Forschungsbereich A: Zivile Konfliktbearbeitung
2) Konstruktivistische Konfliktforschung
„Konflikte“ sind ohne Zweifel ein Phänomen der sozialen Welt, hervorgebracht im Rahmen diskursiver Wirklichkeitskonstruktionen, unabhängig davon, ob es Konfliktparteien sind, die ihre Interaktion als Konflikt wahrnehmen, oder Konflikt-BeobachterInnen, die – aus welchen Gründen auch immer – in Interessendivergenzen, Werthaltungsunterschieden oder anderen Unvereinbarkeiten einen Konflikt erkennen (wollen). Eine Konstruktivistische Konfliktforschung beobachtet die diskursive Konstruktion von Konflikten und die Strukturen des Beobachtens und Unterscheidens von Konflikten, Konfliktparteien etc. im Rahmen von „Beobachtungen zweiter Ordnung“. Dabei richtet sich die besondere Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Konstruktionen von Gewalt und den Wandel von Feindbildern. Über das von der DFG geförderte „Netzwerk NeKoKo“ (Netzwerk Konstruktivistische Konfliktforschung) findet ein intensiver interuniversitärer Austausch in diesem Themenfeld statt.
Literatur:
Weller, Christoph: Feindbilder – zwischen politischen Absichten und wissenschaftlichen Einsichten, in: Neue Politische Literatur 54 (2009): 1, 87 - 103.
Weller, Christoph:Gewalt, Frieden und Friedensforschung. Eine konstruktivistische Annäherung, in: Jahn, Egbert / Fischer, Sabine / Sahm, Astrid (Hrsg.): Die Zukunft des Friedens, Band 2: Die Friedens- und Konfliktforschung aus der Perspektive der jüngeren Generationen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, 91-110. | pdf
Weller, Christoph: Perspektiven der Friedenstheorie, INEF-Report 68. Duisburg: Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), 2003. – 47 S. | pdf
Kooperationspartner: