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Lehrprofil


Vorlesung

Einführung in die Soziologie

Ziel der Einführungsvorlesung ist es, den Studierenden einen ersten Zugang zum terminologisch-theoretischen 'Handwerkszeug' zu geben udn den 'soziologischen Blick' einzuüben. Die Vorlesung besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf einer theoriehistorischen Einführung in die zentralen Paradigmen der Soziologie. Über eine Klärung des Gegenstandsbereichs der Soziologie hinaus werden im zweiten Teil zentrale Begriffe und Konzepte wie 'soziales Handeln', Sozialisation', 'Identität', 'Gruppe', 'Rolle', 'Organisation', 'Institution' oder 'System' präsentiert.

  • Angeboten im WiSe 2013/2014 



Seminare und Übungen


Das Interpretative Paradigma

Zu Beginn des Seminars werden die deutschen und amerikanischen Traditionen des Interpretativen Paradigmas der Soziologie behandelt. Mit G.H. Mead, H. Blumer, E. Goffman einerseits, A. Schütz und Berger/Luckmann andererseits, werden die theoretischen Grundlagen des Symbolischen Interaktionismus, der Verstehenden Soziologie und der Wissenssoziologie diskutiert. Im zweiten Teil werden die empirischen Studien vorgestellt, die aus diesen Traditionen hervorgegangenen sind und die bspw. im Kontext der Grounded Theory oder der Hermeneutischen Wissenssoziologie durchgeführt wurden. Dies reicht von den klassischen Studien eines Whyte über die "Street Corner Society" bis hin zu den gegenwärtigen Analysen der Lebenswelten von Spielern und Spielhallen wie in "Jackpot" von Jo Reichertz u.a.

  • Angeboten im: SoSe 2013

Die Gruppendiskussion als empirische Forschungsmethode

Das Seminar behandelt die methodologischen Grundlagen der Gruppendiskussion. Im Anschluss daran durchlaufen die studentischen Forschungsgruppen den gesamten Forschungsprozess der Gruppendiskussion: von der Rekrutierung der Teilnehmer, der Erstellung eines Diskussionsleitfadens, der Moderation der Diskussionen bis hin zur Auswertung der Daten. Abschließend erfolgt die Präsentation der Ergebnisse der Gruppendiskussionen.

  • Angeboten im: WiSe 2008/2009

Einführung in soziologische Theorien

Grundlegender Überblick über die wichtigsten soziologischen Theorien. Dabei orientiert sich die Veranstaltung an den klassischen Dualismen Struktur-Handlung, Mikro-Makro oder auch Subjektivismus-Objektivismus. Neben den Theorieansätzen werden Gegenwartsdiagnosen ebenfalls einbezogen.  

  • Inhalt: Symbolischer Interaktionismus, Ethnomethodologie, Rational Choice; Parsons, Luhmann, Adorno/Horkheimer, Habermas, Bourdieu, Giddens, Heitmeyer, Beck

  • Angeboten im: WiSe 2006/2007; SoSe 2007


Einführung in die Wissenssoziologische Diskursanalyse

Die Essentials der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (Reiner Keller) werden anhand der Begriffe Wissen, Sinn, Symbol und Diskurs im Anschluss an die Tradition des Symbolischen Interaktionismus (Mead, Blumer, Gameson), der Wissenssoziologie (Schütz, Berger/Luckmann), der wissenssoziologischen Hermeneutik (Soeffner, Hitzler, Reichertz, Schroer) und Michel Foucaults interpretativer Analytik diskutiert. Anschließend werden aktuelle Forschungsarbeiten vorgestellt, die mit dem Programm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse arbeiten (Authentizitätskonstruktionen von Familienbildern in Reality-Shows; Die "Krise der Jungen" im massenmedialen Diskurs; Herstellung von hegemonialem Terrorismuswissen in der Forschung über Selbstmordattentate)

  • Angeboten im: WiSe 2008/2009

Entwicklungsperspektiven von Arbeit

Ausgehend von den klassischen Theorien und Studien der Arbeits- und Industriesoziologie wird die Krise und der Wandel der Arbeitswelt thematisiert. Gesellschaftstheoretische Konzepte wie Dienstleistungsgesellschaft, Wissensgesellschaft oder auch Fordismus/Postfordismus dienen als Grundlage der Diskussion von aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt. Die Subjektivierung, Entgrenzung und Prekarisierung von Arbeit erhält einen ebenso hohen Stellenwert wie die Untersuchungen zum Aufkommen des "unternehmerischen Selbst". Daneben werden Themen wie Arbeitslosigkeit, Qualifikationserfordernisse und Arbeitsmarktentwicklung behandelt, um das Phänomen "Arbeit" in seiner Breite zu erfassen.

  • Angeboten im: SoSe 2009; SoSe 2010, SoSe 2011, SoSe 2012, SoSe 2013

Grundlagen der Sozialwissenschaftlichen Diskursforschung

Theoretische und methodische Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Diskursforschung sind eingebettet in ein breiteres Feld der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung und Forschung. Im Begleitseminar zur Ringvorlesung werden die dort behandelten Themen und Ansätze vertiefend diskutiert und vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und Entwicklungen im Feld aktueller sozialwissenschaftlicher Theorieperspektiven verorte. Das Ziel der Veranstaltung ist es, einen breiten Überblick zu den Ansätzen der Diskursanalyse (DA) zu bieten: u.a. Historische DA, Kritische DA, politische DA, feministische DA, erziehungswissenschaftliche DA, postkoloniale DA etc.

  • Angeboten im WiSe 2013/2014, WiSe 2014/2015, WiSe 2015/2016

Gouvernementalität der Wissensgesellschaft

Die Verknüpfung genuin wissenssoziologischer Ansätze mit der Diskurstheorie Michel Foucaults eröffnet eine Perspektive, die begreifbar macht, in welcher Weise Identitätsbildungsprozesse in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Strukturen stehen, wie das moderne Subjekt normalisiert und diszipliniert wird und wo es Möglichkeiten des Widerstands gibt. Das Seminar richtet den Blick auf die Subjektivierungsweisen des modernen Menschen, der vor dem Hintergrund einer vermeintlichen Wissensgesellschaft als "unternehmerisches Selbst" angerufen wird.

  • Angeboten im: SS 2010, SoSe 2011

Individualisierung und Exklusion im Wohlfahrtsstaat

Die Entstehung des modernen Wohlfahrtsstaates nach dem 2. Weltkrieg hat einem enormen Individualisierungsschub freigesetzt. Durch die Umbrüche in der Arbeitswelt im Zuge der Globalisierung zeigen sich jedoch in zunehmender Weise die negativen Folgen der Individualisierung, was letztlich durch den Abbau wohlfahrtsstaatlicher Leistungen Exklusionstendenzen befördert. Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie der Sozialstaat entstanden ist und welche Transformation er gegenwärtig durchmacht. Daran schließt sich unmittelbar die Frage an, welche Transformation die soziale Frage im 21. Jahrhundert erfährt und wie die Gesellschaft mit dem typisch modernen Phänomen der Massenarbeitslosigkeit umgeht.

  • Angeboten im: WiSe 2007/2008


Kolloquium für Magister- und B.A./M.A.-Abschlussarbeiten

In dem Seminar werden studentische Abschlussarbeiten vorgestellt und diskutiert - sowohl in methodischer wie auch in theoretischer Hinsicht. Dabei werden die Arbeiten  unabhängig davon  besprochen, in welcher Phase sie sich gerade befinden: ob in der Konzeptionalisierungsphase, der Recherchephase, der Schreibphase oder kurz vor der Fertigstellung. In 'klassischer' Seminarform sollen hier Ideen vorgestellt und weiterentwickelt sowie bereits vorliegende Zwischenergebnisse diskutiert werden. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs und eine gewisse 'Absicherung' mit Blick auf inhaltliche wie formale Gesichtspunkte der Magisterarbeit. Ziel des Seminars ist es, eine kontinuierliche Betreuung der Arbeit über die einmalige Präsentation hinaus anzubieten.

  • Angeboten im: WiSe 2006/2007; SoSe 2009; WiSe 2011/2012, SoSe 2012, WiSe 2012/2013, SoSe 2013, WiSe 2013/2014, SoSe 2014, WiSe 2014/2015, SoSe 2015, WiSe 2015/2016, SoSe 2016, WiSe 2016/2017

Medienanalyse und Gruppendiskussion in der Forschungspraxis

Das Seminar ist als Forschungspraktikum konzipiert, d.h. dass die Studierenden angeleitet werden, eine eigene Forschungsarbeit mittels der Methode der Gruppendiskussion oder der Medieninhaltsanalyse durchzuführen. Dabei sollen Grundkenntnisse sowohl im qualitativen als auch im quantitativen Methodenverständnis vermittelt werden, wobei letztlich die empirsche Anwendung im Vordergrund steht.

  • Angeboten im: WiSe 2007/2008


Methoden der empirischen Sozialforschung

Der Grundkurs bietet einen Überblick über die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der empirischen Sozialforschung. An zentraler Stelle werden ausgewählte qualitative und quantitative Methoden vorgestellt: standardisierte Befragung, Formen des qualitativen Interviews, Gruppendiskussion, Beobachtung, qualitative und quantitative Inhaltsanalyse. Darüber hinaus werden die behandelten Methoden anhand verschiedener Übungen (z.B. Fragebogegestaltung oder Interview-Interpretationen) praxisnah vermittelt und Probleme des Forschungsalltags aufgezeigt.

  • Angeboten im: 2 x SoSe 2008; 3 x SoSe 2009; 2 x SoSe 2010; 3 x SoSe 2011; 3 x SoSe 2012

Soziologie sozialer Ungleichheit

Zunächst wird anhand der klassischen Ansätze von Marx, Weber und Geiger diskutiert, inwieweit sich Begriffe wie Klasse und Schicht zur Beschreibung der gegenwärtigen Gesellschaft eigenen. Danach werden aktuellere Klassen- und Schichtkonzeptionen bearbeitet (wie bspw. bei Pierre Bourdieu), Lebensstil- und Milieuansätze diskutiert, um dann im zweiten Teil des Seminars neue Spaltungstendenzen in der Gesellschaft mit dem Exklusionsbegriff zu erfassen.

  • Angeboten im: WiSe 2006/2007 ; SoSe 2007, WiSe 2007/2008; 2 x WiSe 2009/10, 2 x WiSe 2010/2011, WiSe 2011/2012, 2 x WiSe 2012/2013, SoSe 2015


Soziologische Theorien und Begriffe & Grundlagen soziologischen Denkens

In diesem speziell für den neuen Bachelor-Studiengang konzipierten Kurs wird den Studierenden anhand verschiedener Theorien und Begriffe das soziologische Instrumentarium nahe gebracht. Dabei soll vor allem der "soziologische Blick" auf die Gesellschaft eingeübt werden. Die Studierenden sollen lernen, eine distanzierte Beobachterhaltung einzunehmen, um auf diese Weise ein Gespür für die "sozialen Tatsachen" zu bekommen.

  • Angeboten im: 2 x WiSe 2007/2008; WiSe 2008/2009; WiSe 2009/10; WiSe 2010/2011; WiSe 2011/2012, WS 2014/2015


Empirische Subjektivierungsforschung

Die Untersuchung menschlicher Selbstverhältnisse ist seit den Anfangstagen der Soziologie ein zentrales Thema, allen voran Max Webers berühmte Protestantismus-Studie, die den Zusammenhang von religiösen Weltbildern und den Lebensführungspraktiken der Menschen untersucht. Für die Soziologie stellt sich seitdem immer wieder die Frage, ob und wie gesellschaftliche, kulturelle bzw. ökonomische Strukturen und individuelle Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zueinander in Beziehung stehen. Diesen klassischen Zusammenhang von Struktur und Handlung oder Gesellschaft und Individuum nimmt auch das Subjektivierungskonzept in den Blick, das vor allem im Kontext der Diskursforschung diskutiert wird. Mit der Etablierung der sozialwissenschaftlichen und wissenssoziologischen Diskursforschung in den 1990ern drehten sich jedoch die Fragen zunächst in erster Linie darum, inwiefern die Foucaultschen Diskurs- und Machtkonzeptionen eine Ergänzung zu den Theorieangeboten der Wissenssoziologie im Hinblick auf die Meso-Ebene gesellschaftlicher Wissensverhältnisse und -politiken und den damit verbundenen Definitionskonflikten sozio-historisch situierter Akteure bereitstellen können. Erst in den vergangenen Jahren erfolgte eine zunehmende ‘Rückkehr’ zum ‘menschlichen Faktor’: lag demnach der Schwerpunkt zunächst darauf, ‘was Menschen mit Diskursen machen’, wird gegenwärtig mit den Konzepten der Subjektivierung zunehmend danach gefragt, was ‘Diskurse mit Menschen machen’.

Dieser Frage soll im Seminar sowohl theoretisch als auch empirisch nachgegangen werden, wobei der Schwerpunkt auf der empirischen Anwendung im Hinblick auf die MA-Abschlussarbeit liegt. Daher wird in diesem Seminar im ersten Teil geklärt, welchen Vorteil die Subjektivierungsperspektive gegenüber eher ‘klassischen’ Analysetools zur Untersuchung menschlicher Subjektivitäten bietet und was die Empirie der Subjektivierung bspw. von der Sozialisations- und Biographieforschung unterscheidet oder wie sich die Annahmen der Subjektivierungskonzepte von denen der klassischen Identitätstheorien abgrenzen lassen. Ausgehend davon wird mit den Selbst- und Identitätstheorien des amerikanischen Interpretativen Paradigmas der Soziologie eine methodologische Grundlegung des Subjektivierungskonzepts im Rahmen der wissenssoziologischen Diskursforschung vorgeschlagen, die Subjektivierung als ein sensibilisierendes Konzept (Herbert Blumer) begreift, das empirische Untersuchungen anleitet. Der zweiten Teil des Seminars besteht dann darin, die Studierenden zu einem eigenen empirischen Projekt anzuleiten und mögliche Projekte für die Abschlussarbeit voranzutreiben.

  • Angeboten im: WiSe 2015/2016, SoSe 2016

Qualitative Interviews in der interpretativen Sozialforschung

Interviews stellen einen grundlegenden Modus der qualitativ-rekonstruktiven Sozialforschung dar. In diesem Seminar werden die wesentlichen Ansätze vorgestellt und diskutiert: das narrative Interview, das problemzentrierte Interview und das Experteninterview. Diese drei Grundformen bilden dann auch die Basis für die eigenständigen Durchführungen von Interviews seitens der Studierenden. 

Neben der praktischen Durchführung von Interviews, die in dem Seminar eingeübt wird, bereitet vor allem die Auswertung und Interpretation von Interviews oftmals große Schwierigkeiten. Daher wird der zweite Schwerpunkt des Seminars auf die Auswertungsverfahren gelegt. Und neben der praktischen Tätigkeit des Interpretierens von Daten wird es hierbei auch notwendig sein, die theoretischen und methodologischen Standpunkte zu reflektieren, die die Datenauswertung anleiten. Dazu werden unterschiedliche Vorgehensweisen und Forschungsprogramme diskutiert: durch eine Abgrenzung von der Inhaltsanalyse, der objektiven Hermeneutik, der Narrationsanalyse und der dokumentarischen Methode werden die Vorteile der Orientierung am Kodierparadigma der Grounded Theory und an den Verfahren der hermeneutischen Wissenssoziologie deutlich gemacht.

  • Angeboten im: WiSe 2016/2017

Qualitative Methoden I: Methodologische Grundlagen und Methoden  der Datenerhebung

Das Seminar beginnt mit einem historischen Überblick der Entwicklung qualitativer Methoden und stellt im ersten Teil die theoretischen und methodologischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung vor und nimmt dabei insbesondere Bezug auf die Theorien  des Interpretativen Paradigmas der Soziologie. Im zweiten Teil werden die verschiedenen Interviewformen wie biographisch-narratives Interview, Experteninterview und Gruppendiskussion behandelt. Der dritte Teil widmet sich schließlich den Beobachtungsmethoden wie der teilnehmenden Beobachtung und der Ethnographie. 

  • Angeboten im: WiSe 2014/2015


Qualitative Methoden II: Forschungsprogramme und Auswertungsstragien

Im ersten Teil des Seminars werden Forschungsprogramme als Methodologie-Methoden-Pakte vorgestellt und  diskutiert (u.a. die Grounded Theory, Objektive und sozialwissenschaftliche Hermeneutik, Dokumentarische Methode, Wissenssoziologische Diskursanalyse, Situationsanalyse). Der zweite Teil widmet sich den Auswertungsverfahren der qualitativen Sozialforschung wie der Inhaltsanalyse, diversen Kodierverfahren, Kategorienbildung und es wird dabei der Unterschied zwischen inhaltsanalytischen und interpretativ-hermeneutischen Verfahren disktuiert. 

  • Angeboten im: SoSe 2015


Theorie und Empirie der Deutungsmusteranalyse

Das Deutungsmusterkonzept ist in den Sozialwissenschaften weit verbreitet (z.T. auch unter dem Begriff des "Frames"), wobei jedoch die Verwendung sehr uneinheitlich erfolgt. Dieses Seminar verortet das Deutungsmusterkonzept in den interpretativen und wissenssoziologischen Theorieansätzen. Dabei werden zugleich anhand einer qualitativen und quantitativen Medienanalyse und anhand der Methode der Gruppendiskussion forschungspraktische Beispiele gegeben, wie das Deutungsmusterkonzept in konkreter empirischer Arbeit angewendet werden kann. 

  • Angeboten im: SoSe 2007


Vom Proletariat zum Prekariat – die diskursive Konstruktion der Unterschicht

Dieses Seminar geht vor allem der Frage nach, wie diejenigen Gesellschaftsmitglieder wahrgenommen werden, die sich am unteren Ende der Einkommens- und Bildungsskala befinden und die gemeinhin als ‘Unterschicht’ bezeichnet werden. Dabei wird es weniger um sozialstrukturelle als vielmehr um diskursive Elemente gehen, die anhand von zwei zentralen Fragen untersucht werden: 1. Wie wird die Unterschicht in politischen, wissenschaftlichen und medialen Diskursen konstruiert? 2. Wie nehmen sich Angehörige der unteren Schichten selbst wahr und welche Quellen einer positiven Identitätsbildung stehen ihnen zur Verfügung?Abgeschlossen wird das Seminar durch einen praktischen Teil, in dem Beispiele aus Fernsehsendungen und aus Printmedien analysiert werden.

  • Angeboten im: SoSe 2008


Where the action is - Wahn und Wirklichkeit in der interpretativen Sozialforschungg

Das Interpretative Paradigma der Soziologie hat wie kaum eine andere Theorietradition ihre Wurzeln in der qualitativen Feldforschung. In der frühen Chicago School wurden die Studierenden und Forschenden zum "nosing around" aufgefordert, zum "herumschnüffeln", umherstreifen und beobachten: verlasst eure Schreibtische und macht euch in wirklicher, richtiger Forschung die Hände schmutzig - so könnte man den Grundgedanken von Robert E. Park zusammenfassen. Und die boomende Stadt Chicago bot dazu die besten Gelegenheiten, um die Lebenswelten von Gangs, Prostituierten, Glücksspielern, Obdachlosen usw. unmittelbar teilnehmend zu erforschen. 

Das Seminar behandelt neben einer kurzen Übersicht und Einführung zum Interpretativen Paradigma die klassischen und neueren Studien aus dieser Tradition. Dabei wird es darum gehen zu zeigen, welchem Wahnsinn sich Soziologinnen und Soziologen aussetzen, wenn sie in die Lebenswelten von Gangs und Glücksspieler eintauchen, wenn sie verdeckt in psychiatrischen Anstalten forschen oder jahrelang in einem Ghetto in den USA in eine WG ziehen. Zu fragen wird sein, welche Erkenntnisse in diesen Settings über die Wirklichkeit der Beforschten gewonnen werden können. Im Mittelpunkt wird aber auch diskutiert werden, wo die Grenzen derartiger Forschungsvorhaben liegen, welche Fehler die Forschenden begehen und nicht zuletzt auch die Frage, was die intensive Teilnahme am Feld mit den Forschenden macht, wenn sie selbst Teil eines Hexenzaubers werden, bei einem organisierten Wahlbetrug mitmachen oder zum Anführer einer Gang ernannt werden

  • Angeboten im: WiSe 2015/2016

Wissenssoziologische Diskursanalyse in der Forschungspraxis

Der klassische Dualismus zwischen Individuum und Gesellschaft bildet den Ausgangspunkt für das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA). Das Subjekt wird dabei auf zweierlei Weise gedacht: als Adressat von kollektiven Wissensbeständen und als mehr oder weniger eigensinniger Akteur, der kreativ mit den strukturellen Vorgaben umgeht.Die Verknüpfung genuin wissenssoziologisch-interpretativer Ansätze mit der Diskurstheorie Foucaults in Reiner Kellers Ansatz der WDA eröffnet eine Perspektive, die begreifbar macht, in welcher Weise die Beziehungen des Menschen zur Welt über symbolische Ordnungen vermittlet sind. Zentral richtet die WDA dabei ihren Blick auf die Meso-Ebene gesellschaftlicher Wissenpolitiken, auf die Deutungskonflikte und Definitionswettkämpfe in Medien, Politik und  Wissenschaft sowie auf die machtvollen Auseinandersetzungen in den instutionellen Bereichen der Gesellschaft.Dabei ist die Frage nach den individuellen und kollektiven Akteuren und deren Verstrickung in die diskursiven „Wahrheitspiele“ der wesentliche Aspekt für das Verständnis der Genese, Verbreitung und Transformation gesellschaftlicher Wissensbestände und symbolisch-kommunikativer Sinnordnungen. Ziel des Seminars ist es, den Studierenden mögliche Perspektiven für die eigene Abschlussarbeit zu eröffnen, in dem durch das Forschungsprogramm der WDA die theoretische und methodologische „Ausrüstung­“ bereit gestellt wird, um eigenständige empirische Forschungsvorhaben zu entwickeln und umzusetzen. Zudem werden mögliche Fragestellungen und Zugangsweisen anhand zahlreicher empirischer Studien aus der Forschungspraxis der WDA diskutiert.

  • Angeboten im: SoSe 2012, WiSe 2012/2013, SoSe 2013, SoSe 2014, WiSe 2014/2015, SoSe 2016, WiSe 2016/2017