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Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospiszarbeit (EbEH) - Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven


Projektstart: 01.04.2017
Projektende: 30.06.2018
Laufzeit: 15 Monate
Projektträger: Gefördert vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Werner Schneider
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Kristina Greißl, M.A.
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer (Gießen)
Prof. Mag. Dr. Andreas Heller (Wien)
Prof. Dr. Klie (Freiburg)

Zusammenfassung

Das kooperative Verbundprojekt beforscht aus insgesamt vier komplementär angelegten Themenperspektiven konkret folgende Aspekte: die Bedeutung und den Umfang von Ehrenamtlichkeit, das Selbstverständnis von Ehrenamtlichen sowie die "Erscheinungsformen" freiwilliger und ehrenamtlicher Tätigkeiten im Kontext von Hospiz und Palliative Care. Parallel dazu wird unter Einsatz eines Mixed-Methods-Ansatzes die Sicht von Hausärzten und Pflegediensten auf das Ehrenamt eingeholt und die Erfahrungen der Leitungen und Ehrenamtlichen in den ambulanten Diensten erfragt.

Beschreibung

Die Hospizbewegung als "soziale Bewegung" hat in Deutschland eine enorme Thematisierungsleistung erbracht. Sterben, Tod und Trauer wurden auf verschiedene Agenden dieser Gesellschaft gesetzt. Als Bewegung, die weitgehend von Frauen getragen wird, hat sie zu einem qualitativ anderen, einem menschenwürdigeren Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen in Deutschland beigetragen. Anders als in den angelsächsischen Ländern ist eine Hospizforschung hierzulande jedoch nur durch punktuelle Initiativen möglich gewesen. Erst recht wurde dem Komplex der Ehrenamtlichkeit in der Hospizarbeit wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt.

Vor diesem Hintergrund zielt das kooperative Verbundprojekt darauf ab, der Bedeutung und dem Umfang von Ehrenamtlichkeit, dem Selbstverständnis von Ehrenamtlichen und den "Erscheinungsformen" freiwilliger und ehrenamtlicher Tätigkeiten im Kontext von Hospiz und Palliative Care nachzuspüren. Dabei wird unter anderem nach dem spezifischen "Sterbewissen", den "Sterbeweisheiten" der Ehrenamtlichen gefragt, die Profile, Engagementbereischaften und Motivationslagen für dieses Ehrenamt erkundet, die Sicht von Hausärzten und Pflegediensten auf das Ehrenamt eingeholt sowie die Erfahrungen der Leitungen und Ehrenamtlichen in den ambulanten Diensten anhand eines Mixed-Methods-Ansatzes erforscht. In ihm bündeln sich die - in den theoretischen Grundlagen und methodischen Vorgehensweisen eng verschränkten - insgesamt vier komplementär angelegten Themenperspektiven bzw. Fragebereiche des Verbundprojekts:

Perspektive 1: Einstellungen in der Bevölkerung zur ehrenamtlichen Unterstützung Sterbender

Perspektive 2: Sicht von Hausärzten und Pflegediensten

Perspektive 3: Erfahrungen Ehrenamtlicher

Perspektive 4: Ehrenamt und Zugangsgerechtigkeit - Ungleiches Sterben in der hospizlichen Begleitung

Im Kontext einer ausdifferenzierten, heterogenen und pluralen Gesellschaft soll auf dieser Grundlage insgesamt die "Transformation des Ehrenamts" bis hin zu seinen ungleichheitsrelevanten Voraussetzungen und Folgen in den Blick genommen werden. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen dazu dienen, der Weiterentwicklung der Hospizpraxis und Hospizkultur hinsichtlich der Bedeutung von Ehrenamtlichkeit und mit Blick auf ihren Charakter als Bürgerbewegung ein tragfähiges empirisches Fundament zur Verfügung zu stellen.

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