruppen der befragten Frauen aus der Türkei und auch der Aussiedlerinnen aufgrund unserer Befragungen feststellen, dass sie sich häufig entgegengesetzt zu den Einstellungskonstruktionen der westdeutschen Befragten äußern. Sie bilden Zusammenhänge und stellen eine Art von gleichgelagerten Dimensionierungen her, die der 'dichotomen Optik' des westlichen Denkens entgegensteht. Die Dimensionalität der von ihnen gebildeten Konstrukte (ebenso wie die hergestellten Verknüpfungen) stellt sich durchgängig anders dar als die der westdeutschen Frauen. Für den Bereich der Geschlechtstypisierung lässt sich festhalten, dass sie keine entgegengesetzten, dichotomen Dimensionen im Selbstkonzept zum Ausdruck bringen, sondern Weiblichkeit (FEM) und Männlichkeit (MAS) sind (nach der BEM-Skala) koexistierende Konzepte. Sie stehen darüber hinaus auch nicht im Gegensatz zu den sog. 'traditionellen' Mutterschaftskonzepten.

Eine 'klassisch-weibliche' Haltung zu Mutterschaft war für Einwanderinnen nicht damit gleichzusetzen, dass sie sich in ihrem Selbstkonzept stereotypisch 'weiblich' (im westlichen, expressiven Sinne) klassifizieren. Wie weiterführende, faktorenanalytische Auswertungen zur BEM-Skala zeigten, ergaben sich einerseits für die Befragten aus der Türkei, andererseits für die befragten Aussiedlerinnen Weiblichkeitsbilder bzw. Frauenbilder, die gänzlich andere Elemente enthalten, als sie aus den westlichen Stereotypisierungen bekannt sind: Frauen aus der Türkei zielten in ihrem Weiblichkeitsbild auf die familiäre, durchaus machtvolle Position der Frau ab, Aussiedlerinnen entwarfen ein berufs- und arbeitsweltorientiertes Weiblichkeitsbild. Damit erwies sich unsere Hypothese über die unterschiedlichen Selbstkonzeptionen von Frauen aus Gesellschaften mit andersartigen Geschlechterverhältnissen als bestätigt. Die Einstellungen der Befragten aus der Türkei und die der befragten Aussiedlerinnen verweisen, wie besonders in dem Bereich Mutterschaft deutlich wird, auf eine nicht-westliche Modernität, die durch die FAFRA-Forschung im deutschsprachigen Raum erstmals empirisch belegt werden konnte.

Die Ergebnisse zur Geschlechtstypisierung der Befragten, in Kombination mit ihren Einstellungen zu Mutterschaft und Erziehung, verbunden mit alltagspraktischen Organisationsfragen, ergaben ein komplexes Bild der Einstellungen, aber auch der Lebenslage von Einwanderinnen. Damit wurden die Universalien und Begrifflichkeiten der bis dato im deutschsprachigen Raum dominanten Frauenforschung in ihren Konzepten in Frage gestellt – die Emanzipation schien in dieser Sicht als eine westliche ‚Tradition’, traditionelle Frauenbilder und traditionelle biographische Entwürfe - bis hin zur Unterdrückung der Frau - wurden an alle nicht-westlichen Frauen delegiert. Dies hatte groteske Missverständnisse zur Folge, so unter anderem das weit verbreitete Klischeebild von der Migrantin als Hausfrau, eine Frau, die abhängig vom Mann, nicht über den Tellerrand ihrer engen traditionellen Welt hinausschaut…

Mit den FAFRA-Forschungen wurden die Ansatzpunkte der in öffentlichen wie in wissenschaftlichen Diskursen weit verbreiteten Modernisierungstheorie und deren „Überheblichkeit“ in Frage gestellt. Es wurde die Basisentscheidung getroffen, die Geschlechterverhältnisse der Herkunftsgesellschaften der von uns untersuchten Gruppen von Einwanderinnen einzubeziehen und andererseits die Aufnahmegesellschaft theoretisch einzufangen und systematisch kritisch zu beleuchten. Dies erwies sich von großer Bedeutung, da auf diese Weise die Interpretation der empirischen Ergebnisse eine Komplexität und Dichte erhalten konnte, die ohne einen solchen Bezugrahmen nicht möglich ist. Viele Einstellungsbereiche waren nur im Kontext der Herkunftsgesellschaften erklärbar, andere wiederum nur in der Erfassung der durch die Konfrontation mit der Aufnahmegesellschaft sich ergebenden Spannungsfelder im Erleben von Einwanderinnen/Migrantinnen im jeweiligen Migrationskontext.

Im Vergleich zu den westdeutschen Frauen konnten sowohl die Einstellungen der Einwanderinnen relativiert bzw. auf sie bezogen werden und die Konzepte der westdeutschen Frauen konnten in der Konfrontation mit den Einwanderinnen in neuem Licht erscheinen. Durch dieses Design ergab sich nicht nur eine kulturvergleichende Untersuchung, sondern die Forschung bot vielfältigen Anlass für eine 'kulturkritische' und gesellschaftskritische Sicht.

Das Bild der sog. ‚fremden’ Frau hat sich in der deutschsprachigen Medienlandschaft nicht wesentlich verändert. Die Kopftuchthematik ist weiterhin von besonderem Interesse, Stereotypisierungen sind an der Tagesordnung, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie öffentliche Diskurse sind davon nicht frei. Dennoch hat sich die wissenschaftliche Bearbeitung der Frauen- und Geschlechterforschung für die o.g. Fragestellung sensibilisiert. Heute erscheinen Arbeiten, die weit differenzierter vorgehen. Die integrale Analyse von Achsen strukturierter Ungleichheit und kultureller Differenz sind die Zielsetzung, dennoch gibt es die Problematik, dass Ethnizität und Geschlecht nicht allein als Identitätskonstrukte zu denken sind, also auf der Subjektebene angesiedelt werden können (wie Cornelia Klinger und Gudrun Axeli-Knapp richtig einwenden), sondern gesellschaftstheoretisch bzw. makrotheoretisch zu begründen bzw. mit einer solchen Perspektive zu versehen sind. Es geht nicht alleine um individuelle Erfahrungswelten, um sog. Betroffenheit durch Geschlecht, Klasse oder Ethnie und Diskriminierung, sondern darum, die Achsen der Ungleichheit in den Blick zu nehmen (vgl. ebd. Europäische Revue, Nr. 29, 2005). Insofern war das Forschungsprojekt FAFRA wegbereitend für eine solche Perspektivenerweiterung. 

 

Publikationen im Rahmen des Forschungsprojektes FAFRA:

 

Herausgeberschaften

Herwartz-Emden, Leonie (Hrsg.): Einwandererfamilien. Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000 und 2002

 

Artikel in Zeitschriften

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Frauen und Männer, Mütter und Väter: Empirische Ergebnisse zu Veränderungen der Geschlechterverhältnisse in Einwandererfamilien. Zeitschrift für Pädagogik 45, 1999, Heft 6, S. 885-902
Herwartz-Emden, Leonie: Die Bedeutung der sozialen Kategorien Geschlecht und Ethnizität für die Erforschung des Themenbereiches Jugend und Einwanderung. Zeitschrift für Pädagogik 43, 1997, Heft 6, S. 895-913

Herwartz-Emden, Leonie: Erziehung und Sozialisation in Aussiedlerfamilien: Einwanderungskontext, familiäre Situation und elterliche Orientierung. Aus Politik und Zeitgeschichte, 1997, Band 7-8, S. 3-9

Herwartz-Emden, Leonie: Ausländische Familien in Deutschland – Stereotypen und Alltagsrealitäten. Lernen in Deutschland. Zeitschrift für Interkulturelle Erziehung – Journal of Intercultural Education, 1997, Heft 1, S. 10-22

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Konzepte mütterlicher Erziehung in Einwanderer- und Migrantenfamilien – Ergebnisse einer interkulturellen Studie. Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie 17, 1997, Heft 1, S. 56-73

Herwartz-Emden, Leonie: Die Gestaltung von Mutterschaft und Erziehung im Prozess der Einwanderung. Frauen in der Einen Welt – Zeitschrift für interkulturelle Frauenalltagsforschung, 1996, Heft 1, S. 76-93

Herwartz-Emden, Leonie: Methodologische Überlegungen zu einer interkulturellen empirisch-erziehungswissenschaftlichen Forschung. Zeitschrift für Pädagogik 41, 1995, Heft 5, S. 745-764

Herwartz-Emden, Leonie: Interkulturelle Erziehung und Vergleichsorientierung – Folgerungen aus einem empirischen Forschungsprojekt mit deutsch-sowjetischen Aussiedlern. Bildung und Erziehung 48, 1995, Heft 3, S. 331-350

Herwartz-Emden, Leonie: Konzepte von Mutterschaft und Weiblichkeit. Ein Vergleich der Einstellungen von Aussiedlerinnen, Migrantinnen und westdeutschen Frauen. Zeitschrift für Frauenforschung 13, 1995, Heft 3, S. 56-70

Herwartz-Emden, Leonie: Geschlechterverhältnisse und Mutterschaft in einfachen und modernen Gesellschaften. Neue Sammlung 35, 1995, Heft 3, S. 47-64

Gümen, Sedef / Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als weibliches Lebenskonzept: Eingewanderte und deutsche Frauen im Vergleich. Zeitschrift für Pädagogik 40, 1994, Heft 1, S. 63-80

Herwartz-Emden, Leonie: Minoritäten in Stadt und Schule: Puertoricaner und Asiaten in Philadelphia. Zeitschrift für internationale erziehungs- und sozialwissenschaftliche Forschung 10, 1993, Heft 2, S. 197-230

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Bildungserwartungen und Berufsmotivation von Aussiedlerinnen aus der ehemaligen Sowjetunion. Unterrichtswissenschaft 21, 1993, Heft 2, S. 106-125

Herwartz-Emden, Leonie: Migrantinnen und ihre Familien in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Bericht zum Forschungsstand. Ethnizität und Migration 2, 1991, Heft 7, S. 5-29

 

Artikel in Sammelbänden

Herwartz-Emden, Leonie / Riecken, Andrea: Frauen in der Migration. In: Alexa Franke; Anette Kämmerer (Hrsg.): Klinische Psychologie der Frau. Ein Lehrbuch. Göttingen: Hogrefe 2001, S. 577-607

Herwartz-Emden, Leonie: Einleitung: Geschlechterverhältnis, Familie und Migration. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000, S. 9-50

Herwartz-Emden, Leonie: Datenerhebung und Datenanalyse: das Forschungsprojekt FAFRA. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000, S. 53-83

Herwartz-Emden, Leonie: Konzepte von Mutterschaft und Weiblichkeit. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000, S. 85-98

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Konzepte mütterlicher Erziehung. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000, S. 99-120

Herwartz-Emden, Leonie / Gümen, Sedef / Westphal, Manuela: Vereinbarkeit von Beruf und Familie als weibliches Selbstkonzept. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 2000, S. 207-231

Herwartz-Emden, Leonie: Jugendliche in Familie, Freizeit und Schule. In: Kommission der Bundesregierung für den 6. Familienbericht (Hrsg.): Empirische Beiträge zur Familienentwicklung und Akkulturation. Materialien zum 6. Familienbericht. Band I. Opladen: Leske & Budrich 2000, S. 229-271

Herwartz-Emden, Leonie: Geschlecht. In: Woge e.V. & Institut für Soziale Arbeit e.V. (Hrsg.): Handbuch der Sozialen Arbeit mit Kinderflüchtlingen. Münster: Votum Verlag 1999, S. 64-71

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Methodische Fragen in interkulturellen Untersuchungen. In: Bernhard Nauck; Ingrid Gogolin (Hrsg.): Migration, gesellschaftliche Differenzierung und Bildung. Opladen: Leske & Budrich 2000, S. 53-76

Herwartz-Emden, Leonie: Adressatenspezifität bei Interviews und Gruppeninterviews in der interkulturellen Forschung. In: Jean Luc Patry; Franz Riffert (Hrsg.): Situationsspezifität in pädagogischen Handlungsfeldern. Innsbruck: Studien Verlag 2000, S. 55-80

Herwartz-Emden, Leonie: Zentrale Probleme interkultureller Erziehung im deutschen Bildungssystem. In: Claudia Solzbacher; Christine Freitag (Hrsg.): Wege zur Mündigkeit – Herausforderungen pädagogischer Professionalisierung. Osnabrück: Rasch Verlag 1999, S. 157-173

Herwartz-Emden, Leonie: Migration und soziokulturelle Lebenswelt. Konfrontation und Veränderung. In: Christian Büttner; Urte Finger-Trescher; Harald Grebe; Heinz Krebs (Hrsg.): Brücken und Zäune – Interkulturelle Pädagogik zwischen Fremdem und Eigenem. Gießen: Psychosozial Verlag 1998, S. 27-51

Herwartz-Emden, Leonie: Migrantenfamilien als Thema der Familienarbeit und Familienpolitik. In: Laszlo A. Vaskovics; Heike Lipinski (Hrsg.): Familiale Lebenswelten und Bildungsarbeit. Band II: Ehe und Familie im sozialen Wandel. Interdisziplinäre Bestandsaufnahme. Opladen: Leske & Budrich 1997, S. 183-226

Herwartz-Emden, Leonie: Öffentlichkeit, Multikulturalität, Geschlechterverhältnis. In: Ingrid Gogolin; Marianne Krüger-Potratz; Meinert A. Meyer (Hrsg.): Pluralität und Bildung. Schriften der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Opladen: Leske & Budrich 1998, S. 63-85

Herwartz-Emden, Leonie: Interkulturelle Forschungsfragen: Eine Herausforderung an die Methoden der empirischen Erziehungswissenschaft. In: Folker Schmidt (Hrsg.): Methodische Probleme der empirischen Erziehungswissenschaft. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 1997, S. 165-180

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Die fremden Deutschen: Einwanderung und Eingliederung von Aussiedlern in Niedersachsen. In: Klaus J. Bade (Hrsg.): Fremde im Land: Zuwanderung und Eingliederung im Raum Niedersachsen seit dem Zweiten Weltkrieg. Osnabrück: Rasch Verlag 1997, S. 167-212

Herwartz-Emden, Leonie / Gümen, Sedef: Selbst- und Fremdbilder von Aussiedlerinnen, Einwanderinnen aus der Türkei und westdeutschen Frauen im sozialen Vergleichsprozess – Methodische Aspekte eines Stereotypen-Inventars. In: Renate Möller; Jürgen Abel; Georg Neubauer; Klaus-Peter Treumann (Hrsg.): Kindheit, Familie und Jugend. Ergebnisse empirischer pädagogischer Forschung. Münster und New York: Waxmann 1996, S. 116-129

Gümen, Sedef / Herwartz-Emden, Leonie: Ethnische Stereotypen, Fremdheit und Abgrenzung. In: Frieden und Wissenschaft. Osnabrücker Jahrbuch 3/1996 für Frieden und Wissenschaft, Osnabrück: Rasch Verlag 1996, S. 181-197

Herwartz-Emden, Leonie: Geschlechtsrollenmessung in der interkulturellen Forschung. In: Richard Olechowski; Brigitte Rollett (Hrsg.): Theorie und Praxis: Aspekte empirisch-pädagogischer Forschung. Frankfurt a. M.: Lang 1994, S. 204-211

Herwartz-Emden, Leonie: Geschlechts- und ethnischspezifische Identitätsbildung von eingewanderten und deutschen Frauen. Weibliche Selbstbilder: Gender und Ethnizität. In: Heiner Meulemann; Agnes Elting-Camus (Hrsg.): 26. Deutscher Soziologentag. Lebensverhältnisse und soziale Konflikte im neuen Europa. Sektionen, Arbeits- und Ad hoc-Gruppen. Opladen: Westdeutscher Verlag 1993, S. 438-440

Gümen, Sedef / Herwartz-Emden, Leonie: Zur Problematik der Validität im interkulturellen Vergleich. In: Christian Tarnai (Hrsg.): Beiträge zur empirischen pädagogischen Forschung. Münster / New York: Waxmann 1993, S. 67-79

 

Expertisen

Herwartz-Emden, Leonie (unter Mitarbeit von Manuela Westphal; Mareike Wehmann; Sabine Rehse): Akkulturationsstrategien im Generationen- und Geschlechtervergleich bei eingewanderten Familien. Expertise für den 6. Familienbericht der Bundesregierung (Kurzfassung). Universität Konstanz/DJI München 1999

Herwartz-Emden, Leonie: Expertise „Migrantenfamilien als Thema der Familienarbeit und Familienpolitik“ Projekt ‚Ehe und Familie im sozialen Wandel‘, Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland (AKSB), Osnabrück 1996 [Veröffentlichung der gekürzten Fassung in: Laszlo A. Vaskovics; Heike Lipinski (Hrsg.): Familiale Lebenswelten und Bildungsarbeit. Band II: Ehe und Familie im sozialen Wandel. Interdisziplinäre Bestandsaufnahme. Opladen: Leske & Budrich, 1997 S. 183-226]

 

Veröffentlichungen in der Weiterbildung / Politischen Bildung

Kulturarbeit / Tagungsdokumentationen / Universitätszeitschriften

Herwartz-Emden, Leonie: Acculturation and integration of children with an immigrant background – the example of the ‘Aussiedler’ in Germany. In: Institute for the Greek Diaspora Education and Intercultural Studies (Ed.): Intercultural Education in an Enlarged Europe. Conference Report. Athens: 2003

Herwartz-Emden, Leonie: „Sie sollen es besser haben“. Betrifft. Zeitschrift der Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen 1999, Heft 2, S. 5-8

Herwartz-Emden, Leonie: Problemi Fondamentali Dell’Istruzione Interculturale Nel Sistema Educativo Tedesco In: Atti Del Seminario Di Aggiornamento SU: ‘La Scuola Europea Di Fronte Alle Sfide Del XXI Secolo’ Ragusa (Sicialia) Italy (Hrsg): Regione Siciliana Istituto Tecnico Statale Commerciale Fabio Besta Ragusa 1998, S. 127-148

Herwartz-Emden, Leonie: Geschlechtsspezifische Sozialisation und ihre Bedeutung im interkulturellen Vergleich. In: Über–Leben. Situation und Perspektiven der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Dokumentation der Fachtagung in Hamburg vom 30.9.1998 – 2.10.1998, Hamburg 1998, S. 49-52 (Netzwerk/WOGE e.V.)

Herwartz-Emden, Leonie: Migration und soziokulturelle Lebenswelt: Konfrontation und Veränderung. In: Christian Büttner; Urte Finger-Trescher; Rosemarie Wolf-Almanaresh (Hrsg.): Interkulturelle Erziehung. Psychoanalytische Pädagogik und multikulturelle Gesellschaft. Dokumentation der Tagung vom 24.-25.5.1997 in der Johann Wolfgang-Goethe-Universität. Frankfurt am Main, S. 25-42

Herwartz-Emden, Leonie: Osteuropa ante portas? Zuwanderung aus Osteuropa am Beispiel der Aussiedlerzuwanderung nach Deutschland. In: Herman Weber (Hrsg.) Wanderschaft – Flucht – Glückssuche: Migration im Zeichen der Globalität. Tagungsbericht Jahresakademie 1.-3.5.1997. Bonn 1997, S. 72-93

Herwartz-Emden, Leonie: Erziehung und Sozialisation in Aussiedlerfamilien: Einwanderungskontext, familiäre Situation und elterliche Orientierungen. In: Walter Kiefl; Rudolf Pettinger; Heidemarie Rose (Hrsg.): Integration braucht Hilfe. Ergebnisse einer Fachtagung zur sozialen Integration von Aussiedlerfamilien in Deutschland. München: Deutsches Jugendinstitut 1997, S. 29-44

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Arbeitsmigrantinnen aus der Türkei in der Bundesrepublik Deutschland: Zwischen Emanzipation und Unterdrückung. Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung. Reihe: Aktuelles Zum Nachdenken Folge 17. Hannover 1997

Herwartz-Emden, Leonie: Familienleben in Deutschland. Stereotypen und Alltagsrealitäten. In: Andreas Koderisch (Hrsg.): Interkulturelle Öffnung – aber wie? Familienbildung und Elternarbeit in der Einwanderungsgesellschaft. Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen – EAF. Bonn 1996, S. 156-167

Herwartz-Emden, Leonie: Familiäre Orientierung und Konzepte elterlicher Erziehung in Einwanderer- und Migrantenfamilien. Ergebnisse einer interkulturellen Studie. In: Günther Koolmann; Gerhard Schusser (Hrsg.): Familie in besonderen Lebenssituationen – gestern und heute. Dokumentation der Tagung: Internationales Jahr der Familie Osnabrück, Oktober 1994. Deutscher Familienverband. Hamburg: Verlag Dr. Kovac 1996, S. 123-144

Herwartz-Emden, Leonie: Konzepte von Mutterschaft und Weiblichkeit. Ein Vergleich der Einstellungen von Aussiedlerinnen, Migrantinnen und westdeutschen Frauen. Zeitschrift für Frauenforschung 13. Jahrgang 1995, Heft 3, S. 56-70 (Vorabdruck). In: ZwischenWelten – sich (ver-)Wandeln. Dokumentation der Tagung ‘Interkulturelle Mädchen- und Frauenbildungsarbeit’. Bildungswerk Demokratie und Umweltschutz e.V. Berlin 1995

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Emanzipationsgewinnerin oder Opfer? Frauen in der Migration. In: Stadt Osnabrück u. a. (Hrsg.): Annäherung an die Fremde. Bramsche: Rasch Verlag 1993, S. 28‑34

Herwartz-Emden, Leonie: Der Schein trügt. Ausländische Jugendliche im Schul- und Berufsausbildungssystem in Niedersachsen. In: Betrifft – Mehrheiten/Minderheiten. Zeitschrift der Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen 1992, Heft 1, S. 4-6

Herwartz-Emden, Leonie: Ein neuer Blick auf fremde Frauen. Migrantinnen, Einwanderinnen und ihre Familien in Deutschland. UNI Osnabrück 1991, Heft 7, S.17-19

 

Forschungsberichte

Herwartz-Emden, Leonie: Bericht an die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Abschlußbericht des Forschungsprojektes FAFRA. Projekt-Überblick in Vorbereitung. In: Leonie Herwartz-Emden (Hrsg.): Einwandererfamilien. Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation. Osnabrück: Rasch Verlag 1998

Herwartz-Emden, Leonie / Westphal, Manuela: Die Folgen der Einwanderung für das Geschlechterverhältnis (Sektion: Migration und Familienforschung). In: Ingrid Gogolin; Bernhard Nauck (Hrsg.): Dokumentation der Abschlusstagung des Forschungsschwerpunktprogramms FABER (Folgen der Arbeitsmigration für Bildung und Erziehung), Konferenz Bonn 20.-22.3.1997, Hamburg / Chemnitz Juli 1997, S. 169-179

Herwartz-Emden, Leonie und Mitarbeiterinnen: Werkstattberichte des Forschungsprojektes FAFRA an der Universität Osnabrück (1991-1997) zu den Themen: 1) Basisdaten der Stichprobe; 2) Einstellungen im Bereich Erziehung; 3) Vergleichsorientierung; 4) Vereinbarkeit von Familie und Beruf; 5) Geschlechtsrollenorientierung und weibliches Selbstkonzept; 6) Einstellungen im Bereich Beruf; 7) Mutterschaft und weibliches Selbstkonzept; 8) Soziale Identifikation und Migration; 9) Stereotypen: Gruppenselbst- und Gruppenfremdbilder; 10) Das Zeiterleben im Alltag; 11) Geschlechterbilder; 12) Männerbilder – Vaterschaft; 13) Internationale Literatur: Geschlechtsrollenwandel und Einwanderung

Herwartz-Emden, Leonie: Welchen Beitrag leistet das Projekt FAFRA zur Realisierung der Zielsetzung des Schwerpunktprogrammes FABER. Im Reader: FABER-Kolloquium in Frankfurt a. M., 1.-3.10.1995

Herwartz-Emden, Leonie: Der Beitrag des Forschungsschwerpunktprogrammes FABER zu neuen Ansätzen in der erziehungswissenschaftlichen Theoriebildung. FABER-Kolloquium am 11.6.1994 an der Universität Münster