Suche

English

Aktuelles

Heterogenität und Bildungsmedien

Die diesjährige Jahrestagung der Gesellschaft fand vom 30. September bis zum 2. Oktober im Gemeindehaus der Uranienborg-Kirche in Oslo statt. Die Organistin der gastgebenden Gemeinde, Kirchenmusikprofessorin Inger-Lise Ulsrud, bereicherte das Programm am ersten Abend mit einem herausragenden Orgelkonzert.

Rund 40 Teilnehmer/innen aus neun Ländern diskutierten an den drei Veranstaltungstagen das Thema „Heterogenität und Bildungsmedien“ unter unterschiedlichen Aspekten.

Oslo4

Im einleitenden Teil wurde Heterogenität aus verlegerischer Perspektive und aus Sicht von Lehrmittelautor*innen als Herausforderung beschrieben, zu deren Bewältigung unterschiedliche Konzepte und Lösungsansätze vorgestellt wurden.

Die ersten beiden Themenblöcke befassten sich mit Möglichkeiten der inneren Differenzierung in heterogenen Lerngruppen. Im ersten Themenblock erläuterten Referent*innen aus der Schweiz, Italien und Deutschland mediale Perspektiven der inneren Differenzierung. So ging es u.a. um multimediale und multimodale Ansätze, das Konzept der Augmented Reality und adaptive Schulbücher; es wurden auch Forschungsergebnisse zum Nutzungsverhalten vorgestellt. Befunde und Ansätze zur inneren Differenzierung in einzelnen Schulfächern und Lernumgebungen standen im Mittelpunkt des zweiten Themenblocks; es ging um Lehrmittel für den Deutsch-, Geographie-, Biologie- und Mathematikunterricht, aber auch um das Lernen an einem außerschulischen Lernort – immer mit Bezug auf eine heterogene Gruppe von Lernenden.

Oslo3

Der Darstellung von Heterogenität in Bildungsmediensowohl in historischer als auch in aktueller Perspektive – widmeten sich zwei weitere Themenblöcke. Die Vorträge der Referent*innen aus Polen, den Niederlanden, Norwegen, Belgien, Ungarn und Deutschland nahmen die Darstellung unterschiedlicher Geschlechter, Ethnien, Religionen und sexueller Orientierungen in den Blick.

Oslo5

Der letzte Themenblock galt sprachlicher Heterogenität, d.h., dem Sprachenlernen in einem mehrsprachigen Umfeld. Die Referent*innen aus Serbien, Russland, Italien und Deutschland untersuchten Bildungsmedien aus Vergangenheit und Gegenwart und präsentierten eigene Lösungen, stets mit Blick auf geeignete Konzepte für mehrsprachige Lerngruppen – eine der zu Beginn der Tagung skizzierten Herausforderungen in einer globalisierten Welt. 

Zum Programm

Die Tagungsbeiträge werden 2017 in einem Sammelband veröffentlicht.

Die nächste Jahrestagung wird vom 6. bis 8. Oktober 2017 in Augsburg stattfinden. Tagungsthema: "Religion und Bildungsmedien".

   

Neuerscheinungen

Eva Matthes / Sylvia Schütze (Hrsg.): Schulbücher auf dem Prüfstand / Textbooks under Scrutiny (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2016)

SchulbuecheraufdemPruefstandWenn man davon ausgeht, dass Schulbücher bzw. schulbezogene Bildungsmedien generell neben Lehrplänen und noch unmittelbarer als diese die zentralen Steuerungsmittel des Unterrichts sind, also Inhalte und deren Vermittlung entscheidend mitbestimmen, liegt es nahe, sie auf dem Prüfstand sehen zu wollen. Aber: Wer stellt sie auf den Prüfstand? Wer ist berechtigt, dies zu tun? Und welches sind die Prüfkriterien?

Ein Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf staatlichen Zulassungsverfahren. Diese unterscheiden sich, nicht zuletzt nach Zustand der jeweiligen politischen Systeme, in ihrer Intention und ihrer Beschaffenheit deutlich voneinander.

Ein weiterer Fokus gilt den Versuchen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, Schulbüchern – beispielsweise aus weltanschaulichen, politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen – ihre Legitimität abzusprechen oder selber Schulbücher (und zunehmend auch: Online-Lehrmittel!) mit bestimmten – gegen andere gerichteten – Inhalten durchzusetzen.

Und schließlich enthält der Band auch einschlägige Beiträge, die aus (bildungs-)wissenschaftlicher Perspektive prüfen, inwieweit Schulbücher den aktuellen bildungspolitischen und didaktischen Trends der Umsetzung von Bildungsstandards und Kompetenzmodellen entsprechen.

In dem Band finden sich Beiträge zu Prüf- und Legitimationsverfahren in Belgien, Deutschland, Griechenland, Norwegen, Österreich, Serbien, Tschechien, Ungarn und den USA.

Zum Inhaltsverzeichnis und zur Einleitung dieses Buches


Eva Matthes / Sylvia Schütze (Hrsg.): „1989“ und Bildungsmedien / “1989“ and Educational Media (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2016)

1989undBildungsmedienDie Autorinnen und Autoren dieses Bandes befassen sich mit den Auswirkungen, die „1989“ – verstanden als Chiffre für die fundamentalen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa um 1989, häufig als „Wende“, zutreffender als „(Friedliche) Revolution“ bezeichnet – auf Bildungsmedien hatte.

Dabei geht es zum einen um die veränderten Produktionsbedingungen und die gesellschaftlichen Herausforderungen, vor die Autorinnen und Autoren sowie Verleger von Bildungsmedien sich in den ehemals sozialistischen Ländern gestellt sahen.

Des Weiteren behandeln etliche Beiträge inhaltliche Veränderungen in Lehrmitteln für einzelne Fächer, die den politisch-gesellschaftlichen Veränderungen in den betreffenden Ländern einschließlich der ehemaligen DDR geschuldet waren. Dies betrifft u.a. die Fächer Heimatkunde, Englisch, Chemie, Biologie, Geschichte und Geographie.

Neben diesen Beiträgen aus Deutschland, Polen, Rumänien, Russland, Serbien und Tschechien geht es auch um die Darstellung des vereinten Deutschlands und des veränderten Europas in Schulbüchern von Ländern, die selbst nicht von den Umwälzungen betroffen waren – in England, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, der Schweiz und Spanien.

Zum Inhaltsverzeichnis und zur Einleitung dieses Buches


Patrick Wagner: Englischunterricht in der DDR im Spiegel der Lehrwerke (Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2016)

EnglischunterrichtDDRDieser Band zeichnet die Entwicklung des Englischunterrichts in der DDR anhand seiner Lehrwerke nach.

Dazu werden alle in der DDR erschienenen Lehrwerke für das Fach Englisch einer präzisen didaktisch-methodischen Analyse unterzogen, sodass eine Nähe zur unterrichtlichen Praxis erreicht wird, wie sie keine vorherige Untersuchung bieten konnte.

Die Lehrwerke werden mittels eines neuartigen Analyserasters untersucht, das es ermöglicht, den Englischunterricht sowohl unter sprachlichen als auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten darzustellen und in beiden Bereichen Entwicklungslinien aufzuzeigen. So lässt sich auch erkennen, an welche Strömungen innerhalb der Englischdidaktik die Lehrwerke jeweils anknüpften.

Da als ein weiteres Novum auch der Englischunterricht in der Sowjetischen Besatzungszone berücksichtigt wird, deckt die Studie einen Zeitrahmen von der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung Deutschlands ab. Damit leistet die Arbeit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Englischunterrichts in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Zum Inhaltsverzeichnis und zur Einleitung dieses Buches


Soeben erschienen:
Newsletter No. 12 der Interessengemeinschaft Fibeln (SIG RP)
mit vielen interessanten Beiträgen rund um die Fibelforschung.

Zum Download


Verleihung des Arsen-Djurović-Preises für historische Schulbuchforschung

Am 10. Oktober 2015 wurde im Rahmen eines Konferenz-Dinners der Arsen-Djurović-Preis für historische Schulbuchforschung an Frau Prof. Dr. Alla Salnikova von der Kazan Federal University (Tatarstan, Russland) verliehen. Die Laudatio hielt die Vorsitzende Frau Prof. Matthes. Inhaltlich hob sie die Leistungen der Preisträgerin für die Fibelforschung hervor; zugleich würdigte sie das Engagement von Prof. Salnikova für die Verbreitung von Kenntnissen über russische Fibelforschung im Ausland und über internationale Fibelforschung in Russland. Zur Laudatio