Forschungsprojekte Prof. Dr. Fritz Böhle
Stand: Juli 2009
1. Laufende Forschungsprojekte
1.1 Projektmanagement für produktionsnahe Dienstleistungen (PROPRO)
1.2 Künstlerisch, Erfahrungsgeleitet, Spielerisch – Management des Informellen zur Förderung innovativer Arbeit (KES-MI)
1.3 Professionalisierung interaktiver Arbeit aus der Kundenperspektive –die interaktive Dienstleistungsbeziehung (Teilvorhaben im Verbundprojekt „PiA – Professionalisierung interaktiver Arbeit. Dienstleistungsqualität als kooperative Leistung von Kunde und Fachkraft“)
1.4 Servcare_ALS - Gestaltung »Kooperativer Dienstleistungssysteme« für personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Erkrankungen (ALS)
1.5 Arbeitsgestaltung bei Interaktionsarbeit - neue arbeitspolitische Herausforderungen und Perspektiven bei Dienstleistungsarbeit
2. Abgeschlossene Forschungsprojekte
2.1. Neue Anforderungen an Kompetenzen erfahrungsgeleiteten Arbeitens und selbstgesteuerten Lernens bei industriellen Fachkräften (NAKIF)
Verbundvorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektträger:
Projektträger für Produktion und Fertigungstechnologien im Forschungszentrum Karlsruhe
ProjektbearbeiterInnen:
Dr. Nese Sevsay-Tegethoff (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt), PD Dr. Annegret Bolte, Dr. Sabine Pfeiffer, Dipl.-Soz. Stephanie Porschen (alle ISF München)
Laufzeit:
11/2000 – 07/2003
An diesem vom BMBF geförderten Verbundvorhaben waren 12 Unternehmen beteiligt. Die wissenschaftliche und berufspädagogische Begleitung erfolgte durch das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München, die Sozialforschungsstelle Dortmund, die Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB) München und die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg. Das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt leistete die Koordination des Gesamtvorhabens.
Ziel des Vorhabens war die Förderung eines selbstgesteuerten und erfahrungsgeleiteten Lernens im Arbeitsprozess. Ausgangspunkt dafür war die These, dass in dynamischen Unternehmensorganisationen insbesondere die Fähigkeit zu erfahrungsgeleitetem Arbeiten und selbstgesteuertem Lernen für industrielle Fachkräfte von zunehmender Bedeutung sein wird.
Im Rahmen des Vorhabens wurden innovative Formen des Personaleinsatzes und der Arbeitsorganisation wie auch des Einsatzes von Technik entwickelt, die ein selbstgesteuertes, erfahrungsgeleitetes Lernen gezielt ermöglichen und fördern. Diese Formen des Lernens sind in der Praxis nicht nur notwendig, um das Fachwissen an ständig neue Anforderungen anzupassen, sondern sind auch eine wichtige Voraussetzung, um zusätzlich neue Kompetenzen zu erwerben, die schlagwortartig als IuK-Kompetenz, Prozesskompetenz, Organisations- und Managementkompetenz sowie Kooperations- und Kommunikationskompetenz bezeichnet werden.
Weiterführende Informationen können auch unter http://www.nakif.de abgerufen werden.
Veröffentlichungen:
Böhle, F.; Pfeiffer, S.; Sevsay-Tegethoff, N. (2004): Die Bewältigung des Unplanbaren, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.
Böhle, F. (2004): Erfahrungsgeleitetes Arbeiten und Lernen als Leitidee der Neuorientierung der Metallberufe. In: Becker, M.; Schwenger, U.; Spöttl, G.; Vollmer, T. (Hrsg.): Metallberufe zwischen Tradition und Zukunft, Donat, Bremen.
Böhle, F.; Bolte, A.; Porschen, S. (2004): Kooperation als Belastung. In: WSI Mitteilungen, Heft 2, 57. Jg., S. 96-101.
Böhle, F. (2004): Erfahrungsgeleitetes Arbeiten und Lernen - ein anderer Blick auf einfache Arbeit und Geringqualifizierte In: Loebe, H.; Severing, E. (Hrsg.): Zukunft der einfachen Arbeit. Von der Hilfstätigkeit zur Prozessdienstleistung, Bertelsmann, Bielefeld, S. 99-109.
Böhle, F.; Bolte, A.; Dunkel, W.; Pfeiffer, S.; Porschen, S.; Sevsay-Tegethoff, N. (2004): Der gesellschaftliche Umgang mit Erfahrungswissen: Von der Ausgrenzung zu neuen Grenzziehungen. In: Beck, U., Lau, C. (Hrsg.): Entgrenzung und Entscheidung: Was ist neu an der Theorie reflexiver Modernisierung?, Suhrkamp, Frankfurt a. M.
Sevsay-Tegethoff, N. (2004): Die Bewältigung des Unplanbaren. Erfahrungsgeleitetes Arbeiten als Antwort auf neue Anforderungen an industrielle Fachkräfte. In: wt werkstatttechnik online, Heft 1-2, 94. Jg., Springer, Düsseldorf, S. 23-30.
Böhle, F.; Meil, P. (2003): Das Unplanbare bewältigen. Erfahrungsgeleitetes Handeln im Projektmanagement. In: Projektmanagement in Zeiten des Wandels. Tagungsband 2. Fachtagung Projektmanagement, Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW), Universität Augsburg.
Böhle, Fritz (2003): Anders arbeiten – anders lernen. In: Personalführung, Heft 1,/2003, S. 1-3.
Böhle, F. (2002): Was hat Zugang zu Bildung? Anregungen zu einem neuen Blick auf menschliche Fähigkeiten jenseits rationalen Handelns. In: Moldaschl, M. (Hrsg.) Neue Arbeit – Neue Wissenschaft der Arbeit?, Asanger, Heidelberg.
2.2. Erwerbsarbeit, bürgerschaftliches Engagement und Eigenarbeit – Auf dem Weg in eine neue Arbeitsgesellschaft?
Tp B4 des SFB 536 „Reflexive Modernisierung“
ProjektbearbeiterInnen:
PD Dr. Gerd Mutz, Dr. Irene Kühnlein, Dipl.-Soz. Boris Holzer, Vera Röver (alle MPS e.V. München)
Das Konzept der reflexiven Moderne postuliert strukturelle und normative Brüche im Bereich gesellschaftlicher Arbeit, weil die industriegesellschaftlich geprägten Arbeitsmärkte nicht mehr in der Lage sind, das gesamte Erwerbspersonal zu integrieren. Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse nimmt ab, es kommt vermehrt zu Diskontinuitäten und sozialen Ausschüssen, Normalerwerbsverläufe und Normalbiographien werden empirisch seltener. Die Frage ist, ob diese Entwicklungen das Ende der Erwerbsgesellschaft markieren und ob sich daraus eine Neue Arbeitsgesellschaft entwickeln wird. In diesem Vorhaben wurden die Veränderungen im Bereich gesellschaftlicher Arbeit in drei Schritten analysiert: Zunächst wurde untersucht, ob es eine empirische Evidenz für die vermuteten strukturellen Brüche und dementsprechend „neue“ Bedeutungen von (Erwerbs-)Arbeit sowie eine Offenheit für andere Tätigkeiten in den Biographien von Frauen und Männern gibt. Dann wurde der Kreis derjenigen erfasst, die ihre Beschäftigungssituation bereits verändert haben und bürgerschaftliches Engagement und Eigenarbeit in eine neue Form der Lebensführung integriert haben. Schließlich wurde der Frage nachgegangen, ob sich in diesem sozialen Feld stabile, sozialintegrative Institutionen herausbilden, die eine Durchsetzung reflexiver Vergesellschaftungsformen im Bereich gesellschaftlicher Arbeit begünstigen.
2.3. Ambivalenz und Unsicherheit grenzüberschreitender Innovationen – Der Versuch einer Symbiose zwischen der Theorie der Politischen Ökonomie und der Organisations- sowie Systemtheorie
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektbearbeiter:
PD Dr. Günther Bechtle
Es sollten frühere Ansätze und Versuche im Münchner Strategieansatz zu einer theoretisch gehaltvollen Symbiose aus Organisationssoziologie, der Luhmann’schen Systemtheorie sowie der Politischen Ökonomie zu gelangen, wieder aufgenommen bzw. fortgeführt werden. Dabei galt es, die methodologische Kritik an einigen Engführungen bzw. Verkürzungen, die sich aus einer „Verhaftung“ an die Marx’sche Theorie zu erklären, zu reflektieren und die entsprechenden Schwächen zu überwinden. Dazu wurde der Ansatz von der Nutzung der Arbeitskraft auf die Analyse von Innovationsprozessen und den Formen ihrer Organisation erweitert. Denn unter Globalisierungsbedingungen findet sich Innovation immer mehr auf der Kippe zwischen Selbstreferenz und Erstarrung auf der einen und der Fähigkeit, Störungen, Ambivalenzen und „Rauschen“ wahrzunehmen, auf der anderen Seite. Die anvisierte „neue Symbiose“ konnte zu einer Sekundäranalyse genutzt werden. Diese bezieht sich auf Organisationsformen von Innovation, wie sie in anderen Projekten des Schwerpunkts bearbeitet werden bzw. wurden (Netzwerke, Restrukturierung der Automobilindustrie). Die Basishypothese lautete: Diese Organisationsformen haben einen gemeinsamen Nenner, der in der wechselseitigen Abhängigkeit und Dialektik zwischen Prozessen der Entgrenzung und Prozessen der Eingrenzung von Innovationen besteht. Das Innovationsproblem besteht genau darin, neue Risiken, Ambivalenzen und Unsicherheiten durch Grenzüberschreitung (z.B. zwischen Wissensformen und -beständen) zuzulassen und ihre Bearbeitung in neuen, sachlichen, zeitlichen und sozialen Grenzen zu ermöglichen.
2.4. Interaktionsarbeit als zukunftsweisender Ansatz zur qualitätsorientierten Organisation von Dienstleistungsprozessen
Verbundprojekt im Rahmen des Förderkonzeptes "Dienstleistungen für das 21. Jahrhundert" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
ProjektbearbeiterInnen:
Prof. Dr. André Büssing, Dr. Jürgen Glaser (beide Lehrstuhl für Psychologie, TU München), Dipl.-Soz. Sabine Weishaupt (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
Laufzeit:
04/2000 – 06/2003
Beteiligt an diesem Vorhaben waren ein Altenheim, ein Unternehmen aus der Softwareentwicklungsbranche sowie das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt und der Lehrstuhl für Psychologie der Technischen Universität München. Die betrieblichen Teilprojekte wurden unterstützt durch das Internationale Institut für empirische Sozialökonomie Augsburg (INIFES) und das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München.
In dem Verbundvorhaben wurde die Entwicklung neuer arbeitswissenschaftlicher Konzepte und methodologischer Grundlagen zur Analyse personenbezogener Dienstleistungsarbeit verbunden mit einer modellhaften (praktischen) Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte der Arbeitsorganisation.
Personenbezogene Dienstleistungen spielten – im Gegensatz zu ihrer faktischen Verbreitung – in der Auseinandersetzung um die „Zukunft der Arbeit“ in der Vergangenheit keine besondere Rolle. Entsprechend fehlten auch wissenschaftliche wie praktische Konzepte der Arbeitsanalyse und Arbeitsgestaltung, die den Besonderheiten personenbezogener Dienstleistungen – im Unterschied zu industrieller Produktions- und Verwaltungsarbeit – systematisch Rechnung tragen. Dies betrifft insbesondere den Tatbestand der „immateriellen Natur“ ihrer Ergebnisse und der „Interaktionen mit Menschen“ als wesentlicher Bestandteil und Inhalt der Arbeit. Daraus ergibt sich unter anderem als Besonderheit, dass personenbezogene Dienstleistungen nur unter gleichzeitiger Anwesenheit von Produzent und Konsument hergestellt werden („Uno-Actu-Prinzip“ und „Ko-Produktion“).
Vor diesem Hintergrund war es Ziel des Vorhabens, ein wissenschaftliches Konzept zur Analyse von „Interaktionsarbeit“ auszuarbeiten und hierauf bezogen Konzepte für die arbeits- und betriebsorganisatorische Gestaltung von „Interaktionsarbeit“ zu entwickeln und praktisch zu erproben. Aufgabe und Ziel des Teilprojekts des Extraordinariats für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt war es, das im Rahmen anderer Arbeitsbereiche entwickelte Konzept des „subjektivierenden Arbeitshandelns“ systematisch für den Bereich personenbezogener Dienstleistungen weiterzuentwickeln und hinsichtlich unterschiedlicher Praxisfelder auszuarbeiten. Im Mittelpunkt standen dabei (1) der Umgang mit begrenzt planbaren und kontrollierbaren Arbeitsanforderungen, (2) die Wahrnehmung und Interpretation von Informationen, die sich nicht exakt definieren und objektivieren lassen sowie (3) das dialogisch interaktive Vorgehen bei der Durchführung einzelner Arbeiten.
Veröffentlichungen:
Böhle, Fritz; Weishaupt, Sabine (2004): Kundenorientierung bei direkten personenbezogenen Dienstleistungen. In: M. Moldaschl (Hrsg.): Kundenorientierung und Dienstleistungsmentalität, München, im Erscheinen.
Büssing, André; Böhle, Fritz; Glaser, Jürgen (2006): Was ist Interaktionsarbeit? In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Büssing, André; Böhle, Fritz; Glaser, Jürgen (2006): Das Verbundprojekt Intakt. In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Weishaupt, Sabine (2006): Die Interaktion mit dem Körper – Subjektivierendes Arbeitshandeln in der Altenpflege. In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Bolte, Annegret; Weishaupt, Sabine; Hösl, Gabriele (2006): Subjektivierendes Arbeitshandeln in der Software-Entwicklung. In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Bolte, Annegret: Iwer, Frank; Weishaupt, Sabine (2006): Das Produktmanagement als Brückenfunktion: Bedingungen und Voraussetzungen für die Etablierung in der Softwarebranche. In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS-Verlag.
Böhle, Fritz; Glaser, Jürgen (2006): Generalisierte Grundsätze zur Förderung von Interaktionsarbeit. In: F. Böhle; J. Glaser; A. Büssing: Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Gestaltung von Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS Verlag.
Böhle, Fritz; Weishaupt, Sabine (2003): Unwägbarkeiten als Normalität – Die Bewältigung nichtstandardisierbarer Anforderungen in der Pflege durch subjektivierendes Handeln. In: A. Büssing; J. Glaser (Hrsg.): Dienstleistungsqualität und Qualität des Arbeitslebens im Krankenhaus (s. 149-162). Göttingen: Hogrefe.
2.5. Multimedia Arbeitsplatz der Zukunft (MAP)
Leitprojekt im Bereich Mensch-Technik-Interaktion in der Wissensgesellschaft; Verbundvorhaben mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI)
Projektträger:
Arbeitsgestaltung und Dienstleistung (DLR)
Projektbearbeiterin:
Dr. Sabine Pfeiffer
Laufzeit:
04/2000 – 06/2003
An diesem Verbundvorhaben waren 35 Unternehmen, acht technische und zwei Arbeits- bzw. sozialwissenschaftliche Institute beteiligt. Das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt nahm hierbei – in Kooperation mit dem Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München – Aufgaben im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Arbeitsanalyse wahr.
Ziel dieser Aufgaben war, Kriterien zur nutzerorientierten Gestaltung von Multimedia-Technologien zu definieren und deren Auswirkungen und ihre Akzeptanz in der Praxis zu überprüfen. Im Mittelpunkt stand dabei der Einsatz von Multimedia-Technologien im Rahmen von Kommunikations- und Koordinationsaufgaben. Aufgezeigt werden sollte insbesondere die Rolle erfahrungsgeleiteten Arbeitens bei der Bewältigung von Kommunikations- und Koordinationsaufgaben und daraus resultierende Anforderungen an den Einsatz und die Gestaltung von Multimedia-Technologien (Agenten).
Weiterführende Informationen können auch unter http://www.map21.de abgerufen werden.
Veröffentlichungen:
Pfeiffer, Sabine (2004): Arbeitsvermögen - Ein Schlüssel zur Analyse (reflexiver) Informatisierung, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiebaden.
Pfeiffer, Sabine (2003): Informatisierung, Arbeitsvermögen und Subjekt - Konzeptuelle Überlegungen zu einer emanzipationsorientierten Analyse von (informatisierter) Arbeit. In: K. Schönberger; S. Springer (Hrsg.): Subjektivierte Arbeit: Mensch - Technik - Organisation in einer entgrenzten Arbeitswelt, Campus, Frankfurt/New York, S. 182-210.
Pfeiffer, Sabine (2002): mobileWork - Arbeit in Bewegung. In: Alcatel SEL Stiftung für Kommunikationsforschung; Forum soziale Technikgestaltung (Hrsg.): Mobile Arbeitswelten: Soziale Gestaltung von "Electronic Mobility", Mössingen-Talheim, S. 121-131.
Pfeiffer, Sabine (2001): information@WORK. Neue Tendenzen in der Informatisierung von Arbeit und vorläufige Überlegungen zu einer Typologie informatisierter Arbeit. In: I. Matuschek u.a. (Hrsg.): Neue Medien im Arbeitsalltag, Wiesbaden, S. 237-255.
Pfeiffer, Sabine (2001): OnLine - not on the Leash - Neue Formen mobilen informatisierten Arbeitens aus soziologischer Perspektive. In: M. Weiss; W. Schröter (Hrsg.): arbeit 21 - online mobil. MAP - Multimedia Arbeitsplatz der Zukunft, Darmstadt, S. 28-31.
2.6. Cross-Company-Collaboration-Projektmanagement (C3P) – Fahrzeugentwicklung im Spannungsfeld von Koordination und Kooperation
ProjektbearbeiterInnen:
Dipl.-Kff. Sigrid Pander (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt), Dipl.-Ing. u. Dipl.-Kfm. Reinhard Wagner, Dipl.-Wi.Ing. Gerhard Hab, Studierende an der Universität Augsburg
An diesem Vorhaben waren die Projekt-/Fachgruppe Automotive PM der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM), Region Augsburg, und das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt beteiligt.
Ziel des Vorhabens war eine Verbesserung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit in Fahrzeugentwicklungsprojekten. Ausgehend von einer Analyse der Situation in der Automobilindustrie erarbeitete die Projekt-/Fachgruppe Automotive PM in Kooperation mit dem Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des Projektmanagements in der Automobilindustrie. Dazu wurden qualitative Erhebungen zu technisch-organisatorischen sowie zu sozio-kulturellen Aspekten der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit (Koordination und Kooperation) in Fahrzeugentwicklungsprojekten durchgeführt.
Arbeitspapier:
Pander, S.; Wagner, R. (2003): Cross-Company-Collaboration-Projektmanagement (C3P). Ergebnisse einer Expertenbefragung in der Automobilindustrie. Unveröffentlichter Forschungsbericht, Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. und Universität Augsburg.
Veröffentlichungen:
Pander, S. (2004): Cross-Company-Collaboration-Projectmanagement - Erfahrungsgeleitetes Handeln und informelle Kooperation beim unternehmensübergreifenden Projektmanagement in Automotive-Projekten; Vortrag auf der interPM2004, Glashütten/Taunus, 26. - 27.03.2004.
Hab, G., Wagner, R. (2004): Projektmanagement in der Automobilindustrie - Effizientes Projektmanagement von Fahrzeugprojekten entlang der Wertschöpfungskette. Gabler Verlag, Wiesbaden.
Pander, S., Wagner, R. (2005): Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Automobilentwicklung - durch erfahrungsgeleitete Kooperation die Grenzen der Planbarkeit überwinden. Hampp-Verlag, Mering.
2.7. Berufspädagoge IHK
Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales
Projektträger:
Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt
ProjektbearbeiterInnen:
Dr. Nese Sevsay-Tegethoff, Barbara Speiser M.A., Dr. Carolina Kleebaur (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt), Dr. Michael Brater (Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung München)
Laufzeit:
10/2004 –06/2007
In Bayern wird zur Zeit unter Beteiligung der IHK München und Oberbayern und weiterer namhafter Akteure der beruflichen Weiterbildung und gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales ein neuer Fortbildungsberuf „Berufspädagoge IHK“ entwickelt. Das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt fungiert dabei als Projektträger.
Der Berufspädagoge IHK ist ein neuer Beruf für alle, die Erfahrung mit Ausbildung bzw. Weiterbildung haben und ihre fachliche und persönliche Kompetenz steigern möchten,
• um mit den steigenden pädagogischen Anforderungen des Ausbildens besser zurechtzukommen,
• um neue Methoden und Ansätze der Berufsbildung kennen und handhaben zu lernen,
• um mehr Verantwortung zu übernehmen,
• um sich eine eigene berufliche Entwicklungsperspektive im weiten Feld der Aus- und Weiterbildung zu erschließen.
Mehr Kompetenzen – neue berufliche Perspektiven
Mit einer vertieften pädagogisch-praktischen Kompetenz können die „Berufspädagogen IHK“ auch besonders anspruchsvolle Maßnahmen der beruflichen Ausbildung (einschließlich aller vor- und nachgelagerten Tätigkeiten) selbständig und professionell konzipieren, planen, durchführen und überprüfen. Das neue Berufsbild qualifiziert Berufsausbilder ferner erstmals dazu, auch Aufgaben in der beruflichen Weiterbildung zu übernehmen. Darüber hinaus erschließt es den Berufsausbildern systematisch vielfältige koordinierende, begleitende, beratende und steuernde Aufgaben in der Aus- und Weiterbildung und befähigt damit zu verantwortlicher Übernahme von Team- und Bereichsleitungen, von Aufgaben im Bildungsservice großer Bildungsträger, in der Koordination von Ausbildungsverbünden bzw. dezentralen Aus- bzw. Weiterbildungen oder in der Aus- und Weiterbildungsberatung.
Der neue Beruf eröffnet Ausbilderinnen und Ausbildern den Aufstieg in mittlere Leitungspositionen und Managementaufgaben in Aus- bzw. Weiterbildungsabteilungen bzw. -organisationen. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich bei Unternehmen mit großem Aus- bzw. Weiterbildungsbereich, bei überbetrieblichen Bildungszentren, großen Bildungsträgern, Ausbildungsverbünden, Bildungszentralen von Verbänden bzw. kooperativen (bzw. privaten) Bildungs-Dienstleistern. Weiter können vielfältige Aufgaben im Bereich der Umsetzung von Prüfungsordnungen, Entwicklung von Prüfungsaufgaben und Durchführung von Prüfungen übernommen werden. Als neue Perspektive zeichnet sich auch eine Tätigkeit als selbständiger Ausbilder/Aus- und Weiterbildungsberater ab.
Weiterführende Informationen können auch unter http://www.ausbilder-weiterbildung.de abgerufen werden.
2.8. Die Integration von unten – Eine neue Herausforderung für die industrielle Produktion (INTEGRUNT)
Verbundvorhaben im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektträger:
Projektträger für Produktion und Fertigungstechnologien im Forschungszentrum Karlsruhe
ProjektbearbeiterInnen:
Dipl.-Kfm. Markus Bürgermeister (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt), PD Dr. Annegret Bolte, Dr. Marhild von Behr, Dr. Sabine Pfeiffer, Dipl.-Soz. Stephanie Porschen (alle ISF München)
Laufzeit:
01/2005 – 02/2008
An diesem vom BMBF geförderten Verbundvorhaben sind sechs Unternehmen sowie das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München und das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt beteiligt. Die wissenschaftliche Begleitung der betrieblichen Vorhaben erfolgt durch das ISF München. Das Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt leistet die wissenschaftliche und administrative Koordination des Gesamtvorhabens.
Dynamische Absatzmärkte, komplexe Produkte, steigende Anforderungen an Termintreue, Qualität und Kostenreduktion erfordern ein integriertes Modernisierungskonzept, dessen zentraler Fokus sich auf Voraussetzungen und Möglichkeiten einer prozessbezogenen dynamischen Integration von unten richtet. Hierfür müssen neue Verfahren zur Koordination und Integration entwickelt werden.
In dynamischen und flexiblen Unternehmen erweist sich die Dezentralisierung der Planung als nicht ausreichend: Notwendig sind vor allem Abstimmungen in laufenden Prozessen, die von der eigentlichen Arbeit nicht getrennt sondern unmittelbar mit ihr verbunden sind. Im Zentrum des Konzeptes der Integration von unten steht die Koordinierung in die laufenden Prozesse sowie das Wechselspiel zwischen einer Koordinierung in Gremien etc. und der informellen Koordinierung in der alltäglichen Arbeit.
Die Integration von unten kann nur optimal stattfinden, wenn betriebliche Organisation, Veränderung formeller Strukturen, Kompetenzen der Mitarbeiter und Erfahrungstransfer (Mentoring), Managementstrategien, Informatisierung und Promotoren / Monitoring so gestaltet sind, dass sie das Zusammenspiel von zentralen und dezentralen Strukturen mit besonderem Augenmerk auf das Wechselspiel von formellen und informellen Strukturen unterstützen. In dem Vorhaben werden in diesen sechs Gestaltungsfeldern die Voraussetzungen für eine Koordination von unten entwickelt.
Veröffentlichungen:
Bürgermeister, Markus (2008): Change und Planung. Zu einem Balanced-Change-Management, Hampp, München und Mering
Böhle, Fritz; Bolte, Annegret; Bürgermeister, Markus (2008): Die Integration von unten. Der Schlüssel zum Erfolg organisatorischen Wandels. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag.
Böhle, Fritz (2008): Veränderung durch "Integration von unten". In: Personalführung, Heft 9/2008, S.46-51
Böhle, F.; Bürgermeister, M. (2006): Der Mitarbeiter als Organisator. In: Intelligenter Produzieren, Heft 5/2006, VDMA Verlag, Frankfurt/Main, S. 14-15.
2.9. Grenzen der wissenschaftlich-technischen Beherrschung und „anderes Wissen“ – Umbrüche im gesellschaftlichen Umgang mit sinnlicher Erfahrung
Tp A3 des SFB 536 „Reflexive Modernisierung“
Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Projektträger:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
ProjektbearbeiterInnen:
PD Dr. Annegret Bolte, Dr. Sabine Pfeiffer, Dipl.-Soz. Stephanie Porschen, Dr. Wolfgang Dunkel (alle ISF München), Dr. Nese Sevsay-Tegethoff (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt), Dr. Margit Weihrich (Extraordinariat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt)
Laufzeit:
07/1999-Mitte 2009
Das Teilprojekt befasst sich mit der Frage in welcher Weise im Prozess reflexiver Modernisierung neben wissenschaftlichem Wissen andere Formen von Wissen - und hier speziell das im praktischen Handeln gewonnene Erfahrungswissen - eine neue Bedeutung erhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei Entwicklungen im Umgang mit Erfahrungswissen im Bereich von Arbeit, Technik und Ökonomie, da hier in der Ersten Moderne der Anspruch neuzeitlicher Wissenschaft auf praktische Nützlichkeit und das Programm der Verwissenschaftlichung der gesellschaftlichen Praxis seinen paradigmatischen Ausdruck fanden. Nachdem in der ersten Phase des Projekts ein Wandel im Umgang mit Erfahrungswissen festgestellt wurde und in der zweiten Phase die Entstehung neuer Grenzziehungen innerhalb des Erfahrungswissens beschrieben worden sind, werden sich die Arbeiten in der dritten Projektphase auf die Folgen dieser Entwicklungen richten.
Diesen Folgen wird in drei Forschungsschwerpunkten nachgegangen: Quer zu unterschiedlichen Praxisfeldern soll auf einer theoretisch-konzeptuellen Ebene untersucht werden, in welcher Weise im Verständnis des Arbeitshandelns bisher Ausgegrenztes sowohl einbezogen als auch kategorial neu bestimmt wird und die soziologische Analyse dieser Veränderungen eine theoretisch-konzeptuelle Neubestimmung instrumentellen Handelns und seiner Abgrenzung gegenüber anderen Handlungsformen erfordert (Forschungsschwerpunkt I). Zum zweiten soll untersucht werden, in welcher Weise sich mit Veränderungen im Umgang mit Erfahrungswissen eine Auflösung und Verschiebung von Herrschaftsstrukturen verbindet (Forschungsschwerpunkt II). Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, in welcher Weise sich aus Veränderungen im Umgang mit Erfahrungswissen und der konzeptuellen Neubestimmung instrumentellen Handelns eine neue Sicht auf nicht-westliche Arbeitskulturen und unterschiedliche Pfade der Modernisierung ergibt und hieraus (umgekehrt) wiederum Anregungen für die Neubestimmung gewonnen werden können (Forschungsschwerpunkt III).
Mit diesem Forschungsprogramm sollen für die Theorie der reflexiven Modernisierung Beiträge erzielt werden zur Rolle von Arbeit im Prozess der reflexiven Modernisierung (unter Bezug auf die Kategorie des Arbeitshandelns), zum Formwandel von Herrschaft (unter Bezug auf die Organisation und Steuerung von Arbeit und die Entstehung neuer gesellschaftlicher Konfliktfelder) sowie zur Entwicklung einer kosmopolitischen Soziologie (unter Bezug auf die Rolle von Arbeit im Kontext unterschiedlicher Pfade der Modernisierung).
Veröffentlichungen der letzten Förderphase
Homepage des Sonderforschungsbereichs 536 „Reflexive Modernisierung“