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Aktuelles

Jahrestagung 2015

Bildungsmedien auf dem Prüfstand:
Autorisierung, Verbot, Legitimierung und Delegitimierung

Bildungsmedien werden seit jeher vielfältigen staatlichen und gesellschaftlichen Prüfungs- und Auswahlverfahren unterzogen. Neben weit verbreiteten staatlichen Approbationsverfahren für Bildungsmedien zählen dazu auch Autorisierungen durch religiöse und weltanschauliche Gruppierungen, durch Schulträger oder durch die Adressaten dieser Medien selbst, wie z.B. Leitungen und/oder Personal pädagogischer Einrichtungen. Diese Verfahren beinhalten immer auch die Möglichkeit der Ablehnung bis hin zum Verbot von Bildungsmedien, auch von bereits zugelassenen.

Neben solchen offiziellen, zumindest in irgendeiner Weise institutionalisierten Verfahren finden weitere Legitimierungs- und Delegitimierungsprozesse in Bezug auf Bildungsmedien statt. Beispielsweise können Schulbuchpreise, spezifische Zertifizierungen und Gütesiegel Bildungsmedien in besonderem Maße gesellschaftlich legitimieren; demgegenüber stehen Prozesse der Kritik und der Enthüllung bis hin zur Diffamierung von Bildungsmedien, die diese öffentlich delegitimieren sollen.

All diese Herangehensweisen können sich auf die inhaltliche (z.B. weltanschauliche oder fachwissenschaftliche) und/oder die pädagogische/didaktische/methodische Ausrichtung von Bildungsmedien beziehen.

Die Jahrestagung 2015 der Internationalen Gesellschaft für historische und systematische Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. (IGSBi) wird sich mit den genannten Themen in historischer, aktueller und internationaler Perspektive beschäftigen.

Ein Programm wird Ende Juni bereitgestellt.

Die Tagung findet vom 9. bis 11. Oktober 2015 in Ichenhausen, Unteres Schloss, statt.

Anmeldungen bitte per E-Mail an: birgit.mayr@phil.uni-augsburg.de.


Call for Papers der Interessengemeinschaft Fibeln (SIG RP):
After the War – A New Beginning?
A Comparative Examination of Reading Primers Published and Used in 1945 in Europe

Workshop, 13.-14. November 2015, Braunschweig

Die Interessengemeinschaft Fibeln in der Internationalen Gesellschaft für historische und systematische Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V. veranstaltet – gemeinsam mit dem Georg Eckert Institut für Internationale Schulbuchforschung (GEI), Braunschweig, und der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Berlin – einen Workshop zu dem oben genannten Thema.
In vielen europäischen Ländern gehört zur Geschichte des Schulbuchs in neuerer Zeit auch die besondere Geschichte der Fibeln, traditionell die ersten Schulbücher der Kinder. Fibeln dienen nicht nur dazu, Lesen und Schreiben zu lernen, sondern sie vermitteln auch Weltanschauungen und Wertvorstellungen, die diejenigen, die das Curriculum bestimmen, an die nächste Generation weitergeben wollen. Aus diesem Grunde zählen Fibeln zu denjenigen Bildungsmedien, denen im Zusammenhang mit bedeutenden politischen Veränderungen eine besondere Bedeutung zukommt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhren die europäischen Länder politische und soziale Veränderungen verschiedenster Art und in unterschiedlichem Ausmaß. Diese Veränderungen haben das Bildungssystem der betreffenden Länder erheblich beeinflusst, auch die Gestaltung der Schulbücher. Der Workshop in Braunschweig (Deutschland) möchte aus international vergleichender Perspektive die Entwicklung, die Gestaltung, den Inhalt und den Gebrauch von Fibeln in europäischen Ländern im Jahre 1945 – häufig als das „Jahr 1“ der Nachkriegszeit bezeichnet – untersuchen.
Mitglieder der Gesellschaft und Interessenten und Interessentinnen sind herzlich eingeladen, einen Vorschlag für einen Beitrag einzureichen, und/oder am Workshop teilzunehmen. Nähere Informationen finden Sie im vollständigen Call for Papers (in englischer Sprache), den sie hier herunterladen können. Die Tagung findet in deutscher und in englischer Sprache statt.

Im Frühjahr erschienen:
No. 11 des Newsletters der IG Fibeln.
Zum Download


Neue Publikationen

Neuerscheinungen in der Reihe „Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuch- und Bildungsmedienforschung“:

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kostenfreie Bildungsmedien online“ an der Universität Augsburg sind zwei Dissertationen entstanden, die zu Beginn dieses Jahres erschienen sind.

Carl-Christian Fey: Kostenfreie Online-Lehrmittel. Eine kritische Qualitätsanalyse
Lehrmittel sind ein zentrales Steuerungsinstrument für die Gestaltung von Unterricht. Es liegt daher nahe, Qualitätsansprüche an sie zu stellen und sie eingeordnet in den aktuellen Diskurs um Unterrichtsqualität zu analysieren und zu evaluieren. Dies gilt auch für das wachsende Angebot von kostenfreien Lehrmitteln aus dem Internet, dem sich heute Lehrkräfte (und auch Schülerinnen und Schüler) gegenüber sehen. Der Autor entfaltet eine umfassende und differenzierte Perspektive auf verschiedene Aspekte der „Qualität“ von Lehrmitteln, berücksichtigt und systematisiert dabei neuere didaktische Innovationslinien und entwickelt aus der Tradition der Schulbuchforschung bekannte Ansätze, Lehrmittel unter ideologiekritischer Perspektive zu untersuchen, weiter. Das im Rahmen dieses Vorhabens entstandene Raster zur Analyse und Evaluation von Lehrmitteln sowie die vorgeschlagene Analysestrategie zur Untersuchung ihrer normativ-diskursiven Positionierung stellen dabei zentrale Ergebnisse der Arbeit dar. Am Beispiel des Unterrichtsthemas „Nachhaltigkeit/nachhaltige Entwicklung“ demonstriert der Autor an einem ausgewählten Korpus von kostenfreien Online-Lehrmitteln die Einsatzfähigkeit und den Ertrag der entwickelten Methodik und problematisiert bestimmte anbieterspezifische Positionierungen unter der pädagogisch-didaktischen Maßgabe der Multiperspektivität und Kontroversität von Unterricht. Näheres zu diesem Buch …

Dominik Neumann: Bildungsmedien Online. Kostenloses Lehrmaterial aus dem Internet: Marktsichtung und empirische Nutzungsanalyse
Die alltägliche Unterrichtspraxis wird in unseren Schulen durch kaum etwas anderes so stark geprägt wie durch die eingesetzten Lehrmittel. Sie sind es, mit denen Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Lehrkraft Wissen und Kompetenzen für die Zukunft aufbauen sollen. Neben den klassischen Lehrmitteln wie dem Schulbuch findet sich aber gerade in jüngster Zeit ein neues Phänomen, das bisher im wissenschaftlichen Diskurs kaum Beachtung gefunden hat: kostenloses Lehrmaterial aus dem Internet. Durch seine Beschaffenheit und seine einfachen Distributionswege findet es bei Lehrkräften sehr großen Anklang. Mit Hilfe von empirischen Methoden hat sich der Autor auf bisher unerforschtes Terrain begeben und solches Lehrmaterial untersucht. Zum einen wurde dazu in einer Längsschnittstudie über drei Jahre hinweg der Bestand im Internet systematisch beobachtet. Darüber hinaus wurde eine Online-Fragebogenstudie unter Lehrkräften aller Fachrichtungen durchgeführt, so dass sich ein sehr detailliertes Bild der aktuellen Nutzungspraktiken von Lehrmitteln im Unterricht zeichnen lässt. Dabei wird deutlich, inwieweit kostenloses Lehrmaterial aus dem Internet inzwischen in unseren Schulen genutzt wird und ob eine Verdrängung des klassischen Lehrmittels Schulbuch bereits stattfindet. Näheres zu diesem Buch …

Pünktlich zur Jahrestagung 2014 in Berlin lag der Band mit den Beiträgen der letztjährigen Tagung in Brno (Tschechien) vor. Unter dem zweisprachigen Titel „Methodologie und Methoden der Schulbuch- und Bildungsmedienforschung / Methodology and Methods of Research on Textbooks and Educational Media“ (hrsg. von Peter Knecht, Eva Matthes, Sylvia Schütze und Bente Aamotsbakken)
versammelt dieser Band Beiträge aus mehr als zehn Ländern mit unterschiedlichsten Forschungszugängen: Der erste Teil enthält grundsätzliche methodologische Überlegungen zur Anlage und Durchführung von Bildungsmedienforschung; die weiteren Teile befassen sich mit kontextualisierend-inhaltsanalytischen, mit sprach- und bildanalytischen sowie mit nutzungs- und wirkungsorientierten Zugängen. Wegen der zahlreichen englischsprachigen Beiträge liegt die umfangreiche Einleitung des Bandes auf Deutsch und auf Englisch vor. Näheres zu diesem Buch …


Ehrenmitgliedschaft für Dr. Milica Djurović

Die „Internationale Gesellschaft für historische und systematische Schulbuch- und Bildungsmedienforschung e.V.“ hat Frau Dr. Milica Djurović die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Damit ehrt die Gesellschaft die Witwe ihres langjährigen Mitgliedes und Vizepräsidenten, des serbischen Historikers Prof. Dr. Arsen Djurović (1959–2011), für ihre Verdienste um die Förderung der historischen Schulbuchforschung.

2012 hat Frau Dr. Djurović den mit 1.000,- € dotierten „Arsen-Djurović-Preis für historische Schulbuchforschung“ gestiftet, den die Gesellschaft alle zwei Jahre für Publikationen zur historischen Schulbuchforschung an eines ihrer Mitglieder verleiht. Auch darüber hinaus ist Frau Dr. Djurović der Gesellschaft über den Tod ihres Mannes hinaus eng verbunden geblieben und fördert deren Aktivitäten.

Mit der Ehrenmitgliedschaft möchte die Gesellschaft ihre große Dankbarkeit gegenüber Frau Dr. Djurović und ihre Verbundenheit mit ihr zum Ausdruck bringen.

Mehr Informationen zum „Arsen-Djurović-Preis“ …