ProkRASt - Prokrastination als Risikofaktor für den Abbruch des Studiums


Prokrastination als Risikofaktor für den Abbruch des Studiums: Eine motivations- und handlungsregulatorische Perspektive.

Projektstart: 01.03.2017
Projektende: 29.02.2020
Laufzeit: 3 Jahre
Projektträger: BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Markus Dresel
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Lisa Bäulke
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Dr. Carola Grunschel
Prof. Dr. Joachim Wirth
Prof. Dr. Dr. h.c. Detlev Leutner

Zusammenfassung

Im Rahmen des beantragten Projekts wird Prokrastination, also unangemessenes Aufschiebe-verhalten, das mit hohen emotionalen und motivationalen Kosten sowie Leistungseinbußen einhergeht, als Risikofaktor für den Abbruch des Studiums aus einer motivations- und handlungsregulatorischen Perspektive untersucht.

Beschreibung

Internationale und nationale Studien belegen eindrücklich, dass etwa ein Drittel aller Studierenden ihr Studium abbricht. Dabei ist die Abbruchquote in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit 40% bis 50% besonders hoch. Im Unterschied zur mittlerweile breiten Forschung zu Studienerfolg und dessen Bedingungen liegen zu den Ursachen für den Abbruch des Studiums bislang nur wenige empirische Erkenntnisse vor. Das Forschungsvorhaben, das gemeinsam mit Partnern an den Universitäten Bielefeld und Bochum durchgeführt wird, zielt auf die vertiefte Aufklärung der an Studienabbruch beteiligten intrapersonalen Prozesse sowie deren personaler und kontextueller Bedingungen. Es ist damit im BMBF-Programm „Forschung über ‚Studienerfolg und Studienabbruch‘“ dem Themenfeld „Forschungsvorhaben zu Ursachen, Umfang und Folgen des Studienabbruchs“ zugeordnet. Die Besonderheit des Forschungsvorhabens liegt in der intensiven Untersuchung der im individuellen Studienprozess zu verortenden Ursachen von Studienabbruch sowie der Wechselwirkungen zwischen ihnen. Im Zentrum des geplanten Forschungsvorhabens steht akademische Prokrastination, also unangemessenes Aufschiebeverhalten, das mit hohen emotionalen und motivationalen Kosten sowie Leistungseinbußen einhergeht. Hierbei initiieren Studierende Lernhandlungen (z.B. Lernen für Prüfungen, Schreiben von Hausarbeiten) nicht oder setzen diese nicht fort, obwohl sie sich dies vorgenommen haben und um die potentiellen negativen Konsequenzen des Aufschubs wissen. Prokrastination wurde bereits als Risikofaktor für geringen Studienerfolg und Studienabbruch identifiziert. Im geplanten Forschungsvorhaben sollen personale Faktoren (Studienmotivation, motivations- und handlungsregulatorische Kompetenzen, kognitive Voraussetzungen und Persönlichkeit) und kontextuelle Faktoren (fachspezifische Studienbedingungen und instruktionale Merkmale von Lehrveranstaltungen) untersucht werden, die zu akademischer Prokrastination führen. Darüber hinaus sollen insbesondere die Interaktion personaler und kontextueller Faktoren und deren Bedeutung für die Entwicklung der Intention zum Studienabbruch aufgedeckt werden.

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