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Sommersemester 2017


Die Ringvorlesung des Instituts für Sozialwissenschaften im Sommersemester 2017 geht über das Thema

 

Geschlecht auf dem Wege zur neuen Eindeutigkeit?“

 

Hintergrund der Veranstaltung ist der Eindruck, dass in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – ganz im Gegensatz zur politisch und wissenschaftlich propagierten Forderung nach geschlechtli­cher Diversität und Vielfalt – Prozesse der geschlechtlichen Vereindeutigung zu beobachten sind. So zeigt sich – wie es bspw. Andrea Rödig in ihrem Zeit-Online-Artikel vom 14.12.15 gezeigt hat – im Bereich der „Lesben- und Transfrauen-Szene“ das Phänomen, dass zunehmend mehr lesbische Frauen („Butches“) die pharmakologischen Möglichkeiten nutzen, um ihr biologisches Geschlecht zu ändern. Ein anderes Beispiel ist die derzeit hegemoniale Mode-Kultur westlicher Jugendlicher und junger Erwachsener, die einen klaren Trend zu Vereindeutigung im Sinne der Zweigeschlecht­lichkeit zeigt: Junge Frauen tragen die Haare lang (zumeist ohne Pony) und kleiden und schminken sich weiblich, während junge Männer die Haare sehr kurz (und an den Seiten oftmals ausrasiert) und einen „Hipster-Bart“ tragen. Nicht zuletzt belegen neueste Studien zur Intersexualität (Sabisch et al.), dass die Praxis der operativen und hormonellen Vereindeutigung intersexueller Kleinkinder – trotz gegenteiliger Empfehlung des Deutschen Ethikrates – nach wie vor praktiziert wird. Anderer­seits lassen sich ebenso Phänomene beobachten, die dem Trend zur Vereindeutigung des Ge­schlechts widersprechen, wie z.B. die zunehmende Risiko- und Gewaltbereitschaft jugendlicher Mädchen und junger Frauen, u.a. beim „S-Bahn-Surfen“. Veränderungen im Rahmen der Erwerbs­arbeit belegen einerseits eine weiter bestehende, für die Geschlechter typische Wahl an (Ausbil­dungs-)Berufen; andererseits finden sich Frauen zunehmend auch in traditionell heroischen, risiko­reichen „Männer“-Berufen (als Polizistin, Feuerwehrfrau, Soldatin). Dies sowie die Veränderungen durch die Zunahme diskontinuierlicher Erwerbsverläufe auch für Männer könnte eher als Hinweis auf eine zunehmende Angleichung der Lage von Männern und Frauen gesehen werden. Um Ant­worten aus der aktuellen Forschung und Gesellschaftsbetrach­tung zu erhalten, lassen wir in der Vor­lesungsreihe Expertinnen und Experten der Frauen- und Ge­schlechterforschung aus unterschied­lichen Bereichen und Disziplinen zu Wort kommen. (Programm)

Ringvorlesung "Konflikte in Politik und Gesellschaft" (Programm)

<<< ACHTUNG! >>> Der ausgefallene Vortrag von Prof. Weller vom 7.12.2016 wird am 14.6.2017 nachgeholt. <<< ACHTUNG! >>>