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Transitional Justice und Zivile Konfliktbearbeitung


Erste Projektphase: Studien zum Forschungsstand

Auf der Grundlage vielfältiger Vorarbeiten zu Transitional Justice wurden im Februar und Juli 2008 am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg zwei interdisziplinäre Workshops durchgeführt. Finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)  wurden zwei Studien zum aktuellen Forschungsstand zu Transitional Justice und Ziviler Konfliktbearbeitung in Auftrag gegeben und beim ersten Transitional-Justice-Workshop am 14.2.2008 in Marburg präsentiert. Dr. Undine Whande und Dr. Stephanie Schell-Faucon erstellten eine umfassende Studie zum Stand und zu aktuellen Fragen der Transitional-Justice-Forschung. Prof. Dr. Gerhard Werle und Paul Bornkamm verfassten ein ergänzendes Papier zu aktuellen juristischen Fragen. Beim zweiten Transitional-Justice-Workshop  am 10./11. Juli 2008 wurden zahlreiche laufende Forschungsvorhaben zu unterschiedlichen Aspekten von Transitional Justice vorgestellt und intensiv diskutiert.

Zweite Projektphase: Fragen der Opferbeteiligung an Prozessen in Kambodscha

In Zusammenarbeit mit dem Marburger Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse (ICWC)  und dem Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg  konzentrierte sich das Projekt in einer zweiten Projektphase auf die Rolle von Opfern in Transitional-Justice-Prozessen. Konkret stehen zunächst Fragen der Opferbeteiligung an strafrechtlichen Prozessen am Beispiel Kambodscha im Mittelpunkt. Finanziell gefördert vom Auswärtigen Amt  und unterstützt durch das Programm „zivik“  des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) fand im Dezember 2008 ein Workshop in Phnom Penh, Kambodscha statt, der verschiedene Akteure im Bereich der Opferarbeit an den Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia zusammenbrachte. Ziel der Veranstaltung war es, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten für die Nichtregierungsorganisationen in diesem Feld zu schaffen sowie die Bedingungen erfolgreicher Vergangenheitsbearbeitung in Kambodscha gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren.

Dritte Projektphase: Zusammenarbeit mit Advocacy-NGOs in Uganda und Kambodscha

Aufbauend auf den Erfahrungen in Phnom Penh 2008 vertieften wir unsere Beschäftigung mit dem Zusammenhang zwischen Opferbeteiligung an Transitional-Justice-Prozessen und der Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Hinblick auf einen nachhaltigen Frieden. Von April bis Dezember 2009 haben wir, erneut gefördert durch das Auswärtige Amt und unterstützt vom Programm „zivik“, gemeinsam mit Mitgliedern lokaler Nichtregierungsorganisationen aus Uganda und Kambodscha mögliche Beiträge von juristischer und nicht-juristischer Opferbeteiligung für eine nachhaltige Friedenskonsolidierung erarbeitet. Ziel war es, sich über die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von Opferbeteiligung in Transitional-Justice-Prozessen auszutauschen sowie die Teilnehmer auch für die formalen Beteiligungsstrukturen an den betreffenden Gerichten zu sensibilisieren und diese zu diskutieren. Dazu fand zunächst in beiden Ländern je ein Workshop zum Thema statt, an dem nicht nur NGO-Vertreter, sondern teilweise auch Vertreter des jeweils betroffenen Gerichts (ICC/ECCC) und deutscher Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in ihrer Funktion als (potentieller) Förderer von lokaler NGO-Arbeit teilnahmen. Im Dezember 2009 kamen Vertreter aller Gruppen zu einer gemeinsamenKonferenz in Deutschland zusammen, um ihre Erfahrungen mit Opferbeteiligung zu reflektieren und im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten zu bewerten.

Mehr Informationen unter www.victim-participation.org

Koordiniert wird das Projekt weiterhin von Julika Bake, Mitarbeiterin am Lehrstuhl.

Kooperationspartner

Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg
Forschungs- und Dokumentationszentrums für Kriegsverbrecherprozesse in Marburg
Programm zivik (zivile Konfliktbearbeitung) des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa)
Auswärtiges Amt
 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung