Suche

Künstlerische Interpretation
Musikreflexion
Musikvermittlung/Musikpädagogik

Musiktherapie


DAS PROFIL DES LEOPOLD-MOZART-ZENTRUMS

Das Leopold-Mozart-Zentrum versteht sich als Kompetenzzentrum für künstlerische Interpretation und künstlerische, musikpädagogische und musiktherapeutische Ausbildungsstätte.

Sie trägt den Namen des in Augsburg geborenen aufklärerischen Gelehrten, Komponisten, Musiker und Violinpädagogen Leopold Mozart. Sein Name steht für die Idee der Musik, aber auch für die Herangehensweise in der Lehre: Exzellente Musikvermittlung mit Hingabe und Zugewandtheit, mit Offenheit für das Neue und mit Liebe für den musikalischen Reichtum, der in der Zeit und auch im regionalen Kontext entstehen konnte. Was für die Ausbildungsstätte gelten soll, gilt auch die Menschen, die hier studieren und arbeiten: Musik bringt Freude, verbindet, beflügelt.

Künstlerische Interpretation

Zum besonderen Profil der künstlerischen Ausbildung am Leopold-Mozart-Zentrum gehören Musik-Veranstaltungen, die eine Verbindung zwischen künstlerischer Reflexion und Interpretation herstellen können. Durch die Zusammenarbeit mit am eigenen Haus tätigen Komponist*innen, der Involvierung von internationalen Gästen der Musiktheorie und -praxis sowie bekannten Interpret*innen bietet das LMZ Musiker*innen wie seinem Publikum exzellente und reichhaltige Musikerfahrungen. Studierende aller Studiengänge werden von Beginn an aufgefordert, interdisziplinär zu denken, die eigenen Entwicklungsspielräume reflexiv und mit Neugier auszuloten und zu erweitern.

Vielfältige universitäre Vernetzung

Durch seine Einbettung in die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg bietet das Leopold-Mozart-Zentrum über die eigenen Kernfächer der Musik und Musikpädagogik hinaus vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten mit den unterschiedlichen Disziplinen der Philosopie, Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Didaktiken. Darüber hinaus ergeben sich Möglichkeiten, Synergieeffekte auch mit Disziplinen anderer Fakultäten - z.B. Theologie, europäische Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, Sprachwissenschaften - auszuloten. Das besondere Profil dieser Verbindung künstlerischen Lebens mit der Welt der Wissenschaft als ein in Deutschland neuartiges Bildungsmodell ergänzt die bisherige Ausbildungslandschaft. Die große Chance dieses Modells ist, dass eine gelungene Integration eine zunehmende Vielfalt von Bildungschancen eröffnet. Dies ist attraktiv für die Studierenden der künstlerischen bzw. musikpädagogischen Studiengänge.

Das Studienprogramm des LMZ fügt sich nahtlos in die Gesamtstrategie der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät, der fakultätsübergreifenden Institute und Kompetenzzentren ein (Kultur und Bildungswissenschaft, Heterogenität und Bildungserfolg, Medien und Kommunikation, Friedensforschung, Lehren und Lernen), die Modulbildung garantiert die Verzahnung der verschiedenen außerschulisch relevanten musikpädagogischen Lehrangebote mit Studienangeboten des Lehramtsstudiums. Durch die interdisziplinäre Einbindung in die philosophisch-sozialwissenschaftliche Fakultät und die fakultätseigenen und -übergreifenden Institute können Forschungsergebnisse zeitnah aufgegriffen werden und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen im Ausbildungskonzept ihren Niederschlag finden.

Musik und Reflexion über Musik

Die Reflexion über künstlerische Interpretation - in ihrem kultur-, zeit- und rezeptionsgeschichtlichen Kontext - ist ein spannender Ansatz, den Lehrenden des LMZ ihren Studierenden bieten möchten. Vorbildgebend ist hier die Arbeit des "Interdisziplinären Forums für künstlerische Interpretation" (Leitung Prof. Julius Berger) mit den regelmäßigen Projektreihen "Von der Idee zum Werk", "Kammermusikalische Akademie", "Komponist und Interpret" mit exzellenten auswärtigen Gastreferent*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen.

Dabei haben sich zwei Schwerpunkte herausgebildet:

  1. Interpretation von Werken der Mozartzeit
    In der Geburtsstadt Leopold Mozarts versteht es sich nahezu von selbst, dass insbesondere die Interpretation von Werken der Mozartzeit und deren kultur-, zeit- und rezeptionsgeschichtliche Einordnung einen hohen Rang einnimmt, zumal in Augsburg die Mozartvereinigungen (Deutsche Mozartgesellschaft, Leopold Mozart Kuratorium (Internationaler Violinwettbewerb), Internationale Leopold Mozart Gesellschaft, Mozartgemeinde und Mozartstiftung in enger Verbindung, auch personell, zum Leopold-Mozart-Zentrum stehen. Zudem enthält die Sammlung der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek in der Universitätsbibliothek 1.600 Handschriften, 1.300 Musikhandschriften und 1.800 Musikdrucke und literarische Dokumente der Mozartzeit. Instrumente der Mozartzeit gehören zur Ausstattung des LMZ. Die historische Instrumentensammlung mit Instrumenten der Mozartzeit soll erweitert werden. Eingeführt wurden Wettbewerbe, deren Bezeichnungen auf wichtige Augsburger Zeitgenossen Mozarts hinweisen (Johann Jakob Lotter Preis, Johann Andreas Stein Preis).

  2. Beschäftigung mit Musik der Gegenwart
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit Musik der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit. Regelmäßig werden Komponist*innen und Interpret*innen eingeladen, die Musik des 20./21. Jahrhunderts und aktuelle Kompositionen mit den Studierenden zu erarbeiten und der Öffentlichkeit vorstellen. Günstige Voraussetzungen liegen hier insofern vor, als mehrere Komponist*innen als Dozent*innen am LMZ beschäftigt sind (Richhard Heller, Markus Schmitt, Franz-Jochen Herfert, Stefan Schulzki), ein Studio für Neue Musik regelmäßig Veranstaltungen anbietet, ein Ensemble für zeitgenössische Musik aktuelle Kompositionen einstudiert und das LMZ der wichtigste Partner des Projekts "Mehr Musik" zur Förderung zeitgenössischer Musik für Kinder und Jugendliche ist. In allen Studiengängen gehört die theoretische und praktische Beschäftigung mit Musik der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart zum Pflichtprogramm. Stilistisch hat die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zahlreiche Ausweitungen im Jazz- und Popbereich erfahren. Studierende erhalten deshalb die Möglichkeit einer Vertiefung auf diesen Gebieten, da das LMZ mit den verschiedensten popmusikalischen Einrichtungen von Stadt und Region vernetzt ist.

 

MUSIKVERMITTLUNG UND MUSIKPÄDAGOGIK

In der Bezeichnung der Einrichtung ("Zentrum für Musik und Musikpädagogik") wird deutlich, dass ein weiterer Schwerpunkt in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Musikvermittlung liegt. Angeboten werden musikpädagogisch ausgerichtete Studiengänge: Musiklehrer*innen an allgemeinbildenden Schulen werden in der Lehrausbildung (Grund-, Haupt- und Realschule), Musikschullehrkräfte und private Musiklehrer*innen im BA-Studiengang Musik ausgebildet. Im BA-Studiengang Erziehungswissenschaft der Universität kann ein musikpädagogischer Schwerpunkt gewählt werden. Studienprofile im BA Studiengang Musik sind Gesangs- und Instrumentalpädagogik, Elementare Musikpädagogik, Blasorchesterleitung; deren pädagogische Ausrichtung wird intensiviert durch die innovativen Vertiefungsrichtungen Jazz/Pop/Musikmedien, Klassenmusizieren, Musikwissenschaft/Musiktheorie, interkulturelle Musikerziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf.

Insbesondere die stilistische Erweiterung um Jazz, Pop, der Einbezug des Klassenmusizierens, die intensive mediale Ausbildung, die Erweiterung des Angebots um interkulturelle, musiktherapeutische Aspekte entsprechen einem zeitgemäßen Ausbildungsmodell.

Musikwissenschaft und Musiktheorie sind praxisbezogen auf Arbeit in kulturellen Einrichtungen ausgerichtet (Gesprächskonzerte, Stadtführungen, Arbeit im Museum, Ausstellungen, Regionalforschung). Die Modulbildung ermöglicht die Verzahnung der verschiedenen außerschulisch relevanten musikpädagogischen Lehrangebote mit Studienangeboten des Lehramtstudiums. Die begonnene behutsame Verzahnung von Studienanteilen der Lehramtsausbildung im Fach Musik mit Studienelementen des Bachelorstudiengangs Musik, wie sie durch Belegung von Modulelementen der Vertiefungsrichtungen für Lehramtsstudierende und künftig für Medienarbeit und die Chorarbeit für alle Studiengänge umgesetzt wird, eröffnet weitere Möglichkeiten, Synergieeffekte stärker auszunutzen. Der MA-Studiengang "Musikvermittlung/Konzertpädagogik" hat sich bereits in seinem zweiten Studienjahr als hervorragende akademische Weiterbildung für MusikerInnen und MusikpädagogInnen etabliert.

Schwerpunktstützende pädagogische Maßnahmen sind: die Einrichtung der monatlich stattfindenden LMZ Kolloquien mit GastrefentInnen anderer Universitäten und Musikhochschulen, bei der aktuelle musikpädagogische Themen zur Instrumental- und Gesangspädagogik und zur Musik des 20./21. Jahrhunderts behandelt werden, die Etablierung einer Schriftenreihe des LMZ ("Vermitteln, Fördern, Interpretieren") und ein mehrjähriges Projekt "Instumentaldidaktik" mit der Einrichtung von Projektstellen sowie einigen wissenschaftlichen Hilfskraftstellen.

MEHR MUSIK!

Das LMZ ist der wichtigste Partner bei dem von der Deutschen Kulturstiftung geförderten Projekt "Mehr Musik" zur Förderung der Akzeptanz zeitgenössischer Musik bei Kindern und Jugendlichen. Unter hundert eingereichten Projekten aus dem In- und Ausland sind zwei Projekte aus Augsburg in der engsten Auswahl mit Bestpreisen ausgezeichnet worden. Dozentinnen und Dozenten des LMZ wirken hier ebenso mit wie bei dem wichtigen Wettbewerb "Jugend musiziert". Erfolgreich arbeiten Gymnasien (insbesondere die musischen Gymnasien), Grund-, Mittel und Realschulen, Musikschulen und die vorschulischen Einrichtungen mit dem LMZ zusammen - durch entsprechende Vereinbarungen abgesichert.

MUSIKTHERAPIE

Die Vernetzung von Musik, Musikpädagogik und Musiktherapie wird ständig vorangetrieben. Durch die Integration des Faches Musiktherapie konnten ein Ausbildungsschwerpunkt "Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf" im BA-Studiengang Musik eingebracht werden. Im Aufbau befindet sich das "Interdisziplinäre Gesundheitszentrum für Forschung, Lehre, Praxis, Prävention und Weiterbildung der Universität" und das "Musiktherapiezentrum an der Universität Augsburg" mit Blick auf psychosoziale Präventionsmöglichkeiten mit Musik. Das Zentrum wird - finanziell gestützt durch einen Förderverein -  musiktherapeutische Behandlung ermöglichen, wo diese medizinisch indiziert ist. Gleichzeitig wird eine Anbindung an die Lehre sowie Qualitätssicherung durch Forschung sichergestellt. Der weitere Ausbau des Bereichs "Musik und Gesundheit" ist in vollem Gange. Dabei werden sowohl physiologische Aspekte der Musikermedizin berücksichtigt (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Joachim Blum, Vorstand der "Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin"), der bereits beratend für das LMZ tätig ist. Prof. Dr. med. Hans Ulrich Schmidt (Professor für musiktherapeutische Forschung und Musikmedizin am LMZ, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin) will sich insbesondere auch um die psychischen Probleme von Musikern sowie deren Beratung und Prävention kümmern.

Nachdem das Fach Musiktherapie in die Promotionsordnung der Universität aufgenommen wurde, gibt es immer wieder Anfragen und laufende Projekte (z.B. über Gewaltprävention, Integrationsmaßnahmen für Schüler mit Migrationshintergrund, musikalische Parameter im vorsprachlichen Mutter-Kind-Dialog, zur Förderung von emotionaler Intelligenz, den Einsatz digitaler Medien in der Musiktherapie). Die international renommierte "werkstatt für musiktherapeutische forschung augsburg" findet seit 2008 jährlich am LMZ in Augsburg statt.

Zum Seitenanfang