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Religion und Bildungsmedien

Im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums befasste sich die Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für historische und systematische Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. (IGSBi) mit dem wichtigen und oftmals vernachlässigten Thema „Religion und Bildungsmedien“. Der große Zuspruch, der in den zahlreichen eingereichten Vorschlägen für Beiträge und der erfreulichen Teilnehmerzahl von mehr als 60 Personen zum Ausdruck kam, unterstrich die Bedeutung der Thematik.

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Der erste Themenblock befasste sich mit „Interreligiöser Erziehung und Bildungsmedien“; die Referentinnen und Referenten stellten unterschiedliche Lehrmaterialien zum interreligiösen Dialog und zum Abbau von Vorurteilen vor. Der zweite Block galt Veränderungen von Bildungsmedien für den Religionsunterricht angesichts von Säkularisierung und Multireligiosität. Anschließend ging es um die Frage, ob und wie Lehrmaterialien für den Religionsunterricht auf Chancen und Gefahren der Digitalisierung eingehen bzw. sich diese auch zunutze machen können. Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages erläuterte der Autor eines aktuellen Religionsbuches den Prozess der Erstellung und damit verbundene Abwägungen und Entscheidungen.

Fibelforscher

 
 
 
 
 

 

 

 

Am zweiten Tag folgte auf einen Überblick über dreihundert Jahre Religionsbücher in Norwegen ein Panel der Interessengemeinschaft Fibeln zum Thema „Lesenlernen mit katechetischen Texten – geschichtliche Annäherungen“. Die Beiträger und Beiträgerinnen stellten aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven die allmähliche Entwicklung vom rein religiösen Lehrbuch zur Fibel dar. Anschließend ging es um Religion als Gegenstand in unterschiedlichsten Schul- und Lehrbüchern vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, beispielsweise in Deutschlehrmitteln in der Schweiz und in Finnland, in jüdischen Lesebüchern und in Lehrbüchern zur Geschichte der Pädagogik für Studierende.

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Am dritten Veranstaltungstag befassten sich zwei Themenblöcke mit Rang und Bedeutung von Religion in Bildungsmedien in verschiedenen Diktaturen (Sowjetunion, Jugoslawien, Italien) sowie im Übergang von diktatorischen zu demokratischen Systemen (Spanien, Albanien, Deutschland) im 20. Jahrhundert.

Den Abschluss bildeten unterschiedliche fachdidaktische Positionen und Perspektiven zum Themenkomplex „Religion und Bildungsmedien“, u.a. mit einem Beitrag zur religiösen Positionierung im Religionsunterricht und geschichtsdidaktischen und religionswissenschaftlichen Überlegungen zur reflektierten Darstellung religiöser Ereignisse in Medien für den Geschichtsunterricht.

Einen besonderen Höhepunkt stellte die Verleihung des Arsen-Djurović-Preises für historische Schulbuchforschung dar, der in diesem Jahr an Dr. Kira Mahamud Angulo (Universidad Nacional de Educación a Distancia, Madrid, Spanien) und Prof. Dr. Dr. Jan M.M.G.F. Van Wiele (Universität Tilburg, Niederlande) verliehen wurde.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vierzehn verschiedenen Ländern führten über die Beiträge, aber auch in den Pausen und beim festlichen gemeinsamen Abendessen angeregte Gespräche. Es wurde einmal mehr deutlich, wie bereichernd es ist, im Rahmen einer Fachtagung zu Bildungsmedien historische, systematische, qualitative und quantitative sowie fachdidaktische Perspektiven zusammenzubringen.
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