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Internationale Gesellschaft für historische und systematische Schulbuchforschung


Jahrestagung

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„Freund- und Feindbilder in Schulbüchern“

13. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für historische und systematische Schulbuchforschung, Belgrad, Serbien, 1.–3. Oktober 2009, Universität Belgrad

Die historischen und sozialen Kenntnisse von Generationen von Lernenden haben sich aus der ständigen Verflechtung zahlreicher Einflüsse gebildet, und jene, die von der Schule, dem Unterricht und den verwendeten Schulbüchern (in den Fächern Geschichte, Muttersprache, Geographie usw.) ausgegangen sind, sind besonders bedeutungsvoll. Sehr oft spiegeln Geschichtslehrpläne und -schulbücher die Wünsche und Ziele wider, mit deren Weitergabe die Gesellschaft die Schule betraut. Die Schule fungiert offensichtlich als die Vermittlerin von erwünschten Kenntnissen und als die Bewahrerin gesellschaftlicher Tradition und Identität; zugleich ist sie aber auch die Institution, die das Denken der Lernenden prägen soll. Es liegt immer im Interesse von staatlichen Behörden, dass der Inhalt von Lehrplänen, wie er in Schulbüchern seinen Ausdruck findet, mit der herrschenden „Staatsideologie“ übereinstimmt, zugleich soll damit – was die Bedeutung von Menschen, Ereignissen, Phänomenen und historischen Prozessen betrifft – ein klares Bildungsziel verfolgt sowie ein starkes Zugehörigkeitsgefühl vermittelt werden. Die Wertmaßstäbe, die in Schulbücher Eingang finden, sind häufig sehr stereotyp, d.h. die in ihnen verwendeten Stereotypen stellen einen besonderen Vermittlungstyp dar, der zur Ausgestaltung und Verbreitung erwünschter historischer Kenntnisse führen soll. Die Wirklichkeit mit ihren inhärenten Widersprüchen kommt dabei nicht zu ihrem Recht; vielmehr steht die Darstellung von politischen Prozessen im Zentrum, von Befreiungskriegen, von den Opfern, die zu bringen waren, und von den Nachbarn, die immer auch die Feinde sind.

Historiographische, pädagogische, soziologische und ethnographisch-anthropologische Beiträge sind gleichermaßen willkommen, um Erklärungen dafür zu suchen, wie „Freunde“ bzw. „Feinde“ zu verschiedenen Zeiten dargestellt worden sind. Eine weitere Frage soll sein, weshalb in Schulbüchern häufig die Darstellung der „Feinde“ im Vordergrund steht, was allenfalls auf einer ideologischen Quelleninterpretation beruhen, keineswegs aber kritischer wissenschaftlicher Analyse standhalten kann. Auf diese Weise entsteht eine andere Art von Stereotyp, das sich bis zum heutigen Tag in Schulbüchern finden lässt.

 

Bitte schicken Sie Ihren Themenvorschlag und eine kurze Themenbeschreibung spätestens bis 31. Januar 2009 an Assistant Professor Dr. Arsen Djurovic. Die Kongresssprachen sind Englisch und Deutsch.

Kontakt und weitere Informationen:

Assistant Professor Dr Arsen Djurovic, Universität Belgrad, Philosophische Fakultät, Ljubina Straße 18-20, Belgrad, Serbia, E-mail : arsendj@ptt.rs, Tel. +381 11 311 50 75. Internet: http://www.philso.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/paedagogik/paed1/Schulbuchforschung1