Suche

Evaluierung der SAPV-Richtlinie: Outcomes, Interaktionen, Regionale Unterschiede / SAVOIR


Projektstart: 01.07.2017
Projektende: 30.06.2019
Laufzeit: 24 Monate
Projektträger: Gefördert vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Werner Schneider
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG)

Zusammenfassung

Das an der Universität Augsburg angesiedelte Teilprojekt des Drittmittelprojekts SAVOIR steht unter dem Titel "Was ist gute Versorgungspraxis? - Versorgungsqualität aus Sicht von SAPV-Teams und weiterer Leistungserbringer in der SAPV". Ziel ist die Rekonstruktion der Handlungsstrategien, Deutungen und Bewertungskategorien, die Teams in der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und weitere, mit ihnen vernetzte Leistungserbringer (Hausärzte, Pflegedienste, Hospizdienste etc.) in der alltäglichen SAPV-Praxis vor Ort bei ihrer Einschätzung von Versorgungsqualität verwenden und an denen sie ihr Handeln orientieren.

Beschreibung

Das Teilprojekt "Was ist gute Versorgungspraxis? - Versorgungsqualität aus Sicht von SAPV-Teams und weiterer Leistungserbringer in der SAPV" setzt an den praktischen Erfahrungen der Leistungserbringer an und wird entlang eines nicht-standardisierten, qualitativen Evaluationsdesigns als multiperspektivische Feldstudie mittels 'vergleichender Einzelfallstudien' die Frage nach der Versorgungsqualität im Sinne der jeweils vor Ort wahrgenommenen Schwierigkeiten, Probleme und Möglichkeiten aus Sicht der jeweiligen SAPV-Akteure rekonstruieren. Als 'Einzelfallstudien' werden bundesweit insgesamt 10 SAPV-Teams mit den für sie jeweils relevanten weiteren Leistungserbringern mittels mehrtägiger 'Feldaufenthalte' untersucht. Konkret geht es darum, folgende Forschungsfragen zu beantworten:

1. Welche förderlichen und hemmenden Faktoren werden vor Ort von den SAPV-Teams hinsichtlich einer erfolgreichen SAPV gesehen (z.B. ökonomisch relevante Faktoren wie Konkurrenzprobleme, vertragliche Vorgaben, Infrastrukturen der Palliativversorgung vor Ortm aber auch teaminterne Aspekte wie Personalrekrutierung, Qualifikationsanforderungen, Arbeitsbelastung, Burn out etc.)?

2. Welche werden von anderen Leistungserbringern wahrgenommen? Welche Effekte und Einflüsse zur Verbesserung der Versorgungsqualität in der Versorgungsregion gehen von der SAPV aus Sicht der anderen Leistungserbringer aus, die als AAPV-Akteure mehr oder weniger intensiv in die SAPV-Praxis involviert sind (insbesondere sind hier die Sichtweisen der Hausärzte zu nennen, die häufig als 'gate-keeper' zur SAPV fungieren, aber auch ambulante Pflegedienste, Hospizdienste u.a.)?

3. Welche jeweils generalisierbaren, typischen Unterschiede und/oder Gemeinsamkeiten (z.B. auch hinsichtlich der vor Ort durchgeführten Qualitätssicherung) lassen sich aus einer fallvergleichenden Perspektive - beispielsweise als Ost-West-, Nord-Süd- oder Stadt-Land-Vergleiche etc. - aus den Einzelfallstudien extrahieren?

Die Auswahl der zu untersuchenden SAPV-Teams sowie ihres Umfelds in verschiedenen Bezirken der kassenärztlichen Vereinigungen bzw. Bundesländern erfolgt anhand von regional unterschiedlichen Strukturbedingungen im Sinne einer typologischen Unterscheidung von verschiedenen SAPV-Modellen (z.B. arztbasierte Modelle versus intergrierte Modelle, Umfang des Versorgungsangebots, Teamstrukturen etc.) und folgt der Logik der maximalen Differenz von Strukturbedingungen, Prozessorganisation und Vernetzung. Ein solches Vorgehen zielt darauf ab, das vorhandene Variationsspektrum der SAPV-Praxis möglichst breit auszuleuchten.

Die Datenerhebung erfolgt mittels ethnographisch orientierter, mindestens dreitägiger Feldaufenthalte und konzentriert sich auf qualitative problemzentrierte Leitfadeninetrviews (je Sampling Point ca. 10 Individual- oder Gruppeninterviews bzw. Fokusgruppen) mit den in die SAPV-Praxis invovlierten Versorgungsakteuren, flankierende Dokumentenanalyse (z.N. Instrumente zur Qualitätssicherung) sowie zu erstellender Feldprotokolle und Netzwerkkarten für einen systematischen Vergleich zu Umfang und Qualität von Netzwerkstrukturen der SAPV-Dienste vor Ort (Stichwort: Qualitätsindikator Vernetzung). Die Datenauswertung wird inhaltsanalytische und sinnrekonstruktive Auswertungstechniken umfassen.

Links: