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Trajektorien im akademischen Feld

Mitarbeiterinnen: Hannah Burger M.A., Dipl.-Soz. Julia Elven

Projektleiterin: Dr. Anna Brake

Drittmittelgeber: BMBF/ESF

Laufzeit: Okt 2013 - Sep 2016

Das gemeinsam an den Universitäten Augsburg und Marburg durchgeführte Verbundprojekt „Trajektorien im akademischen Feld“ untersucht die prozessuale Hervorbringung wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren als ein Zusammenspiel institutioneller Konstellationen (z.B. Förderstrukturen) und den Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmustern von Nachwuchswissenschaft-lerInnen. Unter Bezugnahme auf Pierre Bourdieus Praxistheorie werden wissenschaftliche Karrieren als langfristige und pfadabhängige soziobio-graphische Verläufe verstanden. Solche Trajektorien werden in der beruflichen Alltagspraxis durch ein Zusammenwirken institutioneller Ermöglichungskontexte und im Habitus der NachwuchswissenschaftlerInnen verankerter Ermög-lichungsstrukturen sozial hervorgebracht. Um diesen komplexen Wirkungs-zusammenhängen auf die Spur zu kommen, gliedert sich das Verbundvorhaben in zwei Teilprojekte, welche in der frühen Post-Doc-Phase ansetzen. Von dort ausgehend werden die bisherigen Verlaufsprozesse wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren mit einem multimethodischen qualitativen Forschungs-zugang aus verschiedenen Perspektiven analytisch rekonstruiert.

Das Augsburger Teilprojekt „Habitus als Ermöglichungsstruktur wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren“ zielt auf die Rekonstruktion wissenschaftsbezogener Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster in ihrer Bedeutung für den weiteren Karriereverlauf der Nachwuchswissen-schaftlerInnen. Die bisherigen Erfahrungen mit und in der Wissenschaft, die generierten Wissensbestände ebenso wie die entwickelten Handlungs-strategien der NachwuchswissenschaftlerInnen werden daraufhin untersucht, inwieweit sie als erworbener Habitus eine Anschlussfähigkeit an die Erfordernisse und Spielregeln des jeweiligen wissenschaftlichen Feldes erkennen lassen. Mit dieser Untersuchungsperspektive geraten nicht nur die mehr oder weniger expliziten karrierebezogenen Planungen, Abwägungs- und Entscheidungsprozesse in den Blick, sondern auch die impliziten wissen-schaftsbezogenen Grundhaltungen der NachwuchswissenschaftlerInnen in ihren jeweiligen Passungsverhältnissen zu den institutionellen Kontexten. Da die Rekonstruktion solcher Dispositionen nur in der Spezifik des jeweiligen Feldes angemessen möglich ist, erfolgt die Analyse in enger Verzahnung mit dem Partnerprojekt „Institutionelle Ermöglichungskontexte wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren“, welches an der Universität Marburg gemeinsam unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Maria Weber von Dipl.-Päd. Jörg Schwarz und Franziska Teichmann M.A. bearbeitet wird.