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10 gute Gründe für ein Musikstudium in der Musikmetropole Augsburg

  1. Musikalische Vielfalt
  2. Kloster und Kirchenmusik
  3. Glanz der Renaissance
  4. Musiklehre und Musikausbildung in Augsburg
  5. Mozartstadt Augsburg
  6. Zentrum des Instrumentenbaus und Musikalenhandels
  7. Bedeutende Musiksammlungen
  8. Musikforschung/Landesforschung
  9. Jazz-, Pop- und Rockmusik in Augsburg
  10. Augsburg hat MEHR MUSIK (Projekte zur Förderung Neuer Musik!)

1. Musikalische Vielfalt

Auf die Frage, warum jemand in Augsburg Musik studieren möchte, lassen sich viele und gewichtige Antworten allein schon aus der musikalischen Vergangenheit heraus geben. Einige davon sollen im Folgenden näher vorgestellt werden. Soviel lässt sich bereits an dieser Stelle sagen: Augsburg war seit dem Hochmittelalter immer wieder im Blickpunkt der großen Musikgeschichte, gehörte über längere Zeiträume zu den maßgeblichen europäischen Musikzentren und kann sich auch im 21. Jahrhundert als einzige deutsche Mozartstadt und mit regional wie überregional bedeutenden Musikinstitutionen in vielen Bereichen der künstlerischen Musikpraxis, Musikpädagogik, Musikforschung und Musiktherapie eindrucksvoll präsentieren. Ein bunter Reigen von musikgeschichtlichen Bildern lädt ein in die Stadt der Kirchen und Klöster, in die Stadt der Fugger, der Reichstage und Friedensfeste, in die Stadt der Familie Mozart. Und das Einzigartige ist: viele der musikhistorischen Stätten sind heute noch vorhanden, ja, man kann dort als Studierender oder bereits ausgebildete/r Künstler*in und Pädagog*in immer wieder die Musikgeschichte zum Leben erwecken und für die Gegenwart nutzbar und attraktiv machen.

 

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Die Augsburger Maximilianstraße - eine der schönsten Prachtstraßen Europas

2. Klöster und Kirchenmusik

Die Kirchenmusik Augsburgs ragt aus ihrer mehr als tausendjährigen dokumentierbaren Geschichte in einigen Epochen besonders hervor. Bereits Bischof Ulrich förderte die Kirchenmusik im 10. Jahrhundert. Die nachfolgenden beiden Jahrhunderte wurden geprägt von der Verbindung mit der Sängerschule St. Gallens, die sich u.a. in der Entstehung neuer geistlicher Gesänge und in prächtigen Choralhandschriften niederschlug.. Vor allem die Benediktinerabtei St. Ulrich und Afra tat sich neben dem Dom musikalisch hervor und brachte nach dem Trienter Konzil die mehrstimmige liturgische Musik zur Blüte.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatte bereits Kardinal Otto Truchseß von Waldburg entscheidende Impulse zur Erneuerung der Kirchenmusik gegeben. In den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisation bestimmten im katholischen Bereich u.a. die Jesuiten an St. Salvator und die Chorherren von Heilig Kreuz neben Dom, St. Ulrich und Afra und St. Moritz die geistlich-liturgische Musikpflege und Musikausbildung in Augsburg.

Bekannte Musikerpersönlichkeiten wie Franz Bühler, Karl Kempter, Karl Kraft und Rudolf Brauckmann prägten die Kirchenmusik im 19. und 20. Jahrhundert – die Domsingknaben mit ihrem Leiter Reinhard Kammler sind über die Region hinaus heutzutage bekannt.

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Initiale aus einer spätmittelalterlichen Hs. von St. Ulrich und Afra

3. Glanz der Renaissance

Ende des 15. und im frühen 16. Jahrhundert war Augsburg immer wieder Schauplatz von Reichstagen und Aufenthalten Kaiser Maximilians I. und seiner Hofkapelle und somit im Brennpunkt der bedeutendsten Komponisten und Musiker dieser Zeit – der prächtige Bilderreigen Hans Burgkmairs vom Triumphzug Maximilians gibt davon einen Eindruck. Ludwig Senfl hielt nach dem Tod des Kaisers und der Auflösung der Hofkapelle in seinem 1520 erschienen Liber selectarum cantionum den repräsentativsten Teil des Repertoires fest.

In die Rolle der Förderer anspruchsvollster Musik schlüpften im 16. und frühen 17. Jahrhundert die Fugger. Sie verschafften nicht nur Stipendien bzw. Italienaufenthalte und Aufträge für die in Augsburg wirkenden Musiker, sondern förderten die größten Komponisten ihrer Zeit, darunter Orlando di Lasso und Giovanni Gabrieli. Unter den in Augsburg wirkenden Musikern ragt vor allem Hans Leo Hassler hervor, der bei Gabrielis Onkel Andrea in Venedig studieren durfte, Organist von Octavianus Secundus Fugger und zur um 1600 bestimmenden Musikpersönlichkeit Süddeutschlands wurde.

Unter Adam Gumpelzhaimer entwickelte sich St. Anna zum einem der bedeutendsten Zentren der evangelischen Kirchenmusik im deutschen Raum. Sogar mehrchörige Werke kamen zur Aufführung. In verschiedenen Ensembles erhält der Glanz der Renaissance-Musik auch heutzutage eindrucksvolles Leben.

4. Musiklehre und Musikausbildung in Augsburg

Die Musikausbildung war wesentlicher Bestandteil in Städten, die wie Augsburg vom Reich, von Bischof und Klöstern bzw. Stadtpfarreien sowie von reichen Patriziern geprägt wurden. An Dom und Klöster schlossen sich oft (Latein-)Schulen an, in denen der Gesang und die Musikausbildung eine große Rolle spielten, da die Anforderungen der liturgischen Musik erfüllt werden mussten.

In der frühen Neuzeit wirkten u.a. der Humanist Othmar Nachtigall (Luscinius) und Adam Gumpelzhaimer in Augsburg. Gumpelzhaimer legte mit seinem „Compendium musicae“ ein in 13 Auflagen und über viele Jahrzehnte weit verbreitetes Musiklehrbuch vor. Philipp Jakob Baudrexel überlieferte im 17. Jahrhundert am Dom die Singkunst seines Lehrers Giaccomo Carissimi, und Leopold Mozart wurde ein paar Generationen später mit seiner Violinschule für die Zeit der klassischen Musik zum Maßstab für Instrumentalpädagogik und Musikästhetik.

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Leopold Mozart, aus „Versuch einer gründlichen Violinschule“, 2. vermehrte Auflage, Augsburg 1770

Schließlich schuf im frühen 20. Jahrhundert Albert Greiner mit seiner Sing- und Musikschule ein Modell, das für ganz Deutschland vorbildhaft wurde.Die Musikpädagogik vor allem an der Universität, aber auch in Stadt und Schulen, zeigt sich in Konzept und Gestalt als legitimer Nachfolger der bedeutenden und weit über Augsburg ausstrahlenden Tradition.

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Das Personal der Albert-Greiner-Sing- und Musikschule

Seit der Gründung der Musikwerkstatt 1983 durch Walter Bittner, Buddy Brudzinski und Robert Vogg gibt es in Augsburg musikpädagogische Einrichtungen, die sich als Privatmusikschulen vorrangig dem Jazz und der Popularmusik zuwenden. Diese verstehen sich als Ergänzung zu den kommunalen und staatlichen Ausbildungsstätten, bei denen es v.a. in den 70er, 80er Jahren keine Möglichkeit der Jazz- oder Pop-/Rockausbildung gab. Mittlerweile bietet auch das 1993 von Ute Hitzler und Heinz Martin gegründete Musikatelier Klangimpuls ein weitreichendes Angebot im Bereich aktueller Musik.

Seit 1996 besteht das Downtown Music Institute unter Leitung von Markus Becker. Es offeriert als größte Privatmusikschule der Region ein vielfältiges Angebot v.a. im Bereich Jazz und populärer Musik und bietet darüber hinaus auch ein Privatmusikschuldiplom als berufsqualifizierende Maßnahme oder als Vorbereitung für eine hochschulische Ausbildung an. Daneben gibt es eine Vielzahl hochqualifizierter Privatmusiklehrer*innen, die auch regelmäßig in konzertantem Kontext in Erscheinung treten.

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Musikalische Aufgeschlossenheit gibt es nicht nur bei Kindern, sondern auch in Augsburgs musikpädagogischen Institutionen.

5. Mozartstadt Augsburg

Augsburg ist die einzige deutsche Stadt, die den Titel „Mozart-Stadt“ tragen darf und auch aufgrund ihrer vielfältigen Angebote und Institutionen heutzutage zu Recht verdient. Mozarthaus, Mozartgemeinde, Deutsche Mozartgesellschaft, Internationale Leopold Mozart Gesellschaft, Leopold-Mozart-Kuratorium und -Wettbewerb und nun auch Leopold-Mozart-Zentrum: dies alles sind gewichtige Teile der Bemühungen rund um die Ahnen Mozarts, um Vater Leopold, Sohn Wolfgang Amadé und auch das unsterbliche Bäsle.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass Augsburg im 18. Jahrhundert mit Collegium musicum, mit verschiedenen Konzertgesellschaften und Operntruppen wie denen Emanuel Schikaneders sowie schließlich mit einer hoch stehenden Kirchenmusik beider Konfessionen eine viel beachtete süddeutsche Musikstadt war. Der Bach-Schüler David Kräuter machte das Werk Telemanns in Augsburg heimisch, Valentin Rathgeber ließ sein Musikalisches Tafel-Konfekt hier drucken und der Virtuose Friedrich Hartmann Graf belebte das bürgerliche Konzertwesen. Johann Kaspar Seyfert und sein Sohn Johann Gottfried setzten mit ihren geistlichen Oratorien die bedeutende Tradition evangelischer Kirchenmusik fort.

Auch die Gegenwart mit einem eigenständigen und anspruchsvollen Konzert- und Opernbetrieb kann sich mit der ruhmreichen Vergangenheit messen und stellt in ihren Mittelpunkt stets aufs neue den unvergleichlich genialen Wolfgang Amadé.

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Das Mozarthaus Augsburg

6. Zentrum des Instrumentenbaus und Musikalienhandels

Bereits in der frühen Neuzeit stieg Augsburg zu einem der wichtigsten Orte des Instrumentenbaus und Notendrucks auf. Die Drucker und Verleger Grimm und Wirsung, Kriegstein und Salminger brachten exemplarische Sammlungen für Musik beider Konfessionen im 16. Jahrhundert heraus. Vor allem die Augsburger Lauten- und Streichinstrumente, z.B. von Laux Bosch (Lauten) oder Matthias Hummel (Geigen), waren im 16. und 17. Jahrhundert begehrt, aber auch der Orgelbau brachte u.a. mit Eusebius Amerbach und Marx Günzer zwei große Meister hervor.

Im 18. Jahrhundert trat Johann Andreas Stein mit seinen von Leopold Mozart und vor allem Wolfgang Amadé so geschätzten Hammerklavieren ins Rampenlicht. Er bestimmte die weitere Geschichte des Klavierbaus maßgeblich.Das Verlagshaus Lotter und Söhne bediente zu jener Zeit den gesamten süddeutsch-österreichischen Raum mit Drucken vor allem aus dem Bereich der Kloster- bzw. Kirchenmusik. Diese Rolle übernahm ab dem 19. Jahrhundert der Verlag Anton Böhm und Sohn.

7. Bedeutende Musiksammlungen

Mit den Handschriften und Drucken der Staats- und Stadtbibliothek und der Musiksammlung Oettingen-Wallerstein an der Universitätsbibliothek verfügt Augsburg über zwei herausragende musikhistorische Sammlungen. Die Bestände der Staatsbibliothek erstrecken sich von mittelalterlichen Choralbüchern über die einzigartigen gedruckten und handschriftlich überlieferten Chorbücher und Stimmhefte des 16./17. Jahrhunderts zu den Musikalien der Mozart-Zeit bzw.  Wolfgang Amadé Mozarts bis ins 20. Jahrhundert.

Einzigartig ist der nahezu geschlossene Bestand der Hofkapelle der Fürsten von Oettingen-Wallerstein – der fürstliche Hof wird wegen seiner einzigartigen Musikpflege im ausgehenden 18. Jahrhundert auch als „schwäbisches Mannheim“ bezeichnet. Die größten Komponisten wie Joseph Haydn standen im direkten Kontakt mit dem Fürstenhaus und lieferten ihre Werke dorthin.Von nationalem Rang sind auch die hymnologischen Sammlungen aus den Nachlässen Walter Blankenburg und Konrad Ameln an der Universitätsbibliothek.

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Titelblatt von Leopold-Mozart-Noten aus dem Bestand Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek

8. Musikforschung/Landesforschung

Die Augsburger Musikforschung und Musikwissenschaft hat einen eigenständigen Zweig in den musikhistorischen Disziplinen hervorgebracht: die musikwissenschaftliche Landesforschung. Grundlagen zu einer Augsburger Musikforschung legte im späten 19. Jahrhundert Hans Michael Schletterer mit der Erfassung der handschriftlich und in Drucken überlieferten Musikschätze. Ernst Fritz Schmid und Adolf Layer beleuchteten erstmals intensiv die Musikgeschichte Augsburgs und Schwabens, wobei natürlich das 18. Jahrhundert mit der Familie Mozart immer wieder hervortrat. Einer der größten Mozartforscher, Wolfgang Plath, leitete in Augsburg die Neue Mozart Edition, und schließlich wurde mit Franz Krautwurst 1980 der erste Ordinarius für Musikwissenschaft berufen, der die musikwissenschaftliche Landesforschung als eigene und seitdem viel beachtete Disziplin institutionalisierte.

9. Jazz-, Pop- und Rockmusik in Augsburg

Augsburg weist eine überaus lebendige Jazzszene mit hohem kreativen Potenzial auf. Stilistisch reicht die Bandbreite von traditionellen Jazzstilen wie Dixieland, Swing und Blues bis hin zu Modern Jazz, Fusion, Electronic und experimentellen Formen. Neben einigen z.T. bundesweit und international erfolgreichen Künstler*innen und Ensembles gibt es ein große Zahl mittelgroßer und kleiner Gruppierungen, die das kulturelle Leben der Stadt und der Region bereichern. Zahlreiche örtliche Veranstalter*innen und Veranstaltungsorte sowie das Kulturamt der Stadt Augsburg bieten Auftrittsmöglichkeiten sowohl für lokale Künstler*innen als auch internationale Stars.

Zu den bekanntesten Auftrittsorten gehören u.a.  das S'ensemble-Theater, die Augsburger Puppenkiste, der Hofmannkeller im Stadttheater, das Hempels und das Abraxas. Ein weit über die Region reichendes Renommee genießen inzwischen der Augsburger Jazzsommer mit großen Freiluftkonzerten im Botanischen Garten und in der Innenstadt sowie das Django Reinhardt Memorial. Augsburg ist darüber hinaus Wohn- und Arbeitsort international tätiger Jazzprofimusiker wie Walter Bittner (drums), Stephan Holstein (cl, sax), Christian Stock (bass) oder dem Vibraphonisten und Komponisten Wolfgang Lackerschmid.

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Im Bereich der Pop- und Rockmusik zeigt sich das Augsburger Musikleben ebenso vielgestaltig. Bereits seit den 60er Jahren nimmt die Pop- und Rockmusik einen gewichtigen Stellenwert in der örtlichen Kulturszene ein. Neben dem kommerziell erfolgreichen Schlagersänger Roy Black gibt es viele weitere, z.T. international erfolgreiche Künstler und Bands, die der lokalen und regionalen Szene entsprungen sind, z.B. Roman Fischer, The Seer, die Killerpilze aus Dillingen, Anajo, Nova International. Ähnlich wie die drei letztgenannten sind auch die erfolgreichen Bands "Die Herren Polaris" oder "The January Flake" als Erstplatzierte aus dem Band des Jahres-Wettbewerb hervorgegangen, "Süddeutschlands größtem und ältestem Nachwuchswettbewerb" (zit. nach www.band-des-jahres.de). Die Jury setzt sich dabei aus bekannten Vertreter*innen der Kulturszene und dem Musikbusiness zusammen.  Neben diesem Event gibt es zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten für internationale Stars und lokale Künstler*innen wie z.B. die Rockfabrik, das Ostwerk, die Kantine, das Kerosin, das Spectrum oder bei den Stadt- und Straßenfesten in Augsburg und der Region, z.B. den Maxstraßen-Festen, dem Modular-Festival u.a.. Die Initiative Kulturpark West sorgte für die Weiternutzung bestehender Räumlichkeiten der ehemaligen Reese-Kaserne als Ateliers, Werkstätten, Treffpunkte oder Probenräume. Zu günstigen Konditionen finden Künstler hier  gute Bedingungen für kreatives Schaffen und Begegnung.

Die genannten Rahmenbedingunen bilden eine gute Grundlage für einen kreativ-produktiven Nährboden im Bereich Jazz, Pop und Rock in Augsburg. Durch die Nähe zu München ergeben sich unzählige weitere Möglichkeiten zu Konzertbesuchen, Kontakten, Ausbildungsmöglichkeiten und musikalischer Tätigkeit als ausführende/r Künstler*in oder freischaffende/r Musiker*in.

Augsburg verfügt über dies zu Koordinierung und Förderung der Popkultur über einen städtischen Popkulturbeauftragten. Dieses bayernweit einmalige Modell einer vollen Personalstelle für dieses Arbeitsfeld verdeutlicht den kulturellen und politischen Willen zur Förderung von Pop- und Jugendkultur in Augsburg.

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10. Augsburg hat MEHR MUSIK!

Augsburg, Berlin, Dresden, Essen, Freiburg, Hamburg, Kiel, Köln, Moers, Niedersachsen, Oldenburg/Bremen, Passau, Rheinland-Pfalz, Saarbrücken, Region Stuttgart − 15 Städte und Regionen mit insgesamt 255 Netzwerkpartnern: Diese fördert das bundesweite Netzwerk Neue Musik. Initiiert von der Kulturstiftung des Bundes tritt das Förderprojekt dafür ein, der Neuen Musik mehr Gehör und ein größeres Publikum zu verschaffen. Dabei werden die einzelnen Projekte in den kommenden vier Jahren nicht nur die unterschiedlichsten Konzepte und Vermittlungsmethoden realisieren. Ziel ist es weiterhin, über den Förderzeitraum hinaus tragfähige Strukturen aufzubauen, die der Neuen Musik einen festen Platz im Kulturleben geben.

Das Augsburger Konzept trägt den Titel MEHR MUSIK! – und zielt auf ein „Mehr“ an Musik in den Ohren junger Hörer. MEHR MUSIK! steht für die Neugierde und den Wunsch nach einer Erweiterung des eigenen musikalischen Horizontes, für die Aufgeschlossenheit fremden, andersartigen musikalischen Ideen gegenüber.

Im Fokus von MEHR MUSIK! steht die prozessorientierte Evaluation und Entwicklung künstlerisch qualifizierter Vermittlung von Neuer Musik an Kinder und Jugendliche sowie interessierte Erwachsene in Augsburg und der Region. Das Hörerlebnis an sich ist zentral: Jungen Menschen soll der Prozess des Zuhörens bewusst gemacht werden. Sie werden mit möglichst vielen verschiedenen  Klangsprachen konfrontiert - auch mit sperriger Musik und komplexen musikalischen Strukturen - um später selbst die Entscheidung treffen zu  können, wann und wo sie was hören wollen.

Die Vermittlung Neuer Musik an die Kinder und Jugendlichen wird in Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie im Klub MEHR MUSIK! erfolgen, einem außerschulischen Angebot, in dem sich die Teilnehmer unter Anleitung qualifizierter Dozenten auf unterschiedlichen Wegen mit dem Thema Neue Musik beschäftigen können.

Ob Grund- oder Oberstufe - die Art und Weise der Vermittlung Neuer Musik in den Schulen soll im Rahmen des Projektes auf- und ausgebaut werden. Die pädagogische Vermittlung wird an den Besuch von Konzerten und Musiktheater-Aufführungen gekoppelt. Kontakte zu den Mitwirkenden bzw. Komponisten der Werke werden bei jedem Schulbesuch angestrebt.

Während des Schuljahres werden Kinder und Jugendliche auch Stücke selbst erarbeiten oder sogar komponieren; die Arbeitsergebnisse werden am Ende jedes Schuljahres in einem kleinen Festival MEHR MUSIK! vorgestellt. Darüber hinaus gibt es in den kommenden vier Schuljahren immer ein Jahresprojekt, an dem sich zahlreiche Kinder und Jugendlichen beteiligen können.

Das Leopold-Mozart-Zentrum der Universität ist dabei einer der engsten Partner von MEHR MUSIK!.

Die Arbeit in den Schulen wird durch ein neues Angebot für Musik-Lehrkräfte der Grund- und Oberstufen unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit dem Leopold-Mozart-Zentrum wird eine Reihe von Fortbildungen, Seminaren und Gesprächskonzerten entwickelt.

Die Vermittlung Neuer Musik wird jedoch auch in Bezug auf die Lehrerausbildung selbst thematisiert: Ab sofort wird es jedes Semester ein Angebot in diesem Bereich für Studierende geben. In den vier Jahren, die das Projekt läuft, sollen Unterrichtsmodelle entwickelt, in der Praxis erprobt und anschließend evaluiert werden. Die Studierenden werden auch Repertoire kennen lernen, das in der Schule zum Einsatz kommen kann. MEHR MUSIK! will Studierenden vielfältige Möglichkeiten bieten, sich dem Thema Neue Musik anzunähern, und will eine Brücke bauen, damit die Neue Musik in der Schule eine größere Rolle spielt als bisher.

Informationen zu allen Projekten des Netzwerks Neue Musik sind zu finden unter www.netzwerkneuemusik.de