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Alternativen zur Alternativlosigkeit: Europa-Visionen als Chance in Krisenzeiten?


Publikation

Schröder, Nora Sophie (2016): Alternativen zur Alternativlosigkeit: Europa-Visionen als Chance in Krisenzeiten?, in: Soziologie-Magazin BLOG, am 5.09.2016, |Link|

Abstract

Wenn von „Visionen für Europa“ die Rede ist, so ist dies zunächst eine
willkommene Abwechslung zu der oftmals postulierten
„Alternativlosigkeit“ in europäischen Krisendiskursen – und dennoch
haftet Gesellschaftsutopien etwas lediglich Träumerisches an. Blochs
Konzept der Konkreten Utopie jedoch zeichnet sich dadurch aus, dass es
sich bei ihm gerade nicht um zufällige, idealisierende Vorstellungen
handelt und verweist stattdessen auf die Wirkungen, die Utopien gerade
in Wendezeiten entfalten können. Doch nicht nur Visionen, auch
antizipierte Risiken sind Bestandteile des Nachdenkens über die Zukunft
Europas. Die Mobilisierung durch Angst, die Ulrich Beck in der
Risikogesellschaft vorfindet, scheint ein Gegenstück zu Europa-Visionen
zu sein, denn beide können als Motivationsfaktoren für politisches
Engagement fungieren. Der folgende Beitrag – verstanden als
normativ-theoretische Suche nach „Alternativen zur Alternativlosigkeit“
– möchte zeigen, dass Europa-Visionen im aktuellen Europa-Diskurs die
Chance bergen, die derzeitige Krise des europäischen
Selbstverständnisses zu überwinden.