| Projektstart: | 01.09.2006 |
| Projektende: | 29.02.2008 |
| Laufzeit: | 18 Monate |
| Projektträger: | BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) |
| Projektverantwortung vor Ort: | Prof. Dr. Hildegard Macha |
| Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: |
Dipl.- Päd. Sandra Struthmann Dipl.-Päd. Susanne Gruber |
Mit dem seit 2003 laufenden Projekt Gender Mainstreaming der Universität Augsburg wird das Ziel verfolgt, die Gleichstellung der Geschlechter dauerhaft in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Hochschule zu etablieren und die Universität zu einer geschlechterkompetenten Organisation zu machen. Im Rahmen des Projekts wurde ein Konzept entwickelt, mit dem an der Universität Augsburg gleichstellungspolitisches Qualitätsmanagement implementiert werden soll. Geschlechtergerechtigkeit ist ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Qualitätsmerkmal und wird deshalb als Wettbewerbsvorteil von wachsender Bedeutung sein. Die Optimierung der institutionellen Strukturen und der personellen Ressourcen mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit wird durch Maßnahmen des Gender Mainstreaming vorangetrieben.
Frauen und Männern sollen gleiche Teilhabechancen in allen Phasen der beruflichen bzw. wissenschaftlichen Karriere eröffnet werden. Insbesondere geht es um eine Erhöhung des Anteils von Frauen bei den Professuren. So gilt es zum einen, auf eine familienfreundliche Hochschule hinzuwirken, in der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich und eine optimale work-life-balance gewährleistet ist. Zum anderen werden Instrumente zur Frauenförderung bereits in der frühen Phase des Hauptstudiums eingesetzt und konsequent karrierebegleitend weitergeführt. Konkret umfasst das Konzept also ein Bündel von Maßnahmen. Modelle flexibler Kinderbetreuung werden kombiniert mit einem innovativen ökonomischen Anreizsystem, das die Beschäftigung von Müttern und Vätern mit kleinen Kindern belohnen soll. Weitere Maßnahmen sollen die gezielte Förderung von weiblichem wissenschaftlichem Nachwuchs vorantreiben.
Ziel ist, durch Gender Mainstreaming als Prinzip zur Veränderung von Entscheidungsprozessen in der Hochschule Strukturwandel zu initiieren. Gender Mainstreaming, verstanden als Instrument der Organisations- und Personalentwicklung, ist eine Querschnittsaufgabe, wobei die Verantwortung für die Anwendung des Gender-Mainstreaming-Prinzips bei der Spitzeder Organisation liegt, also der Hochschulleitung (Top-down-Prozess). Es ist nötig, alle Akteure und Akteurinnen der Hochschule, die Entscheidungsprozesse vorbereiten, durchführen und kontrollieren, zu sensibilisieren und ihnen ‚Gender-Knowhow’ an die Hand zu geben. Im Jahr 2001 wurde mit dem „Konzept zur Frauenförderung und Gleichstellung“ bereits ein Instrument entwickelt, das nun im Gender Mainstreaming-Verfahren angewendet werden kann.
Mit dem Projekt Gender Mainstreaming der Universität Augsburg wird eine Doppelstrategie verfolgt: Einerseits werden klassische frauen- und gleichstellungspolitische Maßnahmen umgesetzt, andererseits wird ein Wandel der Organisation mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit in Gang gebracht. Um die Realisierung der Maßnahmen und ihre Wirkungen und Folgen bewerten zu können, ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts die wissenschaftliche Forschung: Alle Maßnahmen werden im Prozess und anhand der Ergebnisse evaluiert und die Effekte dokumentiert. Die Stärke des Projekts der Universität Augsburg liegt somit in der – in dieser Form einzigartigen – Kombination von spezifischen Maßnahmen und wissenschaftlicher Evaluationsforschung.