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Enjoy Poverty


 

Am 22. Oktober startete der erste Filmabend des ASKA mit einer Reise nach Zentralafrika in die Demokratische Republik Kongo. Renzo Martins Film „Enjoy Poverty“ ist ein Dokumentarfilm der polarisiert. Der niederländische Filmemacher und Künstler will den Kongolesen zeigen wo das Kapital ihres Landes liegt: in der Armut. „Genießt Armut“ steht also auf einer Leuchtreklame mit der Renzo Martin durch das Land tourt. Mit einem kleinen Stromaggregat vernetzt, sollen die Bewohner einiger Dörfer einen ausgelassenen Tanzabend im Schein der blinkenden Armut genießen. Doch nicht nur das: die Fotoaufnahmen verhungerter Kinder, ermordeter Menschen und ausgemergelter Feldarbeiter könnten den Kongolesen viel Geld einbringen – viel mehr als die Fotografen eines kleinen Geschäfts mit Bildern von Hochzeiten verdienen.

Renzo Martin stellt sich daher als Lehrer bereit, führt die Fotografengruppe in Krankenhäuser und zu Schauplätzen frischer Exekutionen. „Er spielt mit den Hoffnungen der Kongolesen und das ist unmöglich!“ So lautete einer der ersten, empörten Kommentare aus dem Publikum im Anschluss der Filmvorführung. Die beiden Wissenschaftlerinnen Lena von Naso und Pia Popal griffen die ersten Eindrücke und Emotionen auf und konnten sie in eine theoretische Diskussion über Theorien der Mediendarstellung und Entwicklungszusammenarbeit leiten. Beide haben in der Vergangenheit Erfahrungen in der Region sammeln können.

Lena von Naso arbeitet am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung und schreibt ihre Doktorarbeit über das Zusammenwirken von AuslandskorrespondentInnen und Hilfsorganisationen in Subsahara-Afrika. Pia Popal ist Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg. Sie war als UN-Mitarbeiterin unter anderem in Angola, einem Nachbarland des Kongo. ASKA-Vorsitzender Ingo Henneberg und Vorstandsmitglied Eva-Maria Teebken eröffneten die Veranstaltung und Schatzmeister Maik Boldau moderierte den Dialog zwischen Publikum und Expertinnen.

Plakat


Der erste ASKA – Filmabend ging nach 180 Minuten erfolgreich zu Ende. An dieser Stelle möchten sich die OrganisatorInnen für den guten Besuch dieser Veranstaltung, das Sitzfleisch und die Diskussionfreude bei den Teilnehmenden und den beiden Referentinnen Lena von Naso und Pia Popal herzlich bedanken.